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Kinoprogramm Donnerstag, 03.09.2015 - Mittwoch, 09.09.2015

Taxi Teheran

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00

Regie: Jafar Panahi, (Iran), 2015

Darsteller: Jafar Panahi u.a.

Taxi Teheran

Kann man denn noch direkter und noch brisanter Kino machen? Als es der iranische Regisseur Jafar Panahi mit seinem neuesten Coup auf der Berlinale gezeigt hat? Der mit 20 Jahren (!) Berufsverbot belegte Filmemacher erteilt seinen Gegnern eine laut schallende Backpfeife und lädt das halbe Land zu einer politischen Gesprächsrunde vor seine Kamera. Welche er ins Handschuhfach eines Taxis montiert, so dass sie jeder sehen kann und vor die er sich auch gleich selbst noch hockt. Als vermeintlicher Taxifahrer durch Teheran, der die ambitionierte Anwältin (seine Anwältin), den jungen, wilden Regiestudenten, einen Todgeweihten oder die von Zensurvorgaben genervte Schülerin (seine Tochter) kutschiert. Aufs Köstlichste verschwimmt hier die Realität zur Fiktion, wenn man auseinander zu halten versucht, wo das Drehbuch abgelöst wird vom echten persönlichen Mitteilungsbedürfnis der Protagonisten. Der Innenraum Taxi, und das gilt für fast alle Länder dieser Welt, stellt seit jeher einen sprudelnden Informationsquell dar und gilt als höchst politischer Gradmesser für die Gesellschaft, auf deren Straßen man sich gerade bewegt. Damit spielt Panahi sehr virtuos, und findet en passant eine listige Möglichkeit, heimlich einen Film zu drehen. Auf seiner Rückbank streitet eine ambitionierte Lehrerin mit einem arroganten Besserwisser über den Un-Sinn von überzogener Bestrafung bei Kleinstkriminellen. Dann erkennt des Regisseurs Nachbar umgehend, dass Panahi hier nie im Leben nur Taxi fährt, sondern einen Film dreht oder die Anwältin von Panahi steigt ein und listet die jüngsten Fälle von Justizwillkür auf…, kurz gesagt eine köstliche Eulenspiegelei. Und für die kleine Episode mit dem wissbegierigen Möchtegern-Regisseur, der sich beim Meister Rat holen möchte, aus welchen Kinoklassikern er das Handwerk erlernen solle, allein dafür gebührt dem Gewinner des Goldenen Bären 2015 allerhöchste Achtung: Diese Filme hier seien alle schon gedreht, Inspirationen finde er anderswo. Lautet die Antwort. Genau. In einem Teheraner Taxi zum Beispiel.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Die Yes Men - Jetzt wird’s persönlich

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00 19:00 19:00 19:00
19:45 19:45 19:45

Regie: Laura Nix & die „Yes Men“ Andy Bichlbaum & Mike Bonanno, (USA), 2014

Die Yes Men - Jetzt wird’s persönlich

Trailer: http://bit.ly/1GtetMO

Sie imitierten und blamierten zu Georg Bushs Zeiten die website des Weißen Hauses, fungierten als offizielle Ansprechpartner für die WTO und erklärten diese für aufgelöst, sie erschienen 300 Mio BBC World Zuschauern als Sprecher von Dow Chemical und verkündeten, dass den Opfern von Bhopal nach 20 Jahren endlich Gerechtigkeit widerfahren solle… und in den vergangenen Jahren rackerten Jacques Servin und Igor Vamos alias Andy Bichlbaum und Mike Bonanno wie wild, um die Klimakatastrophe ein für alle Mal abzuschaffen. Dass es zur dritten Auflage ihres köstlichen Weltverbesserungs-Doku-Projektes kommen würde, schien klar und logisch. Wenn du dich einmal in Firmenvorstände hineingelogen hast, auf Kongresse geschmuggelt oder geradezu euphorisch dazu eingeladen wurdest, Hitlers Wirtschaftspolitik zu feiern, dann ermuntert dich neben der erdrückenden Unzulänglichkeit dieser Welt auch noch die himmelschreiende Ignoranz und vor allem die saublöde Des-Kaisers-Neue-Kleider-Mentalität der achso gewaltigen und wichtigen CEO's dieser Welt. Neuerdings kommt die dummfreche Faulheit der Presse noch dazu. Die für Projekte wie die Yes Men alles hinausposaunen, was ihnen zugezwitschert wird. Obwohl die beiden Aktivisten bereits ein wenig in die Jahre gekommen sind, gilt nach wie vor ihre Prämisse „If you don't - who will?“. Seit 20 Jahren machen sie den modernen Eulenspiegel und erzwingen durch immerwärende Zustimmung (The Yes Men), dass die zerstörerischen Attribute dieser Gesellschaft so lauthals wiedergegeben werden und es selbst die Ignorantesten hören müssen. Auch ein wenig einfühlsam zeigt dieser aktuelle Streifen, welchen großen Preis man für ein engagiertes Leben zahlen muss. Viele Beziehungen litten, Freunde standen zurück und Kraft wurde verschwendet. Gerade im Kampf gegen die Windmühlen der Klimakatastrophenverweigerer. Und jetzt, wo Igor Vamos zum dritten Mal Vater wird, beschleicht ihn langsam das Gefühl, die jüngeren Eulen könnten flügge werden und ruhig mal die Arbeit am Spiegel übernehmen.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Broadway Therapy (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:45 20:45 20:45 20:45
21:30 21:30 21:30

Regie: Peter Bogdanovich, (USA/Deutschland), 2014

Darsteller: Owen Wilson, Imogen Poots, Jennifer Aniston u.a.

Broadway Therapy (OmU)

Vor 42 Jahren drehte Peter Bogdanovich die enorm erfolgreiche Screwballkomödie »Is’ was, Doc?« mit Barbra Streisand und Ryan O’Neal in den Hauptrollen. Jetzt setzt der Altmeister des New Hollywood den absurden Kampf der Geschlechter mit Imogen Poots und Owen Wilson in Szene - und bedient sich dabei der klassischen Rollenverteilung. Escort-Girl Izzy sahnt von einem verliebten Kunden einen fünfstelligen Betrag ab - mit der Auflage, ihren unmoralischen Job aufzugeben und sich dafür der anvisierten Schauspielkarriere zu widmen. Dumm nur, dass die junge Frau ihren Lieblingskunden bei einem Vorsprechen wieder trifft. Der ist ein bekannter Broadwayregisseur und keineswegs begeistert von einer beruflichen Beziehung. Dafür sind es alle anderen: Seine auf Hauptrollen abonnierte Gattin, sein Kumpel und nicht zuletzt der Autor des Stücks. Der bandelt umgehend mit dem Neuzugang an, nicht ahnend, dass die junge Fee die Klientin seiner psychotherapeutisch tätigen Lebensgefährtin ist. Das Chaos nimmt seinen Lauf und besonders der Autor kriegt von seiner schlagkräftigen Freundin umgehend eins auf die Mütze. Jennifer Aniston und Rhys Ifans glänzen in den Nebenrollen, Cybill Shepherd, die bei Bogdanovich vor Jahrzehnten ihre Schauspielkarriere startete und für die er seine erste Frau verließ, ist auch mit von der Partie. Seine zweite Exfrau Louise Stratten hat mit ihm das Buch geschrieben. Da waren ersichtlich Menschen am Start, die in der Materie durch und durch zu Hause sind. Offenbar mögen sie sich auch noch alle. Man darf jedenfalls annehmen, dass diese Komödie eine leichte autobiografische Note hat. Und Bogdanovich ein Händchen dafür, die Familie, sprich: die Frauen, zusammenzuhalten.

Sicher ist, dass er das Genre so smart bedient wie kein Zweiter.

Grit Dora

Das Original ist besser!Amy

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15 22:15 22:15

Regie: Asif Kapadia, (Großbritannien), 2015

Darsteller: Amy Winehouse u.a.

Amy

»Amy« - Dokumentation über Amy Winehouse, eine der begnadetsten Soulstimmen und ein sensibler Mensch. Wen die Götter lieben, den holen sie zu sich, hieß es schon in der Antike. Am 23. Juli 2011 starb die geniale Sängerin mit nur 27 Jahren.

Amy Winehouse erreichte mit ihren emotionalen, persönlichen Texten und wunderschönen Songs ein Millionenpublikum und wurde mit zahlreichen Preisen u.a. 6 Grammy Awards dekoriert. Wie hat sie ihren Weg begonnen, wer waren ihre Begleiter und Förderer, wer war die Ausnahmekünstlerin hinter den Kulissen? Diesen und vielen weiteren Fragen wird der Film auf die Spur kommen. Er zeigt mit großer Sensibilität ihre immense Leidenschaft für die Musik, ihren eigenen Kopf und ihren Humor. Aber auch ihre Unsicherheit, die Zwänge, denen sie unterlag und Amys unbändiges Verlangen, geliebt zu werden.

Die Kamera begleitet die Beehive-Ikone durch die Zeit des plötzlichen Ruhms, der großen Shows und die Versuche, wieder zu sich zu finden. Dabei ist die Dokumentation so ehrlich, unverfälscht und überraschend wie ihre Protagonistin selbst.

Regisseur Asif Kapadia (»Senna«, 2011) erhielt Zugang zu bisher unveröffentlichtem Material und gewährt Einblicke in persönliche Videos, Notizbücher und Tonaufnahmen. Interviews geben Aufschluss auf ihr engstes Umfeld, es kommen Menschen zu Wort, die direkten Einfluss auf die Erfolge, das Glück aber auch das Scheitern von Amy Winehouse hatten. Kapadia gelingt es wieder und wieder, konkrete Verbindungen zwischen ihren persönlichen Erlebnissen und ihren unverwechselbaren Songs herzustellen. Dabei verliert die Charakterstudie trotz privater Einblicke nie den Respekt vor dem Menschen hinter dem Namen.

Mit »Amy« ist ein beeindruckendes Porträt über eine der größten Musikerinnen unserer Zeit entstanden.

BSC

Das Original ist besser!Slow West (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15
23:15

Regie: John Maclean, (USA/Neuseeland), 2014

Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Caren Pistorius u.a.

Slow West (OmU)

Trailer: http://bit.ly/1EPifvP

Trocknet eure Tränen, der Western ist tot. Es lebe der Anti-Western. Dieses nun auch schon wieder 50 Jahre alte Genre des ganz und gar nicht romantischen Westerns bekommt jetzt einen großen Bruder. Einen saucoolen, dreckigen Bastard, der anderen in den Rücken schießt. Wegen eines Stück Brotes… Der erste Eindruck ist mächtig finster. Und erinnert gewaltig an die Geschichte vom frisch verliebten, tödlich getroffenen, umherreisenden Buchhalter aus Cleveland. Der 16-jährige Scot Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) reist im Jahr 1870 aus Irland nach Amerika. Aus Liebeskummer um seine Rose (It's a rose, made out of paper…). Sie (Caren Pistorius) und ihren Vater will Jay finden, hat aber nicht damit gerechnet, was für ein raues, gesetzloses Land sich seine europäischen Vorgänger hier drüben zusammengeballert haben. So ein Greenhorn wie Jay verputzen die Kerle hier zwischen Kaffee und Bohnen. Da haben sie noch nichtmal die Stiefel angezogen. Scheiß Philister, die krummen… Jay engagiert Silas Selleck (Michael Fassbender) mehr durch Zufall. Halb zu seinem Schutz und halb, um Rose und ihren Dad zu finden. Nicht ahnend, dass Silas hier in einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt gerät. Silas geht dem einträglichsten Gewerbe dieser Zeit nach; er ist Kopfgeldjäger. Zu dumm, dass auf Jays Geliebte und ihren alten Herrn ein paar tausend Dollar ausgelobt sind. Dead or alive. It doesn't matter. Und ja. Es gibt ein halbes Dutzend Szenen, die man so oder ähnlich einst bei Jim Jarmusch sah. Und ohne lang darauf herumreiten zu wollen; Jay wird ganz sicher bald seine lämmerhafte Unschuld verlieren. Und sich den Wolfspelz überstreifen. Will er sein Leben behalten. Regisseur John Maclean, dessen kreative Wurzeln bei der sagenhaften Beta-Band liegen, weiß seine Träume zu verwirklichen. Im bildschönen Neuseeland finden er und sein Kameramann Robbie Ryan Muße und Landschaft genug, uns an der Nase herum zu führen. Ganz langsam, slow west.

Boys,.. the hunt is on!

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Sound of Bronkow Music FestivalLate Night-Konzert mit lùisa

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
00:55

Wer vor zwei Jahren im SOB-Apfelgarten gut aufgepasst hat, weiß dass lùisa schon einmal bei uns zu Gast war. Denn diese Stimme fräst sich ein. Ein schroffer Klang wie kühler Granit, oder wie es im Presseinfo heißt wie „Björk, PJ Harvey und Hildegard Knef im selben Moment“. Wir würden noch das Timbre einer Joanna Newsom mit in den Topp werfen. Dazu elektronische Sounds mit beinahe folkloristischen Klanglandschaften, verspielte E-Gitarren-Linien und straighte Bässe.

Da wundert es nicht dass lùisas aktuelles Album „Never Own“ das erste rein deutsche Signing der kanadischen Nettwerk Music Group ist. Und das mit 22 Jahren. Ganz schön gut!