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Kinoprogramm Donnerstag, 23.02.2017 - Mittwoch, 01.03.2017

Das Original ist besser!La La Land (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:45
19:45

Regie: Damien Chazelle, (USA), 2016

Darsteller: Emma Stone, Ryan Gosling, Finn Wittrock u.a.

La La Land (OmdU)

Verdammt, schon wenn man die Namen der Hauptdarsteller liest, will man sich sofort seine Kinokarte sichern. Immerhin wird das Liebespaar, das die Handlung bestimmt, von niemand Geringerem gespielt als Emma Stone und Ryan Gosling. Das klingt mehr als vielversprechend.

Doch leider gibt es - für den ein oder anderen - jetzt den entscheidenden Dämpfer: Es handelt sich hierbei nämlich um ein Musical. Ja, ganz recht. Ryan Gosling und Emma Stone sind Teil eines bunten, lauten, überschäumenden Musicals. Wen das nicht abschreckt, dem lass gesagt sein: Es ist ein Heidenspaß!

Das sehen übrigens auch einige Fachjurys so. Immerhin ist der Film heißer Anwärter auf einen Golden Globe (sieben Nominierungen) und auch für den OSCAR wird er hoch gehandelt.

Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Sie treffen sich; sie verlieben sich; sie träumen gemeinsam von einer Karriere - sie als Schauspielerin, er als erfolgreicher Jazzmusiker. Doch das Leben legt ihnen und ihren Hoffnungen Steine in den Weg. Ob ihre junge Liebe diese überwinden kann? Seht selbst.

Ein Feuerwerk im Kinoformat - so könnte man das Werk von Damien Chazelle, der weltweit erstmals mit seinem Film »Whiplash« für Furore sorgte, beschreiben. Nicht für jedermann geeignet, aber wer auf Musicals steht (oder auf die Hauptdarsteller), der wird begeistert sein.

juko

Neruda (deutsche Synchronisation)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Regie: Pablo Larraín, (Frankreich/Spanien/Argentinien/Chile), 2016

Darsteller: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Alfredo Castro u.a.

Neruda (deutsche Synchronisation)

Als Kommunist steckt man immer in Schwierigkeiten. Gerade in Chile, nach dem 2. Weltkrieg, wenn die USA beschließen, Ausschau zu halten nach Vertretern linker Gesinnung und beginnen, wie überall auf dem Planeten, Schützengräben für den kalten Krieg auszuheben. Dem hochverehrten Dichter des chilenischen Volkes und gewählten Senator Pablo Neruda (Luis Gnecco), der sein Staatsoberhaupt aus alter Freundschaft einen Verräter und amerikanischen Vampir nennt, ereilt das Schicksal seiner Parteigenossen. Wer nicht ins Gefängnis, schlimmer noch, ins KZ eines gewissen Pinochet will, muss in den Untergrund. Pah! Genossen! Untergrund klingt doch kein bisschen nach einer wilden Hatz. Unter einem Bett wird er sich nicht verstecken. Neruda liebt die Menschen. Allen voran das weibliche Geschlecht, er sucht ihre Nähe und tauscht Verse gegen Zärtlichkeiten. Und wenn doch einer käme und ihn jagte, der solle seinen Tanz bekommen… Ein wenig cineastische Bildung oder ein flottes Telefon wissen zu berichten, Neruda gelangte wohlbehalten nach Europa, daher darf man sich ganz unbeschwert freuen auf den bevorstehenden Teil des Tanzes. Choreografiert hat ihn Pablo Larraín, dessen »El Club«, davor »No!« enorme Stilsicherheit bezeugen. Verwegen blinzelt die Kamera in die Sonne, aus dem Off, wie Natalie Portman in »Jackie«, murmelt hier listig der Jäger. Es ist Oscar Peluchoneau (Gael García Bernal), der Polizeichef persönlich, der sich müht, den Barden im Hurenhaus wieder zu erkennen. Oder im Schaufenster. Er wird ihn fangen. Er muss. Ins Netz gehen ihm allein Nerudas Romane, die der Dichter unentwegt vor die Füße seiner Häscher wirft. Für ihn ist die Flucht eine Reise ins Herz des chilenischen Volkes und immerzu generiert er dabei Material für seinen Canto General, zieht eine Grenze zwischen Gut und Böse, klagt an und fordert Strafe. Am Ende jeder Zeile. Der Polizist wähnt sich mehr und mehr als eine Nebenfigur, wie in einem von Nerudas Romanen, immer gewahr, mit einem Federstrich aus der Geschichte zu fliegen. Apropos, der Mann besitzt sogar die Größe, sich einzugestehen, dass er einen Adler jagte. Ohne fliegen zu können.

Alpa Kino

Bundesstart

Das Original ist besser!Elle (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:00
21:00

Regie: Paul Verhoeven, (Frankreich/Deutschland/Belgien), 2016

Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny u.a.

Elle (OmdU)

Oh,… als Buchtitel. Oh,… als irritierter Laut. Dem Schriftsteller Philippe Djian genügten zwei Buchstaben, um den Lesern auszumalen, von welcher mentalen Statur seine Heldin ist. Michèle Leblanc wird in ihrem Haus von einem maskierten Eindringling vergewaltigt. Sie fegt die Scherben zusammen, nimmt ein Bad und ruft sich etwas Sushi herbei. Der Eingangs beschriebene Laut bleibt eine ganze Weile ihr einziger Kommentar zu dem Geschehen. Trotzdem wirkt Michèle fokussiert. Sie rüstet auf; besorgt Reizgas und ein Campingbeil, neue Schlösser im ganzen Haus, und erledigt die wichtigen Dinge zuerst. Die Mutter, eine Seniorin mit vitaler Libido, muss ein wenig überwacht werden. Der Sohn, ein liebesblinder Trottel, braucht finanziellen Beistand. Der Ex, ein verkannter Literat, wird wegen der falschen Werke geliebt… Für alles wüsste Michèle eine befriedigende Lösung. Befriedigung ist ihr Job. Sie leitet eine Softwareschmiede für Computerspiele, Sex & Crime. Im Büro vögelt sie mit Robert, dem Mann ihrer besten Freundin. Nachdem sie den Beiden und ihrem Ex-Mann beim Diner erzählt hat, was ihr widerfahren ist. Oh,… und du rufst nicht die Polizei? Diese Geschichte ist angefüllt mit Erstaunen. Einer von Michèles Angestellten projiziert auf alle Bildschirme eine Vergewaltigungsfantasie, der Sohn lässt sich ein farbiges Kind andrehen und Michèles Vater sitzt im Knast als verurteilter Massenmörder. Unerschütterlich bleibt einzig Michèle. Ihr Peiniger beginnt Botschaften zu schicken. Wahlweise als Textmitteilung oder Ejakulat auf's Tablet. Vom Sex mit Robert hat sie genug und klärt dessen Frau auf… Ein Wort zur Spannung; dem 77-jährigen Regisseur Paul Verhoeven gefiel es, sich mit diesem Film seitwärts in die Büsche zu schlagen. Fort von den Trampelpfaden des Genres. Und so präsentiert er ungefähr zur Hälfte des Filmes die Identität des Vergewaltigers. Um damit endlich dieses Level des Spiels verlassen und ein neues erreichen zu können. Man muss abgezockt sein, um einen Top-Score zu erlangen. Oh,… und wenn es eine gibt, die abgezockt ist, dann Isabelle Huppert. Genau diese 63-jährige Dame hatte Djian im Kopf, als er zur Feder griff.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Live Übertragung der 89. Verleihung des Academy Award

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
23:55

Im Saal darf geknabbert, geweint, gelästert, gelacht, geschwelgt und geschlafen werden, die Werbepausen kann man am Tresen verbringen und der Eintritt ist selbstredend frei.

Das Original ist besser!Hell or High Water (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: David Mackenzie, (USA), 2016

Darsteller: Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster u.a.

Hell or High Water (OmdU)

Als Frau kann man sich Jeff Bridges ja in jeder Lebenslage und zu jeder Tageszeit anschauen. Ob als Model für Marco Polo, im Bademantel als Dude oder jetzt eben als Fast-Rentner in »Hell or High Water« - Bridges geht immer! Das Großartige dabei? Männer sehen das nicht anders. Und so steht dem Kino-Date bzw. diesem filmischen Hochgenuss nichts, aber auch gar nichts im Wege. Alles andere wäre auch sträflich, denn es wird wieder kälter draußen und die Verleihe bringen nach einem langen Sommer endlich wieder richtig gute Filme in die Kinos. »Hell or High Water« ist nicht weniger als ein packendes Katz-und-Maus-Spiel, verpackt in einem texanischen Western und garniert mit drei herausragenden Schauspielern. Noch bevor alle Hintergründe erklärt sind, hat man schon Verständnis für die beiden Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster), die mit eher unkonventionellen Methoden versuchen, das Haus ihrer verstorbenen Mutter vor dem Verkauf zu retten. Ein Bankraub folgt dem anderen und bald ist ihnen Texas Ranger Marcus Hamilton (Bridges) auf den Fersen. Obwohl er die Täter noch nicht kennt, ist ihm klar, dass sie ein konkretes Ziel mit ihren Überfällen verfolgen. Fahrt nimmt die wilde Hatz erst auf, als Tanner in einer Bank einen Security-Mann erschießt. Dass es so weit kommen würde, war schon mit Beginn des Films klar, denn in Texas geht nun einmal jeder schwer bewaffnet in die Bank. Was Regisseur David Mackenzie aus dem Stoff macht, ist nicht weniger als ein brillanter Western mit gequälten, vielschichtigen Charakteren, karger Landschaft und verdammt viel Staub. Anschauen!

Viktoria Franke

Das Original ist besser!The Salesman - Forushande (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:45

Regie: Asghar Farhadi, (Frankreich/Iran), 2016

Darsteller: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi u.a.

The Salesman - Forushande (OmdU)

Im heutigen Teheran führen Rana und Emad eine moderne Ehe. Gebildet, gleichberechtigt und an Kultur interessiert. Emad ist Lehrer für Literatur, ein sympathischer Typ und bei seinen Jungs beliebt. Am Abend proben die beiden zusammen mit Freunden für eine Aufführung von Arthur Millers Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden.“

Als durch eine Baugrube auf dem Nebengrundstück das Haus absackt und einzustürzen droht, müssen sie fluchtartig ihre Wohnung verlassen. Ein Ensemblekollege verhilft den beiden kurzfristig zu einer neuen Bleibe, was im dicht besiedelten Teheran gar nicht so einfach ist. Plötzlich wird Rana von einem Unbekannten im Badezimmer überrascht und findet sich danach im OP des Krankenhauses wieder. Sie erfahren, dass ihre Vormieterin einen zweifelhaften Ruf hatte.

Rana möchte keinesfalls darüber sprechen und weigert sich auch, zur Polizei zu gehen. Daraufhin begibt sich Emad nun selbst auf die Suche nach dem Täter. Doch statt sich um das Wohl seiner Frau zu bemühen, geht es ihm immer mehr vor allem darum, was die Nachbarn denken, um den Ruf und die Ehre. Die beiden verstricken sich immer mehr in Schuldzuweisungen und Scham. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt und droht zunehmend, daran zu zerbrechen.

Asghar Farhadi (Regie, Oscar 2012 für »Nader Und Simin - eine Trennung«) verknüpft die Handlung um Emad und Rana mit einem cleveren Kunstgriff mit Arthur Millers berühmtem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“. Er eröffnet damit eine neue Erzählstruktur und unzählige subtile Deutungsmöglichkeiten. Plötzlich erscheint das heutige Teheran wie das alte New York Millers.

BSC

Das Original ist besser!Neruda (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00
21:30

Regie: Pablo Larraín, (Frankreich/Spanien/Argentinien/Chile), 2016

Darsteller: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Alfredo Castro u.a.

Neruda (OmdU)

Als Kommunist steckt man immer in Schwierigkeiten. Gerade in Chile, nach dem 2. Weltkrieg, wenn die USA beschließen, Ausschau zu halten nach Vertretern linker Gesinnung und beginnen, wie überall auf dem Planeten, Schützengräben für den kalten Krieg auszuheben. Dem hochverehrten Dichter des chilenischen Volkes und gewählten Senator Pablo Neruda (Luis Gnecco), der sein Staatsoberhaupt aus alter Freundschaft einen Verräter und amerikanischen Vampir nennt, ereilt das Schicksal seiner Parteigenossen. Wer nicht ins Gefängnis, schlimmer noch, ins KZ eines gewissen Pinochet will, muss in den Untergrund. Pah! Genossen! Untergrund klingt doch kein bisschen nach einer wilden Hatz. Unter einem Bett wird er sich nicht verstecken. Neruda liebt die Menschen. Allen voran das weibliche Geschlecht, er sucht ihre Nähe und tauscht Verse gegen Zärtlichkeiten. Und wenn doch einer käme und ihn jagte, der solle seinen Tanz bekommen… Ein wenig cineastische Bildung oder ein flottes Telefon wissen zu berichten, Neruda gelangte wohlbehalten nach Europa, daher darf man sich ganz unbeschwert freuen auf den bevorstehenden Teil des Tanzes. Choreografiert hat ihn Pablo Larraín, dessen »El Club«, davor »No!« enorme Stilsicherheit bezeugen. Verwegen blinzelt die Kamera in die Sonne, aus dem Off, wie Natalie Portman in »Jackie«, murmelt hier listig der Jäger. Es ist Oscar Peluchoneau (Gael García Bernal), der Polizeichef persönlich, der sich müht, den Barden im Hurenhaus wieder zu erkennen. Oder im Schaufenster. Er wird ihn fangen. Er muss. Ins Netz gehen ihm allein Nerudas Romane, die der Dichter unentwegt vor die Füße seiner Häscher wirft. Für ihn ist die Flucht eine Reise ins Herz des chilenischen Volkes und immerzu generiert er dabei Material für seinen Canto General, zieht eine Grenze zwischen Gut und Böse, klagt an und fordert Strafe. Am Ende jeder Zeile. Der Polizist wähnt sich mehr und mehr als eine Nebenfigur, wie in einem von Nerudas Romanen, immer gewahr, mit einem Federstrich aus der Geschichte zu fliegen. Apropos, der Mann besitzt sogar die Größe, sich einzugestehen, dass er einen Adler jagte. Ohne fliegen zu können.

Bundesstart - Das Original ist besser!

Elle (deutsche Synchronisation)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Regie: Paul Verhoeven, (Frankreich/Deutschland/Belgien), 2016

Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny u.a.

Elle (deutsche Synchronisation)

Oh,… als Buchtitel. Oh,… als irritierter Laut. Dem Schriftsteller Philippe Djian genügten zwei Buchstaben, um den Lesern auszumalen, von welcher mentalen Statur seine Heldin ist. Michèle Leblanc wird in ihrem Haus von einem maskierten Eindringling vergewaltigt. Sie fegt die Scherben zusammen, nimmt ein Bad und ruft sich etwas Sushi herbei. Der Eingangs beschriebene Laut bleibt eine ganze Weile ihr einziger Kommentar zu dem Geschehen. Trotzdem wirkt Michèle fokussiert. Sie rüstet auf; besorgt Reizgas und ein Campingbeil, neue Schlösser im ganzen Haus, und erledigt die wichtigen Dinge zuerst. Die Mutter, eine Seniorin mit vitaler Libido, muss ein wenig überwacht werden. Der Sohn, ein liebesblinder Trottel, braucht finanziellen Beistand. Der Ex, ein verkannter Literat, wird wegen der falschen Werke geliebt… Für alles wüsste Michèle eine befriedigende Lösung. Befriedigung ist ihr Job. Sie leitet eine Softwareschmiede für Computerspiele, Sex & Crime. Im Büro vögelt sie mit Robert, dem Mann ihrer besten Freundin. Nachdem sie den Beiden und ihrem Ex-Mann beim Diner erzählt hat, was ihr widerfahren ist. Oh,… und du rufst nicht die Polizei? Diese Geschichte ist angefüllt mit Erstaunen. Einer von Michèles Angestellten projiziert auf alle Bildschirme eine Vergewaltigungsfantasie, der Sohn lässt sich ein farbiges Kind andrehen und Michèles Vater sitzt im Knast als verurteilter Massenmörder. Unerschütterlich bleibt einzig Michèle. Ihr Peiniger beginnt Botschaften zu schicken. Wahlweise als Textmitteilung oder Ejakulat auf's Tablet. Vom Sex mit Robert hat sie genug und klärt dessen Frau auf… Ein Wort zur Spannung; dem 77-jährigen Regisseur Paul Verhoeven gefiel es, sich mit diesem Film seitwärts in die Büsche zu schlagen. Fort von den Trampelpfaden des Genres. Und so präsentiert er ungefähr zur Hälfte des Filmes die Identität des Vergewaltigers. Um damit endlich dieses Level des Spiels verlassen und ein neues erreichen zu können. Man muss abgezockt sein, um einen Top-Score zu erlangen. Oh,… und wenn es eine gibt, die abgezockt ist, dann Isabelle Huppert. Genau diese 63-jährige Dame hatte Djian im Kopf, als er zur Feder griff.

Alpa Kino

The Salesman (deutsche Synchronisation)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:45

Regie: Asghar Farhadi, (Frankreich/Iran), 2016

Darsteller: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi u.a.

The Salesman (deutsche Synchronisation)

Im heutigen Teheran führen Rana und Emad eine moderne Ehe. Gebildet, gleichberechtigt und an Kultur interessiert. Emad ist Lehrer für Literatur, ein sympathischer Typ und bei seinen Jungs beliebt. Am Abend proben die beiden zusammen mit Freunden für eine Aufführung von Arthur Millers Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden.“

Als durch eine Baugrube auf dem Nebengrundstück das Haus absackt und einzustürzen droht, müssen sie fluchtartig ihre Wohnung verlassen. Ein Ensemblekollege verhilft den beiden kurzfristig zu einer neuen Bleibe, was im dicht besiedelten Teheran gar nicht so einfach ist. Plötzlich wird Rana von einem Unbekannten im Badezimmer überrascht und findet sich danach im OP des Krankenhauses wieder. Sie erfahren, dass ihre Vormieterin einen zweifelhaften Ruf hatte.

Rana möchte keinesfalls darüber sprechen und weigert sich auch, zur Polizei zu gehen. Daraufhin begibt sich Emad nun selbst auf die Suche nach dem Täter. Doch statt sich um das Wohl seiner Frau zu bemühen, geht es ihm immer mehr vor allem darum, was die Nachbarn denken, um den Ruf und die Ehre. Die beiden verstricken sich immer mehr in Schuldzuweisungen und Scham. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt und droht zunehmend, daran zu zerbrechen.

Asghar Farhadi (Regie, Oscar 2012 für »Nader Und Simin - eine Trennung«) verknüpft die Handlung um Emad und Rana mit einem cleveren Kunstgriff mit Arthur Millers berühmtem Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“. Er eröffnet damit eine neue Erzählstruktur und unzählige subtile Deutungsmöglichkeiten. Plötzlich erscheint das heutige Teheran wie das alte New York Millers.

BSC