thalia gutschein

Ab sofort sind neue Gutscheine erhältlich!

THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 29.09.2022 - Mittwoch, 05.10.2022

Das Original ist besser!Moonage Daydream

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:15
21:45

Regie: Brett Morgen, (USA), 2022

Darsteller: David Bowie u.a.

Moonage Daydream

»Moonage Daydream« ist eine beeindruckende Reise in den Sound and Vision von David Bowie und lässt Fans und Nicht-Fans verblüfft zurück über sein kreatives Genie im Laufe seiner 50-jährigen Karriere. Die Dokumentation ist anders als vieles, was man bisher gesehen hat und unter dem Genre Dokumentation einordnen würde. Autor und Regisseur Brett Morgen (»Cobain: Montage of Heck«) schuf eine umwerfende Sinneserfahrung, die den Zuschauer auf eine audiovisuelle Odyssee durch Bowies Karriere und seine künstlerische Vision mitnimmt. Auf spannende Art präsentiert er einen Mann, der sich schon immer den Fesseln der Zeit widersetzte, sei es wegen des Genderfucks, seiner zukunftsweisenden Lyrik oder seiner ständig wechselnden Persona. Es ist vielleicht nicht die ausführliche Filmbiografie, die sich Kinogänger über David Bowie gewünscht hätten, aber es ist definitiv ein Film, den der Thin White Duke selbst geliebt hätte: spielerisch, intelligent und eine herrlich eindringliche, kaleidoskopische Untersuchung - weniger von Bowies Leben hier auf der Erde, sondern von jenem Leben, das in seinem Kopf und Herzen stattfand und das ihn dazu animierte, jene Kunst zu schaffen, die uns auch in Jahrzehnten noch begeistern wird. Statt geradlinig Bowies Leben zu erzählen, geht es tatsächlich mehr um eine sinnliche Erfahrung, in der man sich mit Ziggy Stardust als Anker durch dessen chaotische Welt tastet. Es ist ein Trip, ein Erlebnis - und wer jetzt noch kein Fan ist, sollte es nach Moonage Daydream hoffentlich sein. Wer allerdings schon jetzt zu den Bowie-Jüngern gehört: Schnallt Euch an. Das wird eine wilde Reise!

Viktoria Franke

Das Original ist besser!Der Beste Film aller Zeiten (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Mariano Cohn, Gastón Duprat, (Spanien), 2021

Darsteller: Penélope Cruz, Antonio Banderas, Irene Escolar u.a.

Der Beste Film aller Zeiten (OmdU)

Kurz vor seinem 80. Geburtstag treibt einen spanischen Multi-Milliardär die Sorge um seinen Nachruhm um. Anstelle der üblichen Gebäude und Stiftungen entwickelt Humberto Suárez (José Luis Gómez) den Plan, einen unvergesslichen Film zu drehen. Da Geld keine Rolle spielt, kauft er, was gut und teuer ist: Einen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman, in den er keinen Blick wirft und Regisseurin Lola Cuevas (Penélope Cruz), eine als große Exzentrikern mit genialem Zugriff geltende Filmemacherin. Die wiederum engagiert zwei als die besten Schauspieler ihrer Zeit geltenden Männer. Den gefeierten Theaterstar Iván Torres (Oscar Martínez) und den Hollywood-Superstar Félix Rivero (Antonio Banderas). Zwei Welten und zwei aufgeblähte Egos prallen aufeinander. Lola spielt mit den Eitelkeiten der Männer, lässt sie sich noch weiter aufblasen und wartet auf den Moment, die Nadel an ihre Ballons zu setzen. Sie genießt die vorhersehbare maximale männliche Reibung und manipuliert sie im Sinne ihrer Kunst, handelt das Drehbuch doch von zwei konkurrierenden Brüdern.

Aberwitzige Schauspiel-Übungen, absurde Probensituationen, allgegenwärtige Selbstsucht, Schlagabtausch mit Abklatschen: »Der beste Film aller Zeiten« (besser im Original: »Competencia Offizial«) von Mariano Cohn und Gastón Duprat ist eine weitere höchst vergnügliche Satire über das Filmbusiness als Selbstdarstellungsmaschinerie. Den Regisseuren geht es ersichtlich nicht um pechschwarze Methodenkritik, Ziel ist maximales Vergnügen beim Zuschauen. Cruz, Banderas und Martinez hatten ganz offensichtlich Spaß beim Machen.

Grit Dora

Alle reden übers Wetter

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00

Regie: Annika Pinske, (Deutschland), 2022

Darsteller: Sandra Hüller, Ronald Zehrfeld, Anne Schäfer u.a.

Alle reden übers Wetter

Clara hat es fast geschafft. Die junge Doktorandin bewegt sich selbstbewusst durch Berlin und zielstrebig auf den nächsten Karriereschritt zu. Margot, ihre Professorin-Mutter hält zu ihr, unterstützt Clara bei ihrer Doktorarbeit in Philosophie, auch wenn ihren Motivationsreden mitunter eine Art Traurigkeit anhaftet. Margot (Judith Hofmann) macht Clara (Anne Schäfer) fit für den Aufstieg ins Bildungsbürgertum. Eigentlich müsste es Bildungsadel heißen, das merkt auch Clara schnell, denn die Strukturen sind feudaler Natur, die Codes vornehm und verachtend zugleich, obendrein für eine junge Frau aus dem Osten Deutschlands, ohne Bildungstitel in Eltern- oder Großelterngeneration, die alleinstehend und alleinerziehend ist. Ihre Suche nach der eigenen Subjektivität als Forscherin kollidiert hier auch gut pointiert mit ihrer Doktorarbeit zu Hegels Freiheitsbegriff. Als Clara zum 60. Geburtstag ihrer Mutter in ihr Heimatdorf in Mecklenburg fährt, wird ihr schmerzlich bewusst, wie schwer es für die Bildungsaufsteigerin ist, daheim noch für ein paar Stunden einen Fuß in die Tür zu bekommen. Lange schon vermisst Clara die Nestwärme, zu abstrakt erscheint der Mutter das Tun ihrer Tochter. Die Unterhaltungen wandern hier vom Kopf zum Bauch, mitunter auch noch tiefer. Publikationen, Fördergelder oder didaktischer Diskurs interessieren hier niemanden. Und wenn alle mit dem Wetter durch sind, wird auch schonmal gediegen geschwiegen… Aus den vielen leisen und lauten Tönen zwischen den Dialogzeilen spricht eine feine Beobachtungsgabe, die der jungen Regisseurin Annika Pinske hoch angerechnet werden muss. Ihr Drehbuch ordentlich zu spicken mit aktuellen Grundkonflikten wie Stadt & Land, Ost & West, Heimat & Leere, Frauen & Männer, Bildungsbürgertum & sozialer Bodensatz und allen voran, Tochter und Mutter, und das alles federleicht zu inszenieren, selbst zu produzieren und dank großartiger Schauspielerinnen erfolgreich als Hochschul-Abschlussfilm ins Panorama der Berlinale zu katapultieren - das ist eine sehenswerte Promotion für die Frau aus Frankfurt/Oder, die übrigens mit all ihren Kurzfilmen beim Dresdner Filmfest zu Gast war.

alpa kino

Das Original ist besser!Die Magnetischen (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Vincent Maël Cardona, (Frankreich/Deutschland), 2021

Darsteller: Thimotée Robert, Marie Colomb, Joseph Olivennes u.a.

Die Magnetischen (OmdU)

Philippe (Thimotée Robart) ist verliebt. Und weil im echten Leben alles immer etwas länger dauert, als es dann die Drehbuchschreiberinnen vierzig Jahre später hinkritzeln, grübelt unser Held, zu Beginn der Geschichte unschlüssig, welche Last er sich aufladen soll… Seine Angebetete ist Marianne (Marie Colomb), und Marianne ist das Mädchen seines großen Bruders. Aus dem Radio grölen Joy Division: ""Here are the young men, the weight on their shoulders"", die Punk-Parole No future übermalen die jungen Bands gerade mit etwas Neuem und nennen es New Wave. Philippe und sein Bruder Jerome (Joseph Olivennes) feiern diese Neue Welle und surfen mit ihrem Piratensender Radio Warsaw (Ian Curtis lässt grüßen) ausgiebig darauf. Wie elektrisiert hocken sie in der französischen Provinz im selbstgezimmerten Radiostudio und tauchen nach dem neuen Gold; all diese verrückten, neuen Bands lassen ihre Synthesizer klirren, übersteuerte Sequenzer fauchen und die von Hand geklebten Loops vermischen sich mit allerlei Industrial Noise. Während Jerome die eloquente Stimme von Radio Warsaw gibt, leistet Philippe im Hintergrund wahre Pionierarbeit beim Erstellen von eigenen Tonschleifen, Collagen und verfremdeten Stimmen. Und dann flüstert Marianne in Philippes Mikrofon. Und er verzaubert beide, sie und ihre Stimme. Dass es aber sein Bruder ist, der sie ausführt, inspiriert Philippe nur noch mehr… Eine irre Zeitcollage bastelt Regisseur Vincent Maël Cardona, indem er die wilde, französische Party der frühen Achtziger mit ihrem fetten Soundtrack unterlegt. Der Wahlsieg der Linken unter François Mitterrand fällt zusammen mit der Post-Punk-Revolution in der Musik, das Land steht Kopf und die Liebe lässt Philippe keine Ruhe. Marianne hat ihm ein Mixtape geschenkt, als er zum Militärdienst nach Westberlin geht, natürlich zum Soldatensender, und was er da zu hören bekommt, verdreht ihm vollends den Kopf. p.s. Wer mal wissen mag, wie ein Bundesverdienstkreuzträger Namens Alfons vom französischen Piratensender nach Westberlin und zu seiner Dederonjacke kam, gebe bei youtube Ringlstetter und Alfons ein.

alpa kino

Das Original ist besser!Alcarràs (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Carla Simón, (Spanien/Italien), 2022

Darsteller: Jordi Pujol Dolcet, Anna Otin, Xènia Roset u.a.

Alcarràs (OmdU)

Alcarràs, im Nordosten Spaniens. Kinder verstecken sich zwischen Obstbäumen, Jugendliche machen Jagd auf Hasen, die Erwachsenen sitzen beieinander, als ein Autowrack, in dem die Kleinen jahrelang spielten, von einem riesigen Kran entfernt wird. Verunsicherung kommt auf. Die Entfernung des Schrottautos markiert den Beginn einer erschütternden Veränderung. Seit Jahrzehnten lebt die Großfamilie Solé inmitten der Plantage. Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften die Solés mit dem Anbau von Pfirsichen. Jetzt muss Großvater Rogelio (Josep Abad) den Seinen klar machen, dass das Land, auf und von dem sie leben, nicht ihnen gehört. Während des spanischen Bürgerkriegs hatte die Familie die lokalen Großgrundbesitzer versteckt, zum Dank überließen diese den Solés die Plantage. Die Nachfahren der Leihgeber widerrufen nun die Leihgabe, sie wollen auf dem Gelände ein Solarzellenprojekt initiieren. So wirkt die ökologische Erneuerung der spanischen Landwirtschaft in die Großfamilie hinein.

Regisseurin Carla Simón (»Fridas Sommer« 2017) inszeniert mit großer Zugewandtheit die harte und dennoch geliebte landwirtschaftliche Arbeit, das familiäre Idyll und vor allem den tiefen Zusammenhalt, der durch bevorstehende Veränderung zu bröckeln beginnt. Zu unterschiedlich reagieren die einzelnen Familienmitglieder. Quimet (Jordi Pujol Dolcet) will nicht weichen, nimmt an Demos teil, versucht sich gegen das Unvermeidliche zu wehren. Sein Bruder Cisco (Carles Cabós) hingegen akzeptiert das Angebot, sich um die Wartung der Solaranlagen zu kümmern. Es ist kein schlechter Handel. Die Kinder suchen noch erfolglos nach Ersatz für ihr Autowrack, während sich die Jugendlichen schon in Richtung Großstadt orientieren. Die Neuausrichtung ist keine Katastrophe, sie mündet nicht in einen Kampf, sie hat auch Vorteile. Aber sie verändert dauerhaft die familiären Strukturen. Carla Simón lässt das Publikum den letzten Sommer auf der Plantage inmitten der Familie erleben, an ihrem Leben teilhaben. »Alcarràs« ist die zu Herzen gehende Chronik eines großen Umbruchs. Stark erlebte Gegenwart, befeuert vom Spiel der Laiendarsteller. Dafür gab es den Goldenen Bären der Berlinale 2022.

Grit Dora

Berlinale Gewinner 2022

Das Original ist besser!Der schlimmste Mensch der Welt (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Joachim Trier, (Norwegen/Frankreich/Schweden/Dänemark/USA), 2021

Darsteller: Renate Reinsve, Anders Danielsen Lie, Herbert Nordrum u.a.

Der schlimmste Mensch der Welt (OmdU)

Es gibt ja manche Auszeichnungen, die hat man sich verdient, auf die arbeitet man hin. Andere will man lieber vergessen. Zum Beispiel „Schrägste Frisur“ in der Abi-Abschlusszeitung. Zu diesen Auszeichnungen, die man gar nicht haben will, gehört wohl auch „The Worst Person in the World“ zu sein. Darauf arbeitet nun wirklich niemand (bewusst) hin.

So auch nicht Julie (Renate Reinsve), die Ende 20 ist, sich aber finanziell keine Sorgen machen muss. Sie studiert mal dies und mal das, sucht sich immer neue Leidenschaften, probiert eben gern neue Dinge aus. Als sie den 44-jährigen Comic-Autor Aksel (Anders Danielsen Lie) kennenlernt, ist die Liebe unendlich groß, trotz des Altersunterschieds. Julies Unentschlossenheit bleibt jedoch gleich. Und als sie auch noch Eivind (Herbert Nordrum) kennenlernt, der so alt und so unentschlossen wie sie selbst ist, ist ihr Gedankenchaos perfekt.

»The Worst Person in the World« (Originaltitel: »Verdens verste menneske«) erzählt vier Jahre lang aus dem Leben von Julie und wie sie sich als junge Frau durch Liebesleben, Karriere und allgemein ihren Lebensweg navigiert. Denn auch mit 30 kann man noch am Anfang stehen und herausfinden, was man im Leben eigentlich erreichen will - eine etwas andere Coming of Age-Story sozusagen.

Das Drama wurde von Regisseur Joachim Trier verfilmt und bildet den Abschluss der losen Trilogie mit »Auf Anfang« und »Oslo, 31. August« über den Nachwuchs der Osloer Oberschicht.

Anne

Das Original ist besser!Everything Everywhere All at Once (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Dan Kwan, Daniel Scheinert, (USA), 2022

Darsteller: Michelle Yeoh, Jamie Lee Curtis, Stephanie Hsu u.a.

Everything Everywhere All at Once (OmdU)

Wer kennt das nicht? Eine einfach scheinende Sache wie z. B. die Erstellung der Steuererklärung gerät außer Kontrolle. Was folgen kann, nicht zwingend muss, erzählt das überbordende Sci-Fi-/Action-/Kung-Fu-Abenteuer »Everything Everywhere All at Once«, das in Lichtgeschwindigkeit durch multidimensionale Universen hüpft.

Doch der Reihe nach: Waschsalonbesitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) geht im Chaos ihres Alltags unter: Der bevorstehende Besuch ihres Vaters (James Hong) überfordert sie, die Wünsche der Kunden bringen sie an ihre Grenzen und die anstehende Steuererklärung wächst ihr komplett über den Kopf. Der Gang zum Finanzamt ist unausweichlich, doch während sie mit ihrer Familie bei der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) vorspricht, wird ihr Universum komplett durcheinander gewirbelt. Raum und Zeit lösen sich auf und die Menschen um sie herum haben ebenso wie sie selbst plötzlich weitere Leben in Parallelwelten. Sie entdeckt, dass das Multiversum real ist und sie auf die Fähigkeiten und das Leben anderer Versionen ihrer selbst zugreifen kann. Das ist auch bitter nötig, denn sie wird mit einer großen, wenn nicht der größtmöglichen Mission betraut: der Rettung der Welt vor dem unbekannten Bösen.

Das Regie-Duo Dan Kwan und Daniel Scheinert, auch genannt „Daniels“, legen ein unglaubliches Filmabenteuer vor. Im Mittelpunkt dieser explosiven Mischung steht Michelle Yeoh (»Tiger & Dragon«) als Retterin wider Willen, deren Gegenspielerin von der unvergleichlichen Jaime Lee Curtis gespielt wird. Ke Huy Quan, legendärer Kinderstar aus »Indiana Jones und der Tempel des Todes«, feiert seine Rückkehr auf die Leinwand in der Rolle von Evelyns Ehemann. Der Film eröffnete das diesjährige SXSW Festival und wurde von Publikum und Kritik euphorisch aufgenommen.

ak