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Kinoprogramm Donnerstag, 21.03.2019 - Mittwoch, 27.03.2019

20. Dresdner SchmalfilmtageSOUKROMÉ STOLETÍ/ DAS PRIVATE JAHRHUNDERT

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

In dem Dokumentarfilmzyklus erzählt Jan Šikl Schicksale tschechischer Familien im 20. Jahrhundert. Dabei greift er auf per Anzeige gefundene Schmalfilmarchive zurück, in denen sich ausschließlich für private Zwecke aufgenommene Filme befinden. Für den Zyklus hat er zusammen mit seinem Team die Geschichten hinter dem Material recherchiert, sie neu geschnitten und vertont – so auch die Streifen Nízký let (Tiefflug) und Sejdeme se v Denveru (Wir sehen uns in Denver): Sie handeln von zwei Männern mit dem Vornamen František, die im schicksalhaften Jahr 1968 auf zwei verschiedenen Seiten standen.

Zu Gast: Jan Šikl; Moderation: Jana Cernik

20. Dresdner SchmalfilmtageKALEIDOSCOPE - TELEMACH WIESINGER

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30

KALEIDOSCOPE ist ein „Filmpoem“ in 21 Kapiteln, mit dem Telemach Wiesinger an seinen früheren Film PASSAGE (2008) anknüpft. Bilder für den Langfilm sind während zahlreicher Fahrten durch Europa und Nordamerika auf 16-mm-Schwarzweiß-Film gedreht worden. Die zu abstrahierten Travelogues komponierten einzelnen Filmsequenzen zeigen Stationen menschlichen Unterwegsseins, Beobachtens und Entdeckens – oder auch Strandens. Vielfältige Verkehrsmittel, Straßenzüge und Schilder stehen für eine Welt, die immer in Bewegung ist. Aus enger Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten Alexander Grebtschenko resultiert der Ton zum Film.

Zu Gast: Telemach Wiesinger; Kuration: Nadine Bors

Of Fathers and Sons - die Kinder des Kalifats

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
20:00
21:45

Regie: Talal Derki, (Deutschland/Syrien/Libanon/Katar), 2017

Of Fathers and Sons - die Kinder des Kalifats

Würden sich Kreise schließen, ergäbe vielleicht alles einen Sinn. Doch der Kreis ist nicht rund. Und die Zeit steht niemals still. Wenn Väter ihre Söhne in Kriege schicken, dreht sich die Spirale der Gewalt endlos weiter…

Ein außergewöhnlicher Einblick in das Kriegsgebiet Syrien gelingt erneut Regisseur Talal Derki (»Return To Homs«), indem er zwei Jahre lang als Kriegsreporter getarnt unter Salafisten lebt und ihr Leben sowie ihren Kampf dokumentiert. In Idlib gibt sich der ansonsten in Berlin lebende Syrer als IS-Sympathisant aus und erhält Zugang zur Familie von Abu Osama, einem angesehenen Krieger der al-Nusra-Front. Schnell wendet sich seine Kamera den acht Kindern von Abu Osama zu, zeigt ihre tägliche Zerrissenheit zwischen „ganz normaler Kindheit“, der Ausbildung zu Gotteskriegern und dem Ringen um die Gunst des Vaters. Letzteres offenbart sich paradoxerweise, wenn Osama (13) und Ayman (12) darin eifern, den vom Vater erlernten Hass zu perfektionieren. Tieren den Kopf abzuschlagen, wie es der Vater mit Gefangenen tut, oder gleichaltrige Mädchen mit Steinen anzugreifen, weil sie ihr Gesicht nicht verschleiern, gehört genauso zu ihrem Spiel wie das Training in einem al-Nusra Camp. Als Kind in Damaskus lernte Regisseur Talal Derki von seinem Vater, Albträume auf ein Stück Papier zu schreiben, damit sie für immer aus seinem Leben verschwinden mögen. Hier geht der Regisseur nun zurück in sein Heimatland und nimmt statt eines Stück Papiers seine Kamera mit und dokumentiert, wie aus Kindern Krieger gemacht werden. Ohne dass sie eine Wahl haben. Selbst wenn sich die Wege von Osama und Ayman am Ende trennen, Osama zurück ins Scharia-Camp und Ayman wieder in die Schule geht; verschwinden wird dieser Albtraum wohl so schnell nicht aus unserem Leben.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!mid90s (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00

Regie: Jonah Hill, (USA), 2018

Darsteller: Sunny Suljic, Katherine Waterston, Lucas Hedges u.a.

mid90s (OmdU)

Jonah Hills Regiedebüt ist eine Zeitreise mitten in die 90er. Eine Zeit, in der Skateboarden sportliche Konventionen sprengte und man mit Mixtapes Mädels beeindrucken konnte. Stevie ist 13 und wächst unter schwierigen Verhältnissen in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner allein erziehenden Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten.

Jonah Hills Liebeserklärung an die 90er-Jahre wurde auf 16mm gedreht und mit einem Soundtrack von den Pixies bis zum Wu-Tang Clan versehen. Dem Hollywood-Star gelingt ein Nostalgietrip in eine Zeit, deren Mode und Popkultur heute Kult sind.

Das Original ist besser!Green Book - Eine besondere Freundschaft (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45 21:45

Regie: Peter Farrelly, (USA), 2019

Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini u.a.

Green Book - Eine besondere Freundschaft (OmdU)

New York City 1962: Der hochkarätige Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant eine Südstaatentournee - in den 1960er Jahren heißt das für einen Afroamerikaner, extrem sorgfältige Reisevorbereitungen zu treffen. Don, der so feinsinnig ist, dass er den Begriff „hochkarätig“ als zutiefst trivial brandmarken würde, engagiert den handfesten Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Fahrer. Tony soll ihn anhand des sogenannten Negro Motorist Green Book sicher durch all die Gegenden bringen, in denen Rassismus noch selbstverständlich ist. Das Book ist ein Reiseführer, der alle Unterkünfte und Restaurants auflistet, in denen auch afroamerikanische Gäste geduldet werden. Tony hat das Herz auf dem rechten Fleck und als ehemaliger Türsteher eine locker sitzende Faust, was er seinem neuen Arbeitgeber zunächst verschweigt. Während der langen Fahrten durch das weite Land ergeben sich Gespräche, kulturelle Unterschiede von den Ess- bis zu den Schreibgewohnheiten prallen aufeinander. Je tiefer sie in den Süden gelangen, desto heftiger werden die rassistischen Zwischenfälle. Don lässt Tony im Laufe dieses Road Movies die Erfahrung machen, dass man Ausgrenzung besser mit Würde als mit Gewalt begegnet und zeigt ihm, dass er es eigentlich besser weiß. Tony wiederum führt Don auf mal hemdsärmelige, mal feinfühlige Weise vor Augen, mit welchen Widersprüchen er lebt und wie er sie verdrängt. Freundschaft findet statt.

Regisseur Peter Farelly, sonst für Schenkelklopfer wie »Dumm und dümmer« und »Verrückt nach Mary« bekannt, widmet sich mit Fingerspitzengefühl einem leider wieder brandaktuellen Thema. Im feinen Retro-Setting brilliert Mahershala Ali, der wie in »House of Cards« mit optischem und intellektuellen Glanz besticht. The one and only Viggo Mortensen gibt mit Lust den Proll mit dem heißen Herzen. Nicht zu fassen, dass der Mann 60 Jahre alt sein soll.

»Green Book - Eine besondere Freundschaft« ist ein Film in der Tradition von »Miss Daisy und ihr Chauffeur« und dürfte ein Oscar-Anwärter sein. Ali hat schon einen, für Mortensen ist er absolut überfällig.

Grit Dora

Das Original ist besser!Bohemian Rhapsody (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher, (Großbritannien/USA), 2018

Darsteller: Rami Malek (Freddie Mercury, Joseph Mazzello, Lucy Boynton u.a.

Bohemian Rhapsody (OmdU)

»Bohemian Rhapsody« ist die längst überfällige filmische Hommage an Queen, deren fabelhafte Musik und den Ausnahmesänger und krass exzentrischen Entertainer Freddie Mercury. Queen widersetzten sich Klischees, trotzten Konventionen, machten komplexe Musik und hatten damit Erfolg. Der Film erzählt den rasenden Aufstieg der Band durch ihre einzigartigen Songs, die ohne Rücksicht auf den Mainstream entstanden und dennoch die Massen erreichten. Der Sound von Queen bleibt revolutionär. Auch für Mercurys außer Kontrolle geratenden Lebensstil, seinen Twist zur Solokarriere, die Rückkehr zu Queen und das berühmte „Live Aid”-Konzert, für all diese extrem unterschiedlichen Situationen findet der Film beeindruckend glaubwürdige Bilder, ohne in die Imitationsfalle zu tappen. Rami Malek wirft sich in die Rolle von Freddie Mercury und gibt alles. In den Szenen der Wiedervereinigung der Band für eines der herausragendsten Konzerte der Rockmusikgeschichte entfaltet er sein charismatisches Potential. »Bohemian Rhapsody« zeigt den Spirit von Queen, der bis heute Generationen inspiriert und begeistert.

We Will Rock You!

Grit Dora

Das Original ist besser!The Sisters Brothers (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Jacques Audiard, (Frankreich/Spanien/Rumänien/USA/Belgien), 2018

Darsteller: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal u.a.

The Sisters Brothers (OmdU)

Wenn einem dieses ganze Gereite und Herumgeballere zum Hals raus hängt, dann sollte man sein Leben ändern, ehe einem das Pferd unterm Hintern weggeschossen wird. Eli (John C. Reilly), der Ältere der Sisters Brothers, grübelt schon seit langem, ob er diesen Scheißjob als Revolverheld an den Nagel hängen und sich einfach in besserer Gesellschaft bewegen sollte. Obendrein ist er verliebt und das stellt naturgemäß alles auf den Kopf. Charlie (Joaquin Phoenix), der Elis jüngerer Bruder und ein arger Saufkumpan ist, mag weder diese melancholischen Vorträge, noch mag er sich eingestehen, dass auch ihr alter Herr sich einst zu Tode soff. Beide Brüder stecken also mitten in einer Sinnkrise. Und während ein Kollege für sie die Laufarbeit macht; einen pfiffigen Goldrausch-Chemiker aufzuspüren und den Sister Brothers zur Liquidierung zu überstellen, haben sie ausreichend Zeit, ihr sauer erarbeitetes Geld in Saloons oder in Bordellen anzulegen. In der Zwischenzeit haben sich der Kopfgeldjäger John Morris (Jake Gyllenhaal) und der Goldjunge Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) allerdings darauf verständigt, dass es in Zeiten industrieller Ausbeutung schlauer wäre, Gold und Kopfgeld in die Zukunft einer demokratischen, friedliebenden Gemeinschaft zu investieren. Das klingt nach einem verrückten Plan, einem, der weiter führt, als immer nur zu ziehen, zu zielen und abzudrücken. Und so vergrößert sich der Abstand der zwei Grüppchen erst einmal wieder. Ehe sich die Vier doch noch zu einem längeren Gedankenaustausch treffen… Man kommt nicht umhin, dem gestandenen, französischen Regisseur Jacques Audiard für diese kleinen Denkanstöße in Richtung amerikanisches Publikum Beifall zu zollen. Auch wenn hier nicht alle Beteiligten gleich deswegen vergnügt in den Sonnenuntergang reiten.

Alpa Kino

Fahrenheit 11/9

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Michael Moore, (USA), 2018

Fahrenheit 11/9

Michael Moore recycelt einen seiner Filmtitel und sofort fragt man sich, welches der Ereignisse die USA schwerer getroffen haben mag, die 9/11-Attacke von 2001 oder die 11/9-Wahlsiegnacht für Donald Trump 2016. Der amerikanische Doku-Schulter-&-Schenkelklopfer Michael Moore wusste es schon vorher. Eindringlich hatte er 2016 vor der weinerlichen Arroganz der Demokraten gewarnt, die 90 % ihres Wahlkampfes damit zubrachten, nicht zu kämpfen, sondern ob der offensichtlichen Unwählbarkeit eines solchen Menschen siegessicher zu lächeln. Moore verbringt die meiste Lebenszeit dort, wo es weh tut; mit der Kamera auf der Straße. Trotzdem ist auch er schockiert wie so viele. Und möchte ein wenig von dem Schock zurückgeben an sein Publikum, aber mehr noch an seine Landsleute, damit sie endlich ihren Arsch von der Couch bekommen. Er vergleicht sie hier mit den ""guten Deutschen"" von 1933, jenen, die der Meinung waren, so schlimm würde es wohl nicht kommen. Und wo Moore schon am Austeilen ist, macht er als medialen Urknall von Trumps Wahlsieg den Erfolg der Sängerin Gwen Stefani aus. Sie hatte mit ihrer Performance bei der Casting-Show ""The Voice"" Donald Trump vom Fernseh-Thron bei der NBC gestoßen. Der Narziss grummelte wohl: how to make Me great again und ließ sich aufstellen, nur so aus Jux, für die 45. Präsidentschaftswahlen. Seitdem kann jemand wie Moore wahllos illustratives Filmmaterial aus den Abgründen der zerrissenen amerikanischen Gesellschaft sammeln, oder schlicht all seine bisherigen Dok-Filme in die Kamera halten, um klagende Beispiele auf die Leinwand zu werfen. Allen voran des Präsidenten Kuschelkurs mit den Far-Right-Demonstranten von Charlottesville oder das Highschool-Massaker von Parkland, wo Trump Lehrer, Opfer und Polizisten verhöhnte und welche sicher unter vielen anderen ihren Anteil hatten an dem blauen Ansturm bei den aktuellen Kongresswahlen.

Alpa Kino

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.