Ab sofort sind neue Gutscheine erhältlich!
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 15:15 |
Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte mal in der Puppenversion. Geisterbesuch läutert den herzlosen Geizhals Scrooge und macht aus ihm rechtzeitig zum Weihnachtsfest einen besseren Menschen. Mit ""Gast"" Michael Caine sprühen die Muppets vor Spielfreude und schwächen mit bewährtem Witz und Schalk manch Sentimentales der Vorlage ab.
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 15:00 |
Santino ist ein Zirkuskind. Sein Zirkus zieht mit den Tieren und Wohnwagen durchs Land - heute hier, morgen dort. Zuhause ist für ihn kein Ort, sondern seine Familie. Zu dieser gehören nicht nur seine Eltern Angie und Gitano und sein Bruder Giordano, sondern auch unzählige Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins und ganz besonders sein Uropa Ehe!
„Opa Ehe“ ist einer der letzten großen Zirkusdirektoren Deutschlands und erzählt Santino wilde Geschichten aus seinem langen Zirkusleben. Vom prachtvollen Elefantenbullen Sahib, seinen eigenen ersten Schritten als Clown und dem Gefühl der Freiheit, für das es sich lohnt, alle Strapazen in Kauf zu nehmen.
Zu Santinos 11. Geburtstag stellt der Großvater die Frage, was Santino denn in der Manege einmal zeigen will. Weil auch er, Santino, müsse etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen. Doch wie findet man das nur heraus?
Der Film erzählt aus dem Leben der letzten Nomaden Deutschlands - vom Aufwachsen mit der Großfamilie und Tieren und einem Leben ohne Netz und doppelten Boden, frei wie ein Vogel.
Ein dokumentarisches Roadmovie mit Animationen über die Kraft von Zugehörigkeit und Gemeinschaft.
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 17:30 |
Bekannt wurde die ukrainische Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko nicht zuletzt durch einen ikonischen, besser gesagt ikonoklastischen Moment: in Kyjiw sägte sie ein meterhohes Holzkreuz durch, das vor einer orthodoxen Kirche stand. Es verwundert also nicht, dass sich Schewtschenko als Atheistin bezeichnet, die gegen viele Formen der Unterdrückung kämpft und damit geradezu zwangsläufig auch gegen die Unterdrückung, die Frauen von Seiten der Kirche, der organisierten Religion erfahren.
Und hier liegt vielleicht schon die wichtigste Erkenntnis, die neben Schewtschenko auch die Zuschauer des Dokumentarfilms machen können: Ein Unterschied zwischen Glauben und der organisierten Religion, wie sie durch die katholische Kirche, aber auch das quasi offizielle Judentum, den offiziellen Islam verkörpert wird.
Beim Versuch, die Frage zu beantworten, wie eine Frau gleichzeitig Feministin sein und sich als religiös bezeichnen kann, beobachten die Regisseure Schewtschenko (die auch das Drehbuch zum Film schrieb), bei Begegnungen mit Vertretern, meist Vertreterinnen unterschiedlicher Gruppen: Eine jüdisch-orthodoxe Perückenmacherin in New York, Mitgliederinnen der internationalen Vereinigung römisch-katholischer Priesterinnen in Linz, Vertreter der amerikanischen Vereinigung Catholics for Choice, aber auch von Feminists for Life.
Letztere versuchen etwa zu erklären, wieso Schwangerschaftsabbrüche in ihren Augen feministisch seien, ein Argument, mit dem sich Schewtschenko schwer anfreunden kann. Aber allein, dass sie es versucht, dass sie das Gespräch und die Diskussion mit Vertretern von Gruppen annimmt, die ihren eigenen Positionen oft diametral entgegenstehen, ist die große Stärke des Films.
Weder Schewtschenko noch die Filmemacher haben den Anspruch, eine eindeutige Antwort zu geben, vielmehr geht es um ein Zuhören, ein Suchen nach Argumenten und Meinungen. Widersprüche und Ambivalenzen werden angedeutet, ohne dabei allzu dogmatisch zu urteilen, den betreffenden Frauen ihre individuelle Meinung abzusprechen.
Unterbrochen werden die Gesprächspassagen mit künstlerischen Momenten, Spoken Word Performances, Bildern von berühmten Werken der Kunstgeschichte, auf denen bekannterweise nackte oder kaum bekleidete Frauen um ein vielfaches häufiger abgebildet sind, als nackte Männer. Auch auf Demonstrationen wurde bisweilen gefilmt, wo sich dann doch die Grenzen von Inna Schewtschenkos Toleranz zeigen. Die Frage, ob Schwangerschaftsabbrüche gegen das ja auch unabhängig von Religion durchaus vertretbare Gebot, nicht zu töten, verstößt, ist eine komplizierte Frage, über die nicht nur Gläubige, sondern auch Ethiker seit langem streiten.
Schewtschenko hat hier eine klare Position, die gerade in der Diskussion mit amerikanischen Feministinnen auf eine harte Probe gestellt wird. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Femen-Aktivistin kaum an sich halten kann, aber sie hört zu, auch wenn sie eine in ihren Augen besonderes kontroverse Position offensichtlich kaum ertragen kann. Und allein die Auseinandersetzung mit Positionen, die man (oder frau) eigentlich ablehnt ist eine Haltung, die in unserer polarisierten Zeit ein Wert an sich ist.
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 19:30 | 19:30 | |||||
| 20:30 |
Die Psyche einer Frau, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht hat, ist undurchsichtig, verwirrend, chaotisch. Das können sicherlich alle nachvollziehen, die schon Kinder bekommen haben. Regisseurin Lynne Ramsay zeigt uns in ihrem neuen Film »Die My Love« eine besonders psychotische und ausufernde Version der Wochenbettdepression.
Grace (Jennifer Lawrence) ist schwanger und zieht mit ihrem Partner Jackson (Robert Pattinson) vom hektischen New York aufs Land nach Montana. Mitten im Nirgendwo hat Jackson nämlich das Haus seines Onkels geerbt, nachdem dieser sich durch einen Schuss in den Hintern umgebracht hat. Obwohl das Haus etwas heruntergekommen ist und wirklich niemand weit und breit lebt, macht das junge Paar das beste aus der Situation.
Allerdings gehen die ersten Sachen den Bach runter, kurz nachdem das Kind zur Welt gekommen ist. Jackson hat einen Job, bei dem er oft tagelang von zuhause weg ist, wodurch Grace sehr oft mit dem Baby allein ist. Langsam aber sicher verliert Grace den Verstand. Um einfach wieder etwas zu fühlen, tut sie immer verrücktere Sachen. Vom harmlosen Krabbeln durchs hohe Gras, masturbieren mit Messer in der Hand, bis hin zum Springen durch eine Glastür oder aus dem fahrenden Auto hinaus. Jackson kommt noch weniger mit der Situation klar und kann nur hilflos daneben stehen.
»Die My Love« basiert auf dem Roman „Stirb doch, Liebling“ (spanisches Original: Mátate, amor) der argentinischen Autorin Ariana Harwicz. Regisseurin Lynne Ramsay hat ebenfalls am Drehbuch mitgearbeitet um den sehr komplexen Stoff auf die Leinwand zu bringen. Dabei hat sie auch vor allem daran gearbeitet, durch Töne und plötzlicher Musik eine möglichst unangenehme Atmosphäre aufzubauen. Lautes Summen einer Fliege, das Jaulen des Hundes oder extrem laute Musik, die einem einen Herzinfarkt geben, gehören da zur Tagesordnung. Der Thriller wurde in auf 35mm und im 1.33:1 Format gedreht.
Anne
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 18:15 | ||||||
| 21:45 | 21:45 |
Michelle Fuller (Emma Stone) ist die einflussreiche Geschäftsführerin eines großen Unternehmens und Person des öffentlichen Lebens. Die verschwörungstheoretisch breit aufgestellten Freunde Teddy (Jesse Plemons) und Don (Aidan Delbis) entwickeln den hochriskanten Plan, die prominente Unternehmerin zu entführen. Ihr Antrieb speist sich aus der Überzeugung, dass Michelle Fuller eine Außerirdische ist. Und von Aliens, na klar, geht grundsätzlich eine existenzielle Bedrohung für die Erde aus. Die in unzähligen Führungskräftefortbildungen geschulte Frau versucht alles, ihren Entführern klarzumachen, dass sie mit ihren alternativen Fakten maximal falsch liegen, während sie eine Menge absurd motivierter, so brutaler wie lächerlicher Tätlichkeiten aushalten muss. Ihre versierte Unternehmensrhetorik prallt an der ideologischen Hartleibigkeit von Teddy und Don ab. Aber Michelle ist eine Kämpferin. Die Lage gerät zunehmend aus dem Ruder…
Regisseur Yorgos Lanthimos knöpft sich in seinem Remake der südkoreanischen Sci-Fi-Black-Comedy »Save The Green Planet!« von Joon-Hwan Jang (2003) den Realitätsverlust nicht nur in den USA vor. Wahn und Wirklichkeit vermischen sich zunehmend, die Folge ist Gewalt. Mit artistischer Präzision steigert Lanthimos in seinem irrwitzigen Plot die Eskalationsstufen, inszeniert ein messerscharfes, schmutziges Spiel mit zynischen Pointen. Einmal mehr brilliert Emma Stone (»Poor Things«, 2023, »Kinds of Kindness«, 2024) in der Zusammenarbeit mit dem griechischen Ausnahmeregisseur. Der zum zweiten Mal mit Lanthimos arbeitende Jesse Plemons (»Kinds of Kindness«), spielt seinen Teddy erschreckend detailgenau als so armes wie furchterregendes Würstchen. Aidan Delbis steht ihm darin in nichts nach.
Grit Dora
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 17:00 |
Ein Tag ohne Frauen erzählt die wahre Geschichte eines Tages, der Island zur weltweiten Supermacht für die Gleichberechtigung der Geschlechter katapultierte. Eine Zusammenarbeit zwischen der US-amerikanischen Regisseurin Pamela Hogan, die in den 1970er Jahren als Highschool-Schülerin mit ihrer aktivistischen Mutter für die Verabschiedung des E.R.A., des Equal Rights Amendments, kämpfte und der isländischen Produzentin Hrafnhildur Gunnarsdóttir, die auch Co-Autorin des Drehbuchs ist und im Alter von 7 Jahren ihre Mutter zu eben diesem Streik im Jahr 1975 begleitete und dachte, dass „alles perfekt sein würde, wenn sie am nächsten Morgen aufwachte“. Das E.R.A.wurde in den USA nie verabschiedet und Island ist immer noch nicht perfekt – aber es ist das einzige Land weltweit, das über 90 Prozent seiner Geschlechterkluft geschlossen hat und sich verpflichtet hat, in naher Zukunft vollständige Gleichberechtigung zu erreichen.
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 16:45 | ||||||
| 18:30 | 18:30 |
1982: Die zwölfjährige Lidia lebt in Flamingos ungewöhnlicher Familie, die eine Bar am Rande einer kleinen Bergbaustadt im Norden Chiles betreibt. Als sich eine unbekannte tödliche Krankheit auszubreiten beginnt, entsteht das Gerücht, sie werde schon durch den Blick eines infizierten Menschen auf einen anderen Mann übertragen. Als die Familie beschuldigt wird, der Ursprung der Krankheit zu sein, begibt sich Lidia auf die Suche nach der Wahrheit.
Der außergewöhnliche Film erzählt in großartigen Bildern von verschiedenen Arten der Liebe und von einer Familie, die nicht durch Blutsverwandtschaft verbunden ist. Es ist eine Familie, wie sie diskriminierte Menschen gründen, um zu überleben und um Zärtlichkeit zu finden. Angesiedelt ist die Geschichte in einer verlassenen Bergbaustadt in der nordchilenischen Wüste.
Diego Céspedes über seinen Film: „Vor allem aber soll die Darstellung der Paranoia in diesem Ort und das damit verbundene Leid, das Lidia und der queeren Familie widerfährt, an die Homophobie unserer Gesellschaft erinnern - wie HIV-Infizierte und AIDS-Kranke behandelt werden, wie sie wahrgenommen und zu einem Tabu gemacht werden.“
ak
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20:30 | 20:30 |
Eddington, eine Kleinstadt im US-Bundestaat New Mexico, im ersten Corona-Sommer 2020. Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) ist überzeugter Maskengegner und weigert sich, beim Betreten des örtlichen Lebensmittelgeschäfts die Gesichtsmaske aufzuziehen. Das bringt Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) einmal mehr gegen ihn auf. Ein alter Konflikt wird neu befeuert, so stark, dass die alte Feindschaft in offenen Kampf umschlägt und Sheriff Cross bei der gerade anstehenden Bürgermeisterwahl gegen den Amtsinhaber, seinen Intimfeind, antritt. Die Stadtgemeinschaft spaltet sich zusehends, ohnehin bestehende Gräben werden vertieft, Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur, die Einwohner verhalten sich zunehmend paranoid. Gewaltausbrüche folgen. Selbst Louise (Emma Stone), die Frau des Sheriffs, entfremdet sich ihrem Mann, stellt sich schließlich per Social Media offensiv gegen ihn. Dann sprengt ein Mordfall den mühsam gehüteten Stadtfrieden endgültig, die bürgerliche Ordnung droht im Chaos zu versinken. Mit wenigen, aber hart einschlagenden Filmen (»Hereditary - Das Vermächtnis«, »Midsommar«, »Beau Is Afraid«) hat der stets polarisierende Regisseur Ari Aster den kurzen Weg in den Hollywood-Olymp genommen. Sein neuer, im Wettbewerb von Cannes uraufgeführter Film ist eine tiefschwarze, mit Western-Elementen angereicherte Corona-Satire, die den Wahnsinn der Lockdown-Monate böse illustriert, bevor es im unvorhersehbaren Finale noch mal ganz anders dicke kommt und mächtig knallt. Kameramann Darius Khondji (»Mickey 17«, »Seven«), bekannt durch die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie David Fincher, Bong Joon-ho oder Danny Boyle glänzt auch in der neuen Arbeitspartnerschaft mit Ari Aster mit seiner unverwechselbaren Kameraführung.
Grit Dora
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 16:45 |
Ein verrauchter Spätnachmittag im Jahr 1974. Fotograf Peter Hujar, eine der wichtigsten Figuren der New Yorker Szene, erzählt seiner Freundin Linda Rosenkrantz für ein Kunstprojekt von seinen vergangenen 24 Stunden: über das Leben in einer Stadt, in der alle Kunst machen wollen, aber niemand Geld hat; über ein Treffen mit Allen Ginsberg, der ihm Oralsex mit William S. Burroughs nahelegt; über die schriftstellerischen Vorzüge von Susan Sontag gegenüber Fran Lebowitz; oder auch nur über sein Abendessen. Die beiden sprechen bis in die Nacht, wie es nur Vertraute können: ehrlich, intim, mit leisem Witz und großer Zuneigung.
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 17:45 |
Loraine Blumenthal nähert sich einem heiklen Thema auf vorurteilsfreie und offene Art. Im Brennpunkt aktueller Themen wie der Osten, Migranten und Rechtsradikale leistet sie einen leisen aber wichtigen Beitrag. Im Mittelpunkt des Films steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, Ex-Rechtsradikaler, der heute als ehrenamtlicher Fußballtrainer Menschen mit Migrationsgeschichte Halt gibt. Ein Film, der an die Menschen, ihre Verschiedenheit aber auch Entwicklung glaubt.
Wenn Fußballtrainer Thomas „Eichi“ Eichstätt mit seiner Mannschaft aus Torgelow bei Turnieren auftaucht, fallen sie sofort auf. Der große, kräftige Mann mit Glatze, Tattoos und Stimme, die über das ganze Feld hallt, trainiert vor allem Geflüchtete.
Thomas „Eichi“ Eichstätt, trainiert in Mecklenburg-Vorpommern die Fußballmannschaft FC Pio. Viele der jungen Spieler sind aus ihren Heimatländern geflohen und kämpfen mit Jobsuche, Akzeptanz und ihrer Vergangenheit. Für viele ist Eichi Vaterfigur, doch er blickt auf eine düstere Zeit als Rechtsextremist zurück.
Auf dem Rasen sind die jungen Erwachsenen ganz im Hier und Jetzt. Doch abseits des Spielfeldes holt sie ihre Vergangenheit und Sehnsucht nach Heimat ein. Jobsuche, Fremdenfeindlichkeit und die Suche nach Zugehörigkeit sind für sie zusätzliche harte Lebensrealität. Für viele der Spieler ist „Eichi“ Bezugsperson und Freund. Aber auch er blickt auf ein früheres, dunkles Leben als Rechtsextremist. Der abendfüllende Dokumentarfilm zeigt mal humorvoll und leicht, mal tiefsinnig und ungeschönt ihre Lebenswege, die gegensätzlicher nicht sein könnten.
ak
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 20:45 |
„Freiheit ist, nichts zu fürchten - so wie Tom Cruise.“ Ein feiner hochironischer Faden zog sich noch stets durch Paul Thomas Andersons Werke (»There Will Be Blood«, »Inherent Vice«). So auch durch seinen neuen, frei nach Thomas Pynchons großartiger Mediensatire „Vineland“ (1990) gedrehten Film. Es ist Andersons zweite Pynchon-Verfilmung. Eine Gruppe ehemaliger Revolutionäre schließt sich 16 Jahre nach ihrer letzten großen Aktion wieder zusammen, um die Tochter eines ihrer Gefährten zu retten. Dieser, der von allen nur Ghetto Pat genannte Bob Ferguson (Leonardi DiCaprio), weiß, dass der berüchtigte Colonel J. Lockjaw (Sean Penn) noch immer auf der Jagd nach ihm ist und deshalb Willa (Chase Infiniti) ins Visier genommen hat. Der Colonel, einst Teil des United States Immigration and Customs Enforcement, hat die Befreiung von 200 Häftlingen durch die Widerstandsgruppe schlecht weggesteckt und ist inzwischen Mitglied der rassistischen „Christian Adventurer Club“-Miliz. Bob und seinen alten Kumpels Sensei Segio (Benicio del Toro), Deandra (Regina Hall) und Perfidia Beverly Hills (Teyana Taylor) bleibt nichts übrig, als sich dem perfiden Colonel erneut entgegenzustellen. Eine fast dreistündige Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf - dunkel, hintergründig und teils hinreißend komisch. Regisseur Paul Thomas Anderson arbeitet erstmals mit Leonardo DiCaprio zusammen, der einmal mehr brilliert und hier sein komödiantisches Talent ausleben darf. Sean Penn wiederum gibt mit viel Durchschlagskraft den Colonel als Bobs Antagonisten und maximal humorlosen Bösewicht. Regina Hall und Benicio del Toro flankieren kongenial. Großes Kino!
Grit Dora
| Do. | Fr. | Sa. | So. | Mo. | Di. | Mi. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 18:45 |
http://kein-land-fuer-niemand.de/
»Kein Land für Niemand - Abschottung eines Einwanderungslandes« begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Die Dokumentation beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, dokumentiert die katastrophale Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben.
Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politiker*innen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?
In eindringlichen Geschichten zeigt der Film eine zunehmend beängstigende Realität aus Sicht von Geflüchteten und analysiert die Dynamiken hinter dem historischen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen fordert Kein Land für Niemand - Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den brutalen Status quo und die scheinbar unaufhaltsame Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.
Denn damit es auch in Zukunft bei einem glaubhaften „Nie wieder“ bleibt, brauchen wir Alternativen - Alternativen, die der unvermeidbaren Realität von Migration in einer krisenhaften Welt und einem Einwanderungsland im Umbruch gerecht werden.