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Kinoprogramm Donnerstag, 19.07.2018 - Mittwoch, 25.07.2018

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15

Regie: Agnès Varda, Jean „JR“ René, (Frankreich), 2017

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Der junge François Truffaut schrieb über Agnès Varda zu Beginn ihrer Filmkarriere, ihr mache das Filme drehen Spaß. Das könne man sehen, also solle man sich ihre Filme gefälligst auch mit Freude anschauen. Ja, mit was denn sonst? Bei ihrem aktuellen Filmspaß schnappt sich die Grande Dame des französischen Films den 33-jährigen Fotografen und Streetart-Künstler JR (Jean Rene) und besteigt mit ihm das rollende Polaroid-Mobil. Welches in Echtzeit riesige s/w Plots ausspuckt, die JR gern zu großen Portraits zusammenbaut und an alle verfügbaren Fassaden klebt. Gemeinsam kutschieren die Beiden mit ihrem Projekt »Visages villages« quer durch Frankreich. Im Land derer, die einst die Photographie erfanden wie auch die Kinematographie, hinterlassen sie eine wunderbare Spur. Die 90-jährige Großmutter der Nouvelle Vague nutzt die Gelegenheit noch einmal zu tun, was sie am besten kann; Menschen begegnen und ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Dabei war der Zufall immer schon Madame Vardas bester Regieassistent. Der Zufall, oder sollte man besser sagen das Glück, castet ehemalige Bergarbeiter, Kellnerinnen, Fabrikarbeiter oder deren Witwen und während sie erzählen, wo sie der Schuh drückt, klebt JR bereits Teile ihres Gesichtes an Häuserwände. Auf ihrer Tour de France besuchen sie auch das Grab von Henri Cartier-Bresson und schauen bei Jean-Luc Godard, einem alten Freund der Varda, rein, um ein für alle Mal die Sonnenbrillenfrage zu klären. Wenn Madame Varda mit diesem OSCAR-nominierten Film wirklich die Filmkamera aus der Hand legen sollte, werden ihre Augen, auf einem Güterzug klebend, sich das Land trotzdem noch lange ansehen. Mit Freude.

Alpa Kino

Das Original ist besser!The Rider (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Chloé Zhao, (USA), 2017

Darsteller: Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau u.a.

The Rider (OmdU)

»The Rider« ist ein Film über einen Rodeo-Reiter, der nach einem Unfall wieder seinen Platz im Leben sucht. Es geht um Pferde, Cowboys und um das Leben in Süddakota.

Brady Blackburn (Brady Jandreau) ist ein bekannter und gefeierter Rodeo-Reiter. Dann der Schock. Während einer Show passiert ihm ein schwerer Sturz. Brady verletzt sich gefährlich am Kopf. An Rodeo ist erstmal nicht mehr zu denken. Von einem Tag auf den anderen verliert er damit auch seinen Job. Was soll werden, wenn er nie wieder Rodeo reiten kann? Oder überhaupt nie wieder reiten kann?

Brady stammt von den Dakota-Sioux ab. Mit Pferden verbindet ihn sein ganzes Leben. In seiner Familie und seiner Kultur müssen Männer reiten. Ansonsten sind sie keine echten Männer. Sie definieren sich darüber. Demzufolge zeigt sich der Vater auch wenig mitfühlend gegenüber seinem versehrten Sohn. Eine vertrackte Situation. Und seinen besten Freund Lane ständig vor Augen zu haben, der nach einem Rodeounfall sogar im Rollstuhl sitzt, ist auch nicht hilfreich.

Dazu kommt noch, dass die Gegend im Pine Ridge Reservat nun wirklich wenig Möglichkeiten bietet, seine Brötchen zu verdienen. Und so kreisen seine Gedanken immer wieder darum, was seine neue Identität sein könnte.

Der Film erzählt die wahre Geschichte und tragische Biographie von Brady Jandreau. Er spielt sich sozusagen selbst. Auch andere Mitglieder der Familie Jandreau spielen mit: Tim und Lilly Jandreau. Regisseurin Chloé Zhao kam während der Arbeit an ihrem Debüt »What They Don't Talk About When They Talk About Love« auf die Idee zum Film. Sie traf ihn auf einer Ranch in einer Gruppe Cowboys. Im Mai 2017 lief der Film erstmals während der Filmfestspiele von Cannes.

BSC

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.

Auf der Suche nach Ingmar Bergman

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00 18:00

Regie: Margarethe von Trotta, Felix Moeller, (Deutschland), 2018

Auf der Suche nach Ingmar Bergman

Margarethe von Trotta, inzwischen selbst eine Regie-Ikone, hatte ihr filmisches Erweckungserlebnis durch Ingmar Bergmans »Das siebente Siegel«. Von Trotta, die nach eigener Aussage früh Künstlerin werden wollte, aber nicht gleich das passende Medium fand, war sich nach dem Bergman-Eindruck, den sie in Paris erfuhr, sicher, Regie studieren zu wollen. Jahrzehnte später sagte ihr der berühmte schwedische Regisseur, dass ihn auch ein Film von ihr sehr geprägt habe - »Die bleierne Zeit« (1981).

Die Wechselwirkung zwischen den beiden Autorenfilm-Regiegrößen ist eines der zentralen Themen in diesem Film, der im Jahr von Bergmans 100. Geburtstag erscheint. Margarethe von Trotta lässt wichtige Arbeitspartnerinnen und -partner und auch Familienmitglieder zu Wort kommen, wobei der Fokus immer auf dem Werk Bergmans liegt. Sie nimmt sich Zeit für eine Szenenanalyse, um das strenge, teils kryptische Werk des knallharten Autorenfilmers etwas durchlässiger zu machen. Ihr Blick auf die Kinolegende ist sehr verehrend, weniger kritisch. Spannend sind die intensiven Gespräche mit ihren Interviewpartnern, die von Trotta auf die ihr eigene unnachahmlich persönliche Weise zu führen versteht. So ist »Auf der Suche nach Ingmar Bergman« ein Leckerbissen für Cineasten ebenso wie eine Einstiegsdroge für Bergman-Neulinge.

Unbeantwortet bleibt allerdings eine Frage (die der Film auch nicht thematisiert). Warum spielt das Werk einer der größten europäischen Filmikonen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Gegenwart nahezu keine Rolle?

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Foxtrot

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30
20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Samuel Maoz, (Israel/Deutschland/Frankreich), 2017

Darsteller: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray u.a.

Foxtrot

Das Schicksal vieler kreativer Köpfe: Sie erhalten internationale Anerkennung, die ihnen den Weg für eine erfolgreiche Karriere ebnet. Aber ihre Landsleute lieben ihr Werk nicht besonders. So ergeht es auch dem neuesten Film des israelischen Regisseurs Samuel Maoz, der sich mit dem Film »Lebanon« einen Namen gemacht hat. Sein neues Werk »Foxtrot« erntete großen Applaus und Preise auf vielen Festivals, darunter die namhaften in Venedig und Toronto. Doch die israelische Kulturministerin empfand den Film als zu kritisch und vor allem zu negativ für die israelische Armee und fand viel Gleichgesinnte im Land.

Der Spielfilm erzählt die Geschichte des Ehepaars Michael (Lior Ashkenazi) und Dafna (Sarah Adler), welche die Nachricht erhalten, dass ihr Sohn Jonathan (Yonaton Shiray) an der Front gefallen ist. Nach einer langen Phase der Trauer stellt sich heraus, dass es eine Verwechslung war. Von nun an kämpft der Architekt Michael darum, dass sein Sohn nach Hause kommen darf. Das anfänglich recht schwere Drama wandelt sich schnell in eine pointierte Tragikomödie mit feinem Humor. Dieser zieht sich so durch die Handlung, dass der Film mühelos viele gesellschaftsrelevante Themen wie Familie, Religion und die Geschichte des Landes ansprechen kann. Getragen wird das von dem sehr guten Cast und einer mehr als souveränen Kameraarbeit. Abgerundet von fantastischen Tanzeinlagen eines der Soldaten ist »Foxtrot« ein besonderes Kleinod, das den richtigen Ton findet und kritisch und humorvoll zugleich ist.

Doreen

Das Original ist besser!Foxtrot (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00

Regie: Samuel Maoz, (Israel/Deutschland/Frankreich), 2017

Darsteller: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray u.a.

Foxtrot (OmdU)

Das Schicksal vieler kreativer Köpfe: Sie erhalten internationale Anerkennung, die ihnen den Weg für eine erfolgreiche Karriere ebnet. Aber ihre Landsleute lieben ihr Werk nicht besonders. So ergeht es auch dem neuesten Film des israelischen Regisseurs Samuel Maoz, der sich mit dem Film »Lebanon« einen Namen gemacht hat. Sein neues Werk »Foxtrot« erntete großen Applaus und Preise auf vielen Festivals, darunter die namhaften in Venedig und Toronto. Doch die israelische Kulturministerin empfand den Film als zu kritisch und vor allem zu negativ für die israelische Armee und fand viel Gleichgesinnte im Land.

Der Spielfilm erzählt die Geschichte des Ehepaars Michael (Lior Ashkenazi) und Dafna (Sarah Adler), welche die Nachricht erhalten, dass ihr Sohn Jonathan (Yonaton Shiray) an der Front gefallen ist. Nach einer langen Phase der Trauer stellt sich heraus, dass es eine Verwechslung war. Von nun an kämpft der Architekt Michael darum, dass sein Sohn nach Hause kommen darf. Das anfänglich recht schwere Drama wandelt sich schnell in eine pointierte Tragikomödie mit feinem Humor. Dieser zieht sich so durch die Handlung, dass der Film mühelos viele gesellschaftsrelevante Themen wie Familie, Religion und die Geschichte des Landes ansprechen kann. Getragen wird das von dem sehr guten Cast und einer mehr als souveränen Kameraarbeit. Abgerundet von fantastischen Tanzeinlagen eines der Soldaten ist »Foxtrot« ein besonderes Kleinod, das den richtigen Ton findet und kritisch und humorvoll zugleich ist.

Doreen

Das Original ist besser!Hereditary (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00 22:00 22:00 22:00

Regie: Ari Aster, (USA), 2018

Darsteller: Toni Collette, Alex Wolff, Gabriel Byrne u.a.

Hereditary (OmdU)

Niemand kommt wirklich dramafrei durchs Leben, doch bis zu einigen überschaubaren Tragödien führten die Grahams, bestehend aus Mutter Annie (Toni Collette), ihrem Ehemann Steve (Gabriel Byrne) und den beiden gemeinsamen Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro), ein recht beschauliches Dasein irgendwo in einem abgelegenen Haus, an einem entfernten Waldrand. Annie unterhält eine Galerie und fertigt für eine baldige Ausstellung zu Hause aufwändige Miniaturmodelle. Quasi Polly-Pocket für Erwachsene. Peter schlägt sich mit üblichen Teenagerproblemen rum und Charlie ist eine leicht schräge Außenseiterin, aber auch nicht mehr als andere Filmaußenseiter. Als jedoch Großmutter und Familienmatriarchin Elen stirbt, die bis dahin das unangefochtene Familienoberhaupt war, sehen sich die Grahams auf einmal mit Massen an rätselhaften und unheimlichen Ereignissen konfrontiert. Stück für Stück enthüllen die Grahams ein furchtbares Familiengeheimnis und müssen sich den Konsequenzen aussetzen, die die Taten ihrer Vorfahren für sie hervorbringen. Was ersteinmal nach beliebigem Familienhorror klingt, sollte nicht als solcher abgetan werden. Denn »Hereditary« bietet nicht nur fantastische Kameraarbeit, sondern wurde außerdem noch von der Erfolgsbude A24 produziert. Und mir muss immer noch ein Film derer über den Weg laufen, der nicht erstklassig war.

Julio Espin

Das Original ist besser!Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Wes Anderson, (USA), 2018

Darsteller: Bryan Cranston, Scarlett Johansson, Koyu Rankin u.a.

Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Der neue Wes-Anderson-Film ist da! Nach vier Jahren Pause drohten Fans ernste Entzugserscheinungen. Und Stop-Motion-Freunde werden besonders dankbar dafür sein, dass Anderson nach »Der phantastische Mr. Fox« endlich wieder einen Animationsfilm gedreht hat - im übrigen der erste seiner Art, mit dem eine Berlinale eröffnet wurde.

Japan in 20 Jahren. Böse Zukunftsmusik. Die Hundegrippe ist ausgebrochen und der korrupte Katzenfreund und Bürgermeister Kobayashi nutzt diese Gelegenheit, um alle Hunde auf die Insel Trash Island, eine riesige Mülldeponie, zu verbannen. Was der Sicherheit der Bürger zu dienen scheint, ist vor allem ein Ablenkungsmanöver von anderen dubiosen Aktionen. Immerhin kommt er nicht sofort auf die Idee, alle zu töten, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Sein Pflegesohn Atari, dessen Hund Spots von der Verbannung nicht ausgenommen wurde, macht sich auf den Weg, um Spots zu suchen. Auf der Insel trifft er auf ein beeindruckendes Rudel von Alphahunden, die ihn unterstützen - eine wilde Reise beginnt, die das Schicksal der ganzen Präfektur entscheidend verändern könnte. Flankiert wird der Trip von der amerikanischen Austauschschülerin Tracy Walker (Greta Gerwig), die auf den Spuren Ataris unterwegs ist und nebenbei eine Verschwörung aufdeckt. Die Hunde-Crew punktet mit den Stimmen von Bill Murray, Bryan Cranston, Edward Norton, Jeff Goldblum und Bob Balaban. Den Cast zieren weitere prominente Namen bis hin zum allerkleinsten Auftritt - schon klar, bei Anderson wollen immer alle mitmachen… auch Yoko Ono, Scarlett Johansson und Tilda Swinton, die sowieso immer überall dabei ist.

»Isle of Dogs - Ataris Reise« überzeugt wie alle vorhergehenden Filme des Regisseurs mit überbordender Detailfreude, schwarzgrundiertem, trockenen Humor und lässigem Soundtrack. Trotz oder vielleicht gerade wegen der optischen Niedlichkeit sind die aktiven Rollen durchweg mit männlichen Helden besetzt - bleibt also abzuwarten, wie sich Wes Anderson in seinen nächsten Filmen zu Geschlechterrollen verhält. In diesem Film sind es die herkömmlichen - und warum die Aufwieglerin eine Amerikanerin und keine Einheimische ist, darf sich Wes Anderson jetzt schon fragen lassen.

Grit Dora

Lady Bird (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Greta Gerwig, (USA), 2017

Darsteller: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts u.a.

Lady Bird (OmU)

Christine McPherson (Saoirse Ronan) geht auf eine katholische Highschool im kalifornischen Sacramento und ist tierisch gelangweilt. Sie fühlt sich kulturell und intellektuell unterfordert und wünscht sich nicht sehnlicher als auf ein College an der Ostküste zu gehen. Leider sind ihre Noten alles andere als gut und auch die finanzielle Situation ihrer Familie passt eher nicht zu ihren Plänen. Lady Bird, ein Name, den sich die junge, anarchistisch veranlagte Frau selbst gegeben hat, geht dennoch ihren ganz eigenen Weg. Ein sehr prägendes Jahr steht vor ihr, in dem sie nicht nur ihre Beziehungen zu ihrem Vater Larry (Tracy Letts) und ihrer besten Freundin Julie (Beanie Feldstein) prägen, sondern in dem ganz im Zentrum auch die Mutter-Tochter Beziehung steht. Neben der ersten sexuellen Begegnung - Lady Bird hat sowohl ein Auge auf Danny (Lucas Hedges) als auch auf Kyle (Timothée Chalamet) geworfen - und anderen Situationen des Erwachsenwerdens, verbringt sie viel Zeit mit ihrer Mutter Marion (Laurie Metcalf). Beide müssen lernen, mit der Angst vor der bevorstehenden Trennung klarzukommen.

Schauspielerin Greta Gerwig hat mit »Lady Bird« einen herrlichen witzigen Film über das Erwachsenwerden, Mutter-Tochter Beziehungen und Angst vor Trennungen als ihr Solo-Regiedebüt hingelegt. Es ist die perfekte wehmütige, scheinbar autobiographische Coming-of-Age Komödie. (Viele Details aus Gerwigs Leben flossen in das Script, aber nichts davon, was im Film geschieht, passierte Gerwig selbst.) Zuvor hatte sie zusammen mit Joe Swanberg »Nights and Weekends« inszeniert.

»Lady Bird« ist quasi Gerwigs Liebesbrief an ihre Heimatstadt Sacramento, an ihre leidenschaftliche und herrschende Mutter und an ihr idiotisches Teenager-Selbst. Seine Weltpremiere feierte »Lady Bird« im September 2017 auf dem Toronto Filmfestival. Greta Gerwig sagte, dass sie am liebsten einen Film nur aus Nahaufnahmen von Saoirse Ronans Gesicht gemacht hätte, weil sie sie so hübsch fände.

Anne

Das Original ist besser!Feinde - Hostiles (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Scott Cooper, (USA), 2017

Darsteller: Christian Bale, Wes Studi, Rosamund Pike u.a.

Feinde - Hostiles (OmdU)

Ich finde, Christian Bale und Tom Cruise hab schon irgendwas gemeinsam. Egal, wo man sie in Hautrollen steckt, wird der Film am Ende ziemlich gut. Doch während Cruises Rollen irgendwie noch immer Spaß am Leben haben, zeichnen sich Bales Charaktere immer durch Leben voller Schmerz, Leid und Verlust aus. Diese Stimmung weitet sich in »Feinde - Hostiles« auch gleich auf das komplette Umfeld. Wer glaubt, heutzutage gäbe es in den USA ganz schön viel Spannungen zwischen den vereinzelten Bevölkerungsgruppen, dem würden im Jahr 1892 die Augen aus dem Kopf kullern. Denn es gibt verfeindete Parteien, wo man nur hinschaut und der Wilde Westen hat seinen Namen nicht ohne Grund. Regisseur Scott Cooper stellt dem Film ein Zitat von D. H. Lawrence voran: „Die amerikanische Seele ist in ihrer Essenz hart, isoliert, stoisch und mörderisch. Sie ist bisher noch niemals aufgetaut.“ Damit ist eigentlich alles gesagt, aber wie Cooper den Hass zwischen Indianern, denen die Siedler ihr Land wegnahmen und den Soldaten, die sie vertrieben, beschreibt, ist einzigartig. Er revitalisiert das Genre und liefert einen beklemmenden und großartigen Film ab mit faszinierend schönen Landschaftsaufnahmen und herausragenden Darstellern.

Der legendäre Armee-Hauptmann Blocker (Christian Bale) bekommt die Aufgabe, seinen ehemaligen Widersacher, einen sterbenden Stammeshäuptling, samt Familie zurück auf das ehemalige Gebiet seiner Vorfahren zu eskortieren. Er willigt ein. Widerwillig. So brechen sie auf durch ein Amerika, das noch unerschlossen und nicht sehr freundlich zu Reisenden ist. Auf dem Weg von New Mexico nach Montana treffen sie in der Prärie außerdem eine junge Witwe, deren ermordete Familie das beste Beispiel dafür ist. Und obwohl alle drei Parteien wenig Sympathien für einander hegen, verstehen sie, dass sie nur eine Chance auf Erfolg haben, wenn sie sich zusammentun.

Ehemals einander Feind, stehen sie nun als Verbündete zwei neuen Kräften gegenüber. Einerseits der zehrenden unnachgiebigen Natur und andererseits dem Stamm der Komantschen, dessen Jagdgründe sie auf ihrer Reise durchqueren müssen.

Julio Espin