Donnerstag, 11.03.2010 - Mittwoch, 17.03.2010

Wo die Wilden Kerle wohnen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00 18:00 18:00 18:00 18:00

Regie: Spike Jonze, (USA), 2009

Eines Abends verwandelt sich das Zimmer des kleinen Max in einen Wald. Mit Hilfe eines Segelbootes fährt er dort zu den "großen Kerlen" ("wild things").
Der Film folgt dem Buch mit geradezu lyrischen Aufnahmen und sparsamer Tricktechnik. Spike Jonze übernimmt den Geist von Sendaks Vorlage und fabuliert über die Fragen nach dem Erwachsenwerden, der Zugehörigkeit, Liebe und Akzeptanz eines einsamen Jungen.

Up in the Air

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Jason Reitman, (USA), 2009

Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos für Ryan Bingham. 322 Tage im Jahr ist der passionierte Vielflieger in der Luft oder in Airport-Hotels, ununterbrochen unterwegs zu Firmen irgendwo in den USA. Dort übernimmt er die unliebsame Aufgabe, Mitarbeiter möglichst schmerzfrei über ihre Entlassung zu informieren. Ryan selbst hat nur ein Ziel: Er will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Doch dann lernt er auf einer seiner Reisen am Flughafen eine verwandte Seele kennen, die Geschäftsfrau Alex, die eine menschliche Seite in ihm weckt, die er längst vergessen glaubte. Gleichzeitig droht sein Berufsleben aus den perfekt organisierten Bahnen zu geraten, als die ehrgeizige junge Harvard-Absolventin Natalie seinen Chef Craig davon überzeugen kann, in der Firma Modernisierungen durchzusetzen, die Ryan künftig an den Schreibtisch fesseln würden. Sein erfülltes Nomadenleben, in dem Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben, scheint komplett außer Kontrolle zu geraten: Wo soll ein Mann hin, der kein Zuhause hat?
Mit seiner Verfilmung des Bestsellers „Der Vielflieger"" von Walter Kirn liefert »Juno«-Regisseur Jason Reitman (Thank You for Smoking) eine pfiffige, bissige, charmante Komödie mit einem bezaubernden George Clooney.

Das Kabinett des Dr. Parnassus (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15 22:15 22:15 22:15 22:15 22:15 22:15

Regie: Terry Gilliam, (Frankreich/Kanada/Großbritannien), 2009

Das Original ist besser! Original version with German subtitles
Exklusiv im Thalia - englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Dr. Parnassus besitzt die außergewöhnliche Gabe, Menschen in wundervolle Fantasiewelten zu entführen. Zusammen mit seinem Wandertheater lädt er das Publikum ein, mittels eines magischen Spiegels dem banalen Alltag zu entfliehen und in ein Universum unbegrenzter Fantasien einzutreten. Dr. Parnassus wird jedoch von einem dunklen Geheimnis verfolgt. Für Unsterblichkeit und ewige Jugend hat der unermüdliche Spieler einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Mr. Nick abgeschlossen. Dr. Parnassus‘ hinreißende Tochter Valentina ist dafür an ihrem 16. Geburtstag Mr. Nick als Gegenleistung versprochen. Nun, da dieser Tag näher rückt und Valentina sich in den charmanten Außenseiter Tony verliebt hat, versucht Dr. Parnassus verzweifelt, seine Tochter vor diesem Schicksal zu bewahren. Die Theatertruppe um Dr. Parnassus macht sich deshalb zu einer aufregenden Reise gegen die Zeit auf – in eine surreale und berauschende Welt voller Wunder und Verlockungen.
Nach der »Monty-Python«-Kultreihe und »12 Monkeys« stellt Regisseur Terry Gilliam ein modernes Märchen mit einem beeindruckenden, internationalen Cast vor. Nach dem tragischen Tod von Hauptdarsteller Heath Ledger während der Dreharbeiten vervollständigen seine Freunde Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell die facettenreiche Figur des Tony.

Vorfilm: How to Cope with Death

Der Tod, der grimmige Sensemann, fällt über eine alte Dame her, die reif für die Ernte erscheint. Aber das Äußere kann täuschen; dies ist eine alte Frau, die weiß, wie sie mit dem Tod umgehen muss.

Donnerstag, 18.03.2010 - Mittwoch, 24.03.2010

Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00
18:15 18:15 18:15 18:15 18:15

Regie: Fabiano Maciel, (Brasilien), 2007

Mit leichter Hand entwirft der brasilianische Jahrhundertarchitekt Oscar Niemeyer Stadtansichten, die dem geschwungenen Leib einer schlafenden Schönen gleichen, lässt UFO‘s wie federleichte Museen überm Wasser schweben und macht Innenräume obendrein für den Menschen sinnlich erfahrbar. Die wenigsten seiner Kollegen können dies alles gleichzeitig. Er kann noch mehr. Er bringt sein Bewunderer und Kollegen dazu, solche Sätze vor laufender Kamera zu sagen: „Die hügelige Landschaft rund um Rio sei von Gott an dem Tag geschaffen worden, an dem er dachte, er sei Oscar Niemeyer“. Vor zwei Jahren wurde Niemeyer 100 Jahre alt und erzählt in dieser wunderschönen Dokumentation von den über 600 Gebäuden, die er entwarf und von dem Leben, das er ihnen einhauchte.

An Education

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30
18:30
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Lone Scherfig, (Großbritannien), 2009

1961. In einer eintönigen Londoner Vorstadt wächst die fleißige Schülerin Jenny auf. Ihr größter Wunsch ist es, nach der Schule einen Studienplatz in Oxford zu ergattern und später als Lehrerin ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch eines Tages lernt Jenny den mondänen Mittdreißiger David kennen, der vom ersten Moment an ihre Welt aus den Fugen geraten lässt. Sehr zu ihrer Verwunderung schafft er es, sogar ihre konservativen Eltern Jack und Marjorie von sich zu überzeugen und entführt Jenny in eine ihr bisher unbekannte Welt mit Konzerten, Nachtclubs, Dinnerparties und Kunst-Auktionen.
Jennys Freundinnen sind begeistert, ihre Schuldirektorin und ihre Englischlehrerin hingegen zutiefst davon enttäuscht, dass ihre Vorzeigeschülerin fest dazu entschlossen scheint, ihre offensichtlichen Begabungen und die sichere Chance auf eine bessere Bildung aus dem Fenster zu werfen. Und als der langjährige Traum der Familie, ihrer cleveren Tochter einen Studienplatz in Oxford zu beschaffen, endlich erreichbar scheint, wird Jenny von einem komplett anderen Leben auf die Probe gestellt…
Regie führt die preisgekrönte dänische Filmemacherin Lone Scherfig (»Italienisch für Anfänger«), das Drehbuch stammt von Nick Hornby (»High Fidelity«).

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15 22:15 22:15 22:15 22:15 22:15
23:00

Regie: Werner Herzog, (USA), 2009

Das Debüt im Thalia - Dresdner Erstanspiel

Wer sich noch erinnert an ein verstörendes Abel Ferrera B-Movie aus den frühen 90ern, in welchem Harvey Keitel einen abgefuckten, korrupten New Yorker Bullen spielte, der beschlagnahmte Drogen vertickt, um Wettschulden zu begleichen und Nutten bezahlt, um Erleuchtung zu erlangen, der im Dienst onaniert und splitternackt vorm Kreuz Buße tut, wird sich wohl ein wenig wundern aber auch freuen zu hören, dass ein gewisser Werner Herzog nun seinerseits Nicholas Cage losschickt, um auf dreckigen Hinterhöfen rumzuschnüffeln. Angeblich gelangte der Zusatz Bad Lieutenant eher zufällig zum Filmtitel. Eigentlich nur, weil sich auch Terence McDonagh frisch konfiszierten Stoff gleich mal selbst reinknallt, wegen der fürchterlichen Rückenschmerzen, und brave Bürgerinnen vögelt, statt sie mit einem Bußgeld zu belegen. In New Orleans, wo Herzog seine Geschichte kurz nach dem Wirbelsturm Katrina spielen lässt, reitet sich der böse Polizist dabei von einer Scheiße in die nächste, Kollateralschäden unter Sarkasmus begrabend und seinen Job als Improvisation zwischen Gesetz und Verbrechen verstehend, führt er einen wilden Drogentanz auf. Eva Mendes gibt seine Freundin als Prostituierte und Val Kilmer den farblosen Partner. Solange der Stoff gut ist und die Leguane nicht das Laptop fressen, solange die Huren die Rückenschmerzen vergessen machen und die Seele in einer Lache aus Blut und Exkrementen tanzt, wüsste McDonagh keinen Grund seinen Job an den Nagel zu hängen. Gewiß, die Spirale dreht sich abwärts, aber wer wollte schon einen schneebedeckten Hang hinaufrodeln. Dabei erklärte Werner Herzog, der Spezialist für darstellerische Grenzerfahrungen, er habe Harvey Keitels Schuld-und- Sühne-Höllenfahrt überhaupt noch nie gesehen, sondern nur einen unterhaltsamen Film machen wollen mit einem durchgeknalltem Haupthelden. Das ist ihm aber gut gelungen.

TIERE STREICHELN MENSCHEN – Beat Lesung

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Die Beat-Lesung bei der man nicht gleich giftige Blicke zugeworfen bekommt, nur weil die Lederjacke knirscht. Martin Gottschild liest Geschichten über Menschen, die es wirklich gibt und andere die eher nicht so... Mit dabei: Kurzfilme, Live-Musik von Sven van Thom und Sitzdisko mit DJ Die Goldene Leber aus Prag (SixtiesBeat/Indie-Schlager). Seien Sie dabei und machen Sie sich gefasst auf einen heiteren Abend mit einzigartig unaufdringlichem Anspruch.

Dirk Bernemann liest: „Best of“

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Dirk Bernemann, Kultautor und enfant terrible, nimmt uns mit auf einen Kreuzzug mit dem literarischen Skalpell. Von »Ich hab die Unschuld kotzen sehen« bis zu seinem neuesten Werk »Ich bin schizophren und es geht mir allen gut« lässt er uns an seinen Gedanken teilhaben. Großartig!

Donnerstag, 25.03.2010 - Mittwoch, 31.03.2010

Oscar Niemeyer - Das Leben ist ein Hauch

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00 16:00
18:15 18:15 18:15 18:15

Regie: Fabiano Maciel, (Brasilien), 2007

Mit leichter Hand entwirft der brasilianische Jahrhundertarchitekt Oscar Niemeyer Stadtansichten, die dem geschwungenen Leib einer schlafenden Schönen gleichen, lässt UFO‘s wie federleichte Museen überm Wasser schweben und macht Innenräume obendrein für den Menschen sinnlich erfahrbar. Die wenigsten seiner Kollegen können dies alles gleichzeitig. Er kann noch mehr. Er bringt sein Bewunderer und Kollegen dazu, solche Sätze vor laufender Kamera zu sagen: „Die hügelige Landschaft rund um Rio sei von Gott an dem Tag geschaffen worden, an dem er dachte, er sei Oscar Niemeyer“. Vor zwei Jahren wurde Niemeyer 100 Jahre alt und erzählt in dieser wunderschönen Dokumentation von den über 600 Gebäuden, die er entwarf und von dem Leben, das er ihnen einhauchte.

So sind die Tage und der Mond

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30 17:30
18:30
20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Claude Lelouch, (Frankreich), 1990

KultKino - Alle Jahre wieder!

Vollmond, das ist die Nacht der Liebenden. Derer, die sich trennen und derer, die sich finden. Wenn in dieser Nacht auch noch die Sommerzeit beginnt, dann ist es die Nacht der Gehetzten und Gejagten, entnervt von der Unzulänglichkeit dieser unnützen Erfindung. Einmal um die Uhr, abzüglich einer Stunde, comedie française. Regisseur Claude Lelouchs 31.Film überrascht mit einem traumhaft schwerelos inszenierten Balanceakt zwischen täglicher Ebbe und Flut, Trennen und Verlieben, Schmerz und Heiterkeit.
Lelouch, der mit seinen über vierzig Filmen in Frankreich abwechselnd als genial und trivial gehandelt wird, beleuchtet mit Hilfe des mystisch verklärten Vollmondes einen kleinen Kosmos ausgesuchter Schicksale. Mit leichter Hand komponiert er ein Klavierstück über dreizehn Personen und ebensoviele Liebesgeschichten. Jedes einzelne Schicksal erfährt in der Nacht, in der Vollmond ist und das Leben unvermittelt um eine Stunde kürzer scheint, eine ganz besondere Wendung.
Man wird den Geschäftstermin verpassen, das Flugzeug, die Frau seines Lebens oder seinen Mörder. Eine Mutter verliert ihre Tochter, ein Küchenchef seine Illusionen und einer wird sein Leben verlieren.

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00
22:00 22:00
22:15 22:15 22:15 22:15
23:00

Regie: Werner Herzog, (USA), 2009

Das Debüt im Thalia - Dresdner Erstanspiel

Wer sich noch erinnert an ein verstörendes Abel Ferrera B-Movie aus den frühen 90ern, in welchem Harvey Keitel einen abgefuckten, korrupten New Yorker Bullen spielte, der beschlagnahmte Drogen vertickt, um Wettschulden zu begleichen und Nutten bezahlt, um Erleuchtung zu erlangen, der im Dienst onaniert und splitternackt vorm Kreuz Buße tut, wird sich wohl ein wenig wundern aber auch freuen zu hören, dass ein gewisser Werner Herzog nun seinerseits Nicholas Cage losschickt, um auf dreckigen Hinterhöfen rumzuschnüffeln. Angeblich gelangte der Zusatz Bad Lieutenant eher zufällig zum Filmtitel. Eigentlich nur, weil sich auch Terence McDonagh frisch konfiszierten Stoff gleich mal selbst reinknallt, wegen der fürchterlichen Rückenschmerzen, und brave Bürgerinnen vögelt, statt sie mit einem Bußgeld zu belegen. In New Orleans, wo Herzog seine Geschichte kurz nach dem Wirbelsturm Katrina spielen lässt, reitet sich der böse Polizist dabei von einer Scheiße in die nächste, Kollateralschäden unter Sarkasmus begrabend und seinen Job als Improvisation zwischen Gesetz und Verbrechen verstehend, führt er einen wilden Drogentanz auf. Eva Mendes gibt seine Freundin als Prostituierte und Val Kilmer den farblosen Partner. Solange der Stoff gut ist und die Leguane nicht das Laptop fressen, solange die Huren die Rückenschmerzen vergessen machen und die Seele in einer Lache aus Blut und Exkrementen tanzt, wüsste McDonagh keinen Grund seinen Job an den Nagel zu hängen. Gewiß, die Spirale dreht sich abwärts, aber wer wollte schon einen schneebedeckten Hang hinaufrodeln. Dabei erklärte Werner Herzog, der Spezialist für darstellerische Grenzerfahrungen, er habe Harvey Keitels Schuld-und- Sühne-Höllenfahrt überhaupt noch nie gesehen, sondern nur einen unterhaltsamen Film machen wollen mit einem durchgeknalltem Haupthelden. Das ist ihm aber gut gelungen.

Briefe eines toten Mannes

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00

Regie: Konstantin Lopuschanski, (UdSSR), 1986

Unsere Lieblings Filmgalerie PHASE IV präsentiert & moderiert das Themen-Spezial:
THINGS TO COME - FILMISCHE DYSTOPIEN

Betritt man den Raum, worin die Menschheit seit Jahren ihre schlimmsten Albträume verborgen hält, stehen die Filmrollen fein säuberlich aufgereiht: artifizielle Ellipsen wie La Jetée, philosophisch grundierte Landschaften wie Stalker oder hochbrisante Sarkasmen wie Kubricks Bombe. Kürzlich erst kam eine geschwätzige Jahreszahl dazu oder ein postapokalyptisches Rodamovie. Aber selbst hier gibt es nochmal so etwas wie einen Giftschrank der utopischen Erinnerungen. In welchem vergangene und ungeborene Offenbarungen lauern, um uns eine Spielfilmdauer lang zu erschrecken mit den Dingen, die noch kommen mögen. Solch ein dystopisches Paket schnürt die Filmgalerie Phase IV im Monat März und legt obenauf die Briefe eines toten Mannes. Geschrieben im trüben Licht einer einzelnen Glühbirne, stammen sie aus der Feder des verzweifelten Physikers und Nobelpreisträgers Bykov. Während an der Oberfläche Tag und Nacht ausgelöscht sind, richtet er nachdenkliche Zeilen an den Sohn, immer gegen die Wahrscheinlichkeit anschreibend, dass der wie die ungezählten Körper außerhalb des Bunkers im nuklearen Schlagabtausch zu Tode kam. Selten hat man in der modernen Filmgeschichte das beklemmende Gefühl verspürt, die Verfasser eines Stoffes agierten aus der puren Existenzangst heraus, wie hier bei Regisseur Lopuschanski und seinen Autoren Rybakow und Boris Strugatski. Vor 25 Jahren, auf dem Gipfel der atomaren Aufrüstung, entwarfen sie ein zutiefst bedrohliches Szenario. Steckten ein paar alte Leute und etliche Kinder in Lumpen, bombadierten eine stillgelegte Müllhalde und warteten, bis es Nacht wurde, um eine Handvoll beängstigender Einstellungen zu drehen. Wie von einer Art Stalker ohne Tageslicht, angesiedelt lange nach The Day After. Als hätte der Blade Runner alle seine Darsteller verschluckt und die Jahreszahl 1984 steckte unter saurem Regen und Schutt lebendig begraben. Während irgendwo zehn Stockwerke tiefer ein alter Mann Hoffnungsfunken und Schuldgeständnisse zu Papier bringt, um für die Nachgeborenen, so es sie geben sollte, ein Memento zu verfassen.

Donnerstag, 01.04.2010 - Mittwoch, 07.04.2010

A Serious Man (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

A Serious Man

Regie: Ethan & Joel Coen, (USA/Großbritannien/Frankreich), 2009

Das Original ist besser! Original version with German subtitles
Exklusiv im Thalia - englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Wenn die Coen-Brüder die Geschichte eines ernsthaften Mannes erzählen, dann wird es nicht lange ernsthaft zugehen.
Eigentlich lebt Larry Gropnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Professor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Larrys Gattin verlangt plötzlich die Scheidung, um mit ihrem selbstgefälligen neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sein Sohn schwänzt die Schule, die Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch rum. Und als ob die Familie nicht schon genügend Probleme bereiten würde, gerät auch noch Larrys Karriere ins Trudeln: Anonyme Briefschreiber verbreiten falsche Anschuldigungen über ihn, und außerdem versucht ein Student, ihn zu bestechen. Larry sucht Hilfe und hofft diese bei einem Rabbi zu finden. Doch auch das ist leichter gesagt, als sie zu bekommen…
Nach den Oscar-prämierten Filmen folgt die wohl schwärzeste Komödie, mit beißendem Spott und genüsslicher Schadenfreude schildern sie, wie das Leben eines ganz normalen Mannes total den Bach hinuntergeht...

Ein Prophet

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00 22:00 22:00 22:00 22:00 22:00 22:00

Regie: Jacques Audiard, (Frankreich/Italien), 2009

Der allein stehende 19-jährige Malik wird zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Der Franzose maghrebinischer Abstammung landet daraufhin in einem Gefängnis, das von einer korsischen Mafiagruppe unter Führung von César Luciano kontrolliert wird. Der Mafiapate bietet dem ungebildeten, unreligiösen Jungen von der Straße an, einen arabischen Mithäftling zu töten und ihm im Gegenzug dafür Schutz unter den Schwerstkriminellen zu gewähren.
In den nächsten Monaten lernt sich Malik gut anzupassen. Erfolgreich nimmt der Analphabet an einem Lese- und Schreibkurs teil und erlernt auch die korsische Sprache. Er organisiert einen Drogendeal und knüpft Kontakte zur muslimischen Gefängnisgruppe. Malik gelingt es, die verschiedenen Clans gegeneinander auszuspielen und schließlich auch das Vertrauen der muslimischen Gefängnisgruppe zurückzugewinnen. Bei seiner Haftentlassung ist er mühelos zum einflussreichen Kriminellen aufgestiegen und hat den alternden Luciano in den Schatten gestellt.
Der Film sorgte für Begeisterung auf Festivals und erhielt zahlreiche Preise, darunter der Große Preis der Jury in Cannes und zwei Europäische Filmpreise.