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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 12.05.2022 - Mittwoch, 18.05.2022

Blutsauger

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Julian Radlmaier, (Deutschland), 2021

Darsteller: Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Andreas Döhler u.a.

Blutsauger

Es ist das Jahr 1928 in der Sowjetunion. Der arme Fabrikarbeiter Ljowuschka (Alexandre Koberidze) wird unerwartet für einen Film gecastet. Er soll die Rolle von Leo Trotzki im neuen Film von Sergei Eisenstein (Anton Gonopolsk) spielen. Plötzlich hat er Träume von einer großen Filmkarriere - die sofort wieder zerstört werden. Stalin mag Trotzki nicht mehr und so wird Ljowuschkas Rolle aus dem Film geschnitten. Das will er aber nicht auf sich sitzen lassen, er weiß, dass er ein großer Schauspieler sein kann! Also macht er sich auf den Weg über den großen Teich, um nach Hollywood zu gehen und dort seine Karriere zu starten. In einem deutschen Badeort an der Ostseeküste verharrt er jedoch etwas länger, da ihm das Geld ausgeht. Er verkleidet sich als reicher Flüchtling und will so ein paar Taler zusammen stehlen. Die reiche Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen (Lilith Stangenberg) macht dort gerade mit ihrem tollpatschigen Assistenten Jakob (Alexander Herbst) Badeurlaub. Ljowuschka verliebt sich in die mysteriöse Schöne, was seine Pläne gehörig durcheinander bringt. Denn Octavia ist alles andere als eine normale Urlauberin - sie ist eine Vampirin.

Die deutsche Komödie »Blutsauger« von Julian Radlmaier gibt unter dem Deckmantel eines Vampirfilms einen lustigen und bissigen Kommentar zum  weltweit aufkeimenden Nationalsozialismus. In der Berlinale-Section Encounters feierte der Film 2021 seine Premiere und gewann bereits den Deutschen Drehbuchpreis.

Anne

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Letzte Vorstellung: Vortex (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Gaspar Noé, (Frankreich/Belgien/Monaco), 2021

Darsteller: Dario Argento, Françoise Lebrun, Alex Lutz u.a.

Letzte Vorstellung: Vortex (OmdU)

Ein zweigeteiltes Bild, ein Ehepaar, zwei Menschen, die sich langsam verlieren - zunächst in ihrem Haus voller Bücher und Erinnerungen, dann in ihren eigenen Gedanken. Dario Argento und Françoise Lebrun brillieren in Gaspar Noés neuestem Werk, in dem die Psychedelik durch eine psychologische Studie über den geistigen Verfall einer Person ersetzt wird.

„Das Leben ist ein Traum, nicht wahr? Ja. Ein Traum im Traum.“ Ein älteres Paar stößt auf der Terrasse seiner Wohnung aufeinander an. Sie scheinen glücklich und gesund zu sein. Doch ihre ruhigen Herbstjahre werden langsam von einer heimtückischen Krankheit zerrissen, durch die sich Françoise zunächst in den Straßen von Paris und bald auch in ihrem eigenen Kopf verliert. Ihr Mann, ein ehemaliger Filmkritiker, würde sich gerne um sie kümmern, aber seine Energie ist nicht mehr das, was sie einmal war …

Das Bild ist zweigeteilt, und so verpasst der Zuschauer keine Sekunde der filmischen Zeit, in der die beiden Figuren - der Meister des Horrors Dario Argento und der französische Star Françoise Lebrun - versuchen, das Alter zu überleben. Gaspar Noé präsentiert einen Film, der „all jenen gewidmet ist, deren Hirn vor ihrem Herzen zerfällt“. KVIFF Karlsbad Filmfestival

Das Original ist besser!Letzte Vorstellung: Red Rocket (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:45

Regie: Sean Baker, (USA), 2021

Darsteller: Simon Rex, Suzanna Son, Bree Elrod u.a.

Letzte Vorstellung: Red Rocket (OmdU)

Mikey Saber (Simon Rex) sitzt im Bus von Los Angeles nach Texas City, der miesen Kleinstadt, aus der er vor vielen Jahren aufgebrochen ist, um ins Filmbusiness einzusteigen. Bis zum Pornostar hat er es gebracht, nun ist er pleite, muss zurück zu den Wurzeln. Seine Frau Lexi (Bree Elrod) und Schwiegermutter Lil (Brenda Deiss) perplex und voller Ablehnung, lassen sich breitquatschen, nehmen Mikey widerwillig wieder auf. Nicht beim Arbeitsamt und auch nicht auf eigene Faust, vermag er es, Jobs aufzureißen, so verlegt er sich aufs Hasch-Geschäft, wie in alten Zeiten. Fiebrig beackert er sein Umfeld mit Aufstiegsphantasien, deutet jede Niederlage als Hinweis auf bevorstehende Erfolge um, inszeniert sich als kommenden Gewinner. Das Leben - ein Film. Die 17-jährige Donut-Verkäuferin Strawberry (Suzanna Son) soll Mikeys Rückfahrkarte nach Los Angeles werden. Simon Rex, dessen eigene Pornokarriere ins Drehbuch ragt, verleiht seiner Figur maximale Authetizität. Sein fiebrig agierender Mikey ist aufdringlich, oberflächlich, unausstehlich, aber faszinierend energetisch. Er strampelt sich ab, rennt und radelt durch flirrende Sonnenuntergänge, manipuliert seine Nächsten, belügt sich selbst am heftigsten und treibt sein Umfeld mit jagendem Puls und gruselig guter Laune durch seine Erfolgsphantastereien. Soviel Ambivalenz in einer Figur sieht man selten. Regisseur Sean Baker (»The Florida Project«, »Tangerine«) widmet sich auch diesmal dem so genannten White Trash. In lichtdurchfluteten 16-mm-Aufnahmen zeigt er eine bitter-düstere Welt, ganz weit draußen blinzeln verlockend die Lichter Hollywoods. Mit unverändert großer Zugewandtheit und Virtuosität setzt Baker einmal mehr die unbändige Kraft der Menschen im Abseits in Szene, diesmal - und das ist neu - gepaart mit hinreißendem Humor.

Grit Dora