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Kinoprogramm Donnerstag, 25.04.2019 - Mittwoch, 01.05.2019

Das Original ist besser!Streik (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45 17:45
20:00

Regie: Stéphane Brizé, (Frankreich), 2018

Darsteller: Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie u.a.

Streik (OmdU)

Nachdem Gewerkschaftsboss Laurent Amédéo (Vincent Lindon) mit seinen 1100 Kollegen zum Wohle der Firma zwei Jahre lang auf jegliche Lohnerhöhungen verzichtet hatte, erklären ihm nun die Manager von Perrin Industries, dass der Betrieb demnächst schließe und alle Angestellten entlassen würden. Die ganze Firma sei nach Deutschland verkauft worden und ihre Niederlassung in der französischen Kleinstadt Agen sei trotz der erzielten Gewinne nicht zu halten. Das Kopfgeld von 25.000 Euro will keiner widerspruchslos eintauschen gegen eine ungewisse Zukunft. Und allen voran marschiert Amédéo auf die Barrikade angesichts dieser drohenden Niederlage. Er fühlt sich doppelt motiviert, weil doppelt betrogen. Je länger die Gespräche mit der Firmenleitung dauern, desto klarer formuliert der Gewerkschafter sein Ziel; wir weichen hier keinen Schritt zurück und wenn sich Aktionäre unsere Löhne einstecken, bleibt uns immer noch der Streik… In Folge drehen Stéphane Brizé und Vincent Lindon hier gemeinsam den vierten Film; zuletzt sollte Lindon als Kaufhausdetektiv Kollegen gleichermaßen wie Kunden ausspionieren, sollte den Wert eines Menschen bemessen. Nun packen Brizé & Lindon gleich den Wert einer ganzen Belegschaft in die Waagschale und zeigen, wie es sich dafür zu kämpfen lohnt.

Alpa Kino

Bundestart - Das Debüt im Thalia

Free Solo

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
20:00
21:15
22:15 22:15

Regie: Jimmy Chin, Elizabeth Chai Vasarhelyi, (USA), 2018

Darsteller: Alex Honnold, Tommy Caldwell, Jimmy Chin u.a.

Free Solo

Von unglaublichen Leistungen erzählt dieser Film. Denn bei diesem Sportler kann jeder Fehler, jede kleinste Unaufmerksamkeit den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraums vor. Er will den bekanntesten Felsen der Welt erklimmen, den 975 Meter hohen und fast senkrechten El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. „Free Solo“ bedeutet: im Alleingang, ohne Seil und ohne Sicherung.

Die mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Chai Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi- Bergsteiger Jimmy Chin, durften Honnold begleiten und fesseln die Zuschauer mit sensationellen Naturaufnahmen in schwindelerregenden Bildern.

Entstanden ist so das atemberaubende und zugleich intime Porträt eines der ungewöhnlichsten Athleten unserer Zeit. »Free Solo« erzählt von den Opfern, die Honnold erbringen muss, um körperliche Höchstleistungen erzielen zu können, von Rückschlägen und Verletzungen. Was treibt Honnold an, sein Leben zu riskieren und wie gehen seine Eltern, Freunde und seine Lebensgefährtin damit um?

Den Dokumentarfilmern Elizabeth Chai Vasarhelyi und Jimmy Chin (»Meru«) ist ein hochspannender Kletter-Thriller und ein inspirierendes Sportlerporträt gelungen. Ganz nah dran an ihrem Protagonisten zeigen sie, wie er durch perfekte Vorbereitung alle Ängste besiegt, um sein unmöglich scheinendes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit beeindruckenden Kamerabildern, gedreht aus schwindelerregenden Perspektiven, ermöglichen sie dem Zuschauer, den Aufstieg aus nächster Nähe mitzuerleben.

»Free Solo« ist Gewinner des People's Choice Award auf dem Toronto International Film Festival 2018 und wurde von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den diesjährigen OSCAR in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

ak

Das Original ist besser!mid90s (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00 22:00

Regie: Jonah Hill, (USA), 2018

Darsteller: Sunny Suljic, Katherine Waterston, Lucas Hedges u.a.

mid90s (OmdU)

Jonah Hills Regiedebüt ist eine Zeitreise mitten in die 90er. Eine Zeit, in der Skateboarden sportliche Konventionen sprengte und man mit Mixtapes Mädels beeindrucken konnte. Stevie ist 13 und wächst unter schwierigen Verhältnissen in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner allein erziehenden Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten.

Jonah Hills Liebeserklärung an die 90er-Jahre wurde auf 16mm gedreht und mit einem Soundtrack von den Pixies bis zum Wu-Tang Clan versehen. Dem Hollywood-Star gelingt ein Nostalgietrip in eine Zeit, deren Mode und Popkultur heute Kult sind.

Das Original ist besser!Border (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00
22:15

Regie: Ali Abbasi, (Schweden/Dänemark), 2018

Darsteller: Eva Melander, Eero Milonoff, Viktor Åkerblom u.a.

Border (OmdU)

Von weit jenseits der Gruselgrenzen grüßt dieser zwiespältige Film, der in Cannes ausgezeichnet wurde und der sich nun aufmacht, hiesiges Publikum zwischen Entzücken und Bestürzung hin und her zu schwenken. Tina (Eva Melander) ist unschlagbar gut in ihrem Job; als Zollbeamtin hat sie ein feines Näschen für Schmuggler. Ihre Erfolgsquote liegt bei 100%, denn sie riecht die Angst, die an der Lüge klebt, buchstäblich. Womöglich hängt diese Gabe direkt zusammen mit einem angeborenen Gendefekt, der ebenfalls für Tinas verwachsenes Gesicht verantwortlich ist. Doch Tina kann gut unterscheiden zwischen Menschen, die einfach nur Angst vor ihrem ungewöhnlichen Äußeren haben und solchen, die mit einem arroganten Spruch kinderpornografische Dateien an ihr vorbei schmuggeln wollen. Als eines Tages Vore (Eero Milonoff) vor ihr steht, spielen ihre Nase und ihr Herz jedoch vollkommen verrückt. Vore leidet offensichtlich am gleichen, klobigen Gesichtsdefekt und die Beamtin fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, als sie glaubte, etwas Besonderes zu sein. In Vores Gegenwart kehrt dieser Glaube nun zurück. Und noch mehr Gemeinsames offenbart ihr Vore, das zurück reicht in die Vergangenheit… Ein Jammer, dass Tinas Nase ausgerechnet bei ihm versagt. Der schwedische Regisseur Ali Abbasi zieht alle Register und vermischt Fantasy, Lovestory und knallharten Thriller zu einem olfaktorischen Reigen aus Schuld, Sühne und Vergeltung. Und reibt uns leise und nebenbei eine gepfefferte Portion Gesellschaftskritik unter die Nase.

Alpa Kino

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.

Berlin Bouncer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30

Regie: David Dietl, (Deutschland), 2019

Berlin Bouncer

Wer denkt, in Clubs feiern andauernd Vollidioten und Türsteher seien hohle Typen, die sich damit ihren McFit Mitgliedsbeitrag verdienen, geht wohl zu selten aus und erkennt nicht, dass beides stark zusammenhängt. Ebenso wie die Tatsache, dass die „coolen“ Klubs oft eine harte Tür haben. Reine Gesichtskontrolle? In den Clubs mit furchtbarem Publikum wahrscheinlich oft. Die Türsteher guter Läden haben letztendlich mehr zu tun. Der Fokus liegt in diesem Fall auf den Berliner Tür-Urgesteinen Frank Künster, Smiley Baldwin und Sven Marquardt. „Wird die Person mit den Leuten drinnen Spaß haben?“ „Werden die Leute drinnen mit der Person hier Spaß haben?“ In Marquards Fall wahrscheinlich auch „Wird die Person klar kommen mit dem, was sie da drinnen sehen wird?“. Dafür benötigt es mehr als nur eine resolute Statur. Wer wäre also besser geeignet, eine Retrospektive über das Nachtleben einer Stadt zu geben, die mit ihrer Offenheit Leute aus der ganzen Welt für sich begeistert, die einhergehenden finanziellen Interessen allerdings immer weniger Raum für kreativen Spielraum lassen. Wer hofft im Film zu erfahren, wie man durch „die härteste Tür Deutschlands“, in Marquards Reich dem Berghain kommt, wird allerdings nicht viel lernen. Aber dafür haben sie ja mich: Schwarze Kleidung schadet nicht, in der Schlange keinen Krach machen und maximal in 3-er Gruppen aufteilen. Sollte es doch nicht klappen, man gern ansteht und unbedingt rein will: Aller vier Stunden ist Schichtwechsel und man kann es noch mal probieren. Und noch mal, und noch mal. Ich frage mich, wie viele Journalisten den Film nicht verreißen, aus Angst, nie mehr in Clubs zu kommen…

José Bäßler

Das Original ist besser!Ein Gauner & Gentleman (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: David Lowery, (USA), 2018

Darsteller: Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek u.a.

Ein Gauner & Gentleman (OmdU)

Regisseur David Lowery bekundete freimütig, es habe ihn genervt, dass die gängigen Heist-Movies einzig auf das rasante oder das gewalttätige Pferd setzten. Wobei meist aller Charme und Glanz verloren gingen, und ganz nebenbei, auch Bankräuber würden älter, was ihn vielleicht direkt hin geführt hat zu Robert -Sundance Kid- Redford, einem der zauberhaftesten Vagabunden der Kinogeschichte. Forrest Tucker (Redfords letzte Rolle) hat sein Leben lang nichts anderes gemacht, als Banken um ihre Einlagen zu erleichtern. Gerade spektakulär aus San Quentin geflohen, setzt er seine Arbeit fort, wo er beim letzten Mal unterbrochen wurde. Stilvoll und höflich weist er die Kassierer darauf hin, welche unangenehmen Dinge er gern vermeiden würde, obschon er sie bei einem unnötigen Tumult durchaus zu tun imstande wäre. Seien wir einmal ehrlich, kämen drei Gentlemen wie Danny Glover, Tom Waits und Robert Redford zur Tür herein marschiert, um nur ein ganz klein wenig von unserer wertvollen Zeit zu beanspruchen, wir würden uns doch keine Unannehmlichkeiten einhandeln wollen? Wo sich Tucker beim Verlassen der Bank auch noch bedankt… Da fällt es selbst der Polizei schwer, Rasanz zu entwickeln; Detective John Hunt (warum wohl fasst sich Casey Affleck ans Näschen) jagt dem alten Tucker jedenfalls recht verhalten hinterher. Erst als sich landesweit die Medien des Falles annehmen, gerät die ganze Sache ein wenig in Schwung. Ein Schwung, der Tucker kein bisschen nervös macht, eher reizt ihn die herrliche Jewel (Sissy Spacek, bis über beide Ohren verliebt), etwas von seiner Gelassenheit zu opfern und noch einmal aufs Gaspedal zu steigen…

Eines weiß Forrest Tucker sicher. Egal wohin er noch geht, seine Karriere wird er in Freiheit beenden. Und sollte ein gewisser Lefors die Tür versperren, dann springt er diesmal eben durchs Fenster.

Alpa Kino