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Kinoprogramm Donnerstag, 21.07.2016 - Mittwoch, 27.07.2016

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Cho Sung-hyung, (Deutschland), 2016

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Die Frankfurter Filmemacherin Sung-Hyung Cho wuchs als gebürtige Südkoreanerin mit der Vorstellung auf, das nördliche Nachbarland sei von Monstern bevölkert. In der Schule lernte sie, dass Nordkoreaner rote Haut und zwei Hörner am Kopf hätten. Als erste südkoreanische Filmemacherin überhaupt erhielt sie eine offizielle Drehgenehmigung für das Land jenseits der Grenze und somit die Chance, sich von ihren Vorurteilen zu verabschieden und ihr vorgefertigtes Bild von den wie Roboter wirkenden Menschen im Norden zu revidieren.

»Meine Brüder und Schwestern im Norden« porträtiert die Menschen hinter den hartnäckigen Klischees und Stereotypen eines unverstandenen Landes und gibt Einblicke hinter die protzige Propagandafassade einer uns verschlossenen Lebenswelt. Die Menschen, denen Sung-Hyung Cho auf ihrer Reise durch das Land begegnet - Soldatinnen, Bauern, Maler, Näherinnen - sind keine Zufallsbekanntschaften, sondern wurden vom Regime ausgesucht. Trotzdem nähert sie sich ihren Protagonisten dabei aufrichtig interessiert, respektvoll und vor allem ohne jegliche Wertung. So kommt ein fröhliches Volk zum Vorschein, dessen Liebe zu „ihrem Führer“ uns mehr als einmal sonderbar erscheint, das seine Wünsche und die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der beiden Koreas aber noch längst nicht aufgegeben hat.

Nach »Full Metal Village«, »Endstation der Sehnsüchte« und »Verliebt, Verlobt, Verloren« der neue Heimatfilm von Sung-Hung Cho.

The Assassin

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Hou Hsiao-hsien, (Taiwan/China/Hongkong/Frankreich), 2015

Darsteller: Qi Shu, Chang Chen, Satoshi Tsumabuki u.a.

The Assassin

Trailer: http://bit.ly/29Kxa4a

China, im neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die Künste gedeihen, allen voran die Dichtkunst. Erstmals wird die poetische Idee der romantischen Liebe weithin gefeiert. Doch den Alltag der Menschen bestimmt ganz anderes: die Macht der Tang-Dynastie zerbröckelt, Ränke auf höchster Ebene vergiften die Atmosphäre. In diesem Spannungsfeld zwischen Privatem, Poesie und Politik erzählt der taiwanesische Meisterregisseur Hou Hsiao-Hsien eine so lyrische wie actionreiche Geschichte. Deren leuchtende Zentralgestalt ist die schöne Nie Yin-Niang. Sie ist eine Meisterin in der Kunst des Tötens. Nie Yin-Niang arbeitet als professionelle Attentäterin.

Als Kind von zehn Jahren wurde sie einst in die Fremde geschickt. Dort hat eine taoistische Nonne das Mädchen ausgebildet, zu einer Killermaschine von höchster Präzision. Ihre Fähigkeit soll sie nun, dreizehn Jahre später, im Dienst der Machterhaltung der Zentralregierung einsetzen. Die junge Frau wird in ihre einstige Heimat entsandt. Der Befehl: Nie Yin-Niang soll Tian Jian töten, den Gouverneur der größten militärischen Provinz im Norden Chinas. Er ist für sie kein Unbekannter. Denn als Kind war sie ihm, ihrem Cousin, einst zur Ehefrau versprochen worden. Die Konfrontation mit der Vergangenheit setzt Nie Yin-Niang zunächst widerstreitenden Gefühlen aus. Da ist einerseits die melancholische Erinnerung an eine Liebe, andererseits die Pflicht gegenüber den Auftraggebern. Sie nicht zu erfüllen, bedeutet einen ungeheuren Ehrverlust. Dazu sieht sich die Attentäterin mitten im Sturm politischer Probleme. Denn tötet sie den Gouverneur, werden dessen minderjähriger Sohn und damit dessen Mutter, Tian Jians machtbesessene und intrigante Gemahlin, die Provinz beherrschen. Nie Yin-Niang muss schwerwiegende Entscheidungen treffen – für sich und für ihre Heimat.

Das Debüt im Thalia - Dresdner Erstanspiel

Das Original ist besser!The Neon Demon (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Nicolas Winding Refn, (USA/Frankreich/Dänemark), 2016

Darsteller: Elle Fanning, Keanu Reeves, Jena Malone u.a.

The Neon Demon (OmdU)

Nicolas Winding Refn (»Drive«) kehrt mit einem verstörenden Film nach Los Angeles zurück. Model-Horrorfilm nennen es manche ironisch, eine Auseinandersetzung mit der Glitzerwelt der Mode andere. Der Film ist aber keine moralinsaure oder sozialromantische Anklage. Winding Refn ist Kinomagier genug, um die Erwartungshaltungen zu unterlaufen und seine eigenen Ansprüche umzusetzen.

So sorgte der Film in Cannes auch für teils laute Ablehnung, viele Kritiker aber waren begeistert und voll des Lobes für das solcherart ungewöhnliche Kino. Auf die teils harschen Reaktionen in der anschließenden Pressekonferenz angesprochen meinte Refn cool, ""es wäre eine Niederlage, wenn der Film keine Reaktion provoziert hätte.""

Thomas Schultze von Blickpunkt:Film schreibt : ""Wie das dann allerdings passiert, ist so over the top und pures Kino, wie es sich nur ein Narzisst wie Refn zusammen spinnen kann.""

»The Neon Demon« erzählt von dem aufstrebenden Model Jesse, das nach L.A. kommt. Dies ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, Glamourwelt, Schauplatz zahlloser Träume und Abgründe. Jesse, eine 16-jährige Schönheit vom Land, erobert mit ihrem Aussehen die Stadt im Sturm, ahnt aber nicht, dass ihre Jugend und Lebendigkeit schon bald den Neid anderer auf sich ziehen werden. Die wollen im wahrsten Sinne des Wortes so schön sein wie Jesse. Und scheuen dabei keinerlei Mittel, um das zu bekommen, was sie nicht haben…

ak