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Kinoprogramm Donnerstag, 17.07.2014 - Mittwoch, 23.07.2014

Verführt und verlassen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30 17:30 17:30 17:30

Regie: James Toback, (USA), 2013

Darsteller: Alec Baldwin, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola u.a.

Verführt und verlassen

Trailer: http://bit.ly/1nP7K3q

„It always comes down to the money.“ erklärt Martin Sorsese und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf ein Thema, welches Regisseur James Toback und Leinwand-Oldie Alec Baldwin auf recht putzige Weise zum Inhalt eines Films machen: 95 % deiner Zeit brauchst du, um das Geld zu beschaffen und 5 % um zu drehen. Also sagten sich Toback & Baldwin; Lass uns mal nach Cannes gehen und irgendein Skript anpreisen und lass uns darüber was dann passiert einen Film machen. Sofort tobte dieser Privatsoldat, eine Art High-Tech-Söldner, durch Alec Baldwins Kopf, der mitten im Irakkrieg eine investigative Jornalistin trifft, um mit ihr, wegen der Aussichtslosigkeit der Situation, alle Formen sexueller Hörigkeit durchzudeklinieren. Arbeitstitel »Der letzte Tango von Tikrit«. Toback & Baldwin knatterten während der Filmfestspiele die Cote d’Azur hoch und runter, um Produzenten von ihrer explosiven Mischung aus Altherrensex und Endzeitdrama zu überzeugen. Ähm,… die Portemonaies bleiben erstmal zu. Vielleicht wäre eine Komödie profitabler…? Mit einer Verfolgungsjagd…? Ohne Neve Campbell…? Aber doch nicht für 15 Mio Dollar…? Toback & Baldwin bereitet es sichtlich einen Riesenspaß zu zeigen, wie das Geschäft funktioniert. Sie flirten, locken, oder machen Smalltalk, verführen und werden enttäuscht. Ihr Skript tritt dabei in den Hintergrund und nach vorne rücken Scorsese, Polanski oder Ford-Coppola, die wirklich was zu plaudern haben, Ryan Gosling, Jessica Chastain oder Diane Kruger, die sich immer über Aufmerksamkeit freuen und Bertolucci höchstselbst, der charmant zu berichten wusste, welches Tänzchen er einst mit Marlon Brando hinlegte.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Boyhood (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30 19:30 19:30

Regie: Richard Linklater, (USA), 2014

Darsteller: Ellar Salmon, Patricia Arquette, Ethan Hawke u.a.

Boyhood (OmU)

Richard Linklater ist ein besonderer Filmemacher, sehr gern betrachtet er Geschichten über lange Zeitspannen hinweg. In »Before Sunrise«, »Before Sunset« und »Before Midnight« erzählte er von 1995 bis 2013 die Liebesgeschichte zwischen Jesse (Ethan Hawke) und Celine (Julie Delpy). Seit 2002 trieb er auch ein weiteres Projekt voran, das mit einem 6-jährigen Hauptdarsteller begann. Sie drehten nur wenige Tage im Jahr, insgesamt kamen so 39 Drehtage über zwölf Jahre zusammen. So entstand ein wunderbarer Film von drei Stunden, dem man am liebsten noch länger zusehen möchte.

Jemandem beim Kind sein zusehen? Und beim Größerwerden - wo liegt da der Reiz? Zunächst hat Ellar Coltrane als Hauptfigur Mason eine offensichtliche Begabung, vor der Kamera natürlich und selbstverständlich zu wirken. Seine Eltern Olivia und Mason Sr. werden von Patricia Arquette und Ethan Hawke fabelhaft gespielt und ganz nebenbei ebenso über die Jahre beim Älterwerden beobachtet. Linklater hat an Begebenheiten dankenswerterweise nur wenige dramatische Momente ausgewählt, meistens sehen wir einem Jungen in seinem Alltag zu: Es gibt regelmäßige Treffen mit dem getrennt lebenden Vater, der über die Jahre vom unbekümmerten Lebenskünstler zum eher braven Familienpapa wird. Seine Mutter kümmert sich allein erziehend um ihre Karriere, studiert noch einmal und wird schließlich Unidozentin. Das führt zu Ortswechseln und Umzügen, ebenso wie die neuen Beziehungen, die sie eingeht. Mit den neuen Männern in ihrem Leben muss sich auch Mason immer wieder arrangieren - er wird im Laufe des Films zum sensiblen Teenager mit einer Vorliebe für Kunstfotografie und ist immer weniger bereit, Autoritäten zu akzeptieren. Über die Jahre hat sich das Verhältnis zu seinem biologischen Vater Mason Sr. ebenfalls entwickelt: Er trifft ihn mit dessen neuer Familie und manchmal führen sie sogar „Männergespräche“.

Es ist besonders die Beiläufigkeit und Alltäglichkeit, die an »Boyhood« fasziniert. Bis auf eine plötzliche Flucht vor einem gewalttätigen Partner der Mutter spielen alle Szenen vor oder nach vermeintlich wichtigen Stationen im Leben: Einschulung, erster Kuss, Schulabschluss - sie finden in Masons Leben natürlich statt, aber nicht vor der Kamera. Um zu verstehen, was für ein Mensch Mason ist und wie er sich über die Jahre entwickelt, sind Streitigkeiten mit seiner großen, etwas divenhaften Schwester Samantha (gespielt von Linklaters Tochter Lorelei) oder die sich ändernden Gespräche mit seiner Mutter viel bedeutsamer.

Für die Einbettung in die Zeitgeschichte sorgen übrigens Popsongs, aktuelle Filmtitel und die jeweils angesagten Spielkonsolen, die ein durchschnittliches Kinderleben begleiten.

Petra Wille

Das Original ist besser!No Turning Back (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30 22:30 22:30

Regie: Steven Knight, (USA), 2014

Darsteller: Tom Hardy, Ruth Wilson, Andrew Scott u.a.

No Turning Back (OmU)

Ivan Locke (Tom Hardy) ist ein glücklicher Brite. Er hat alles, wovon man nur träumen kann: eine hübsche Frau (Ruth Wilson), zwei tolle Söhne und eine erfolgreiche Karriere als Bauingenieur. Er befindet sich gerade auf der Fahrt von Birmingham nach London. In Birmingham steht nämlich sein bisher größtes Bauprojekt, für dessen Erfolg er verantwortlich ist. Natürlich läuft bei so einem riesigen Projekt nicht immer alles reibungslos, weswegen auch er damit zu kämpfen hat. Zum Beispiel soll am nächsten Tag eine riesige Betonlieferung ankommen, die wichtig für das Fundament des Gebäudes ist. Im Auto bekommt Locke jedoch einen Anruf, der sein Leben um einiges schwieriger macht. Vor geraumer Zeit hatte er sich, hoch alkoholisiert, einen Fehltritt erlaubt. Er schwängerte eine Frau (Olivia Colman), die nun kurz vor der Entbindung steht. Er ist geschockt und trotzdem auf dem Weg, um bei der Geburt seines dritten Kindes dabei zu sein. Während der Fahrt führt er jedoch noch weitere Telefonate, die sein Leben vor dem Zusammenbruch bewahren sollen.

Das Besondere an »No Turning Back« ist allerdings, dass man bis auf eine kurze Ausnahme 90 Minuten lang nur Tom Hardy beim Autofahren und Telefonieren zuguckt. Dadurch ist der Film ein sehr ungewöhnliches Kammerspiel, das mit der neuen Red-Epic-5k-Digitalkamera gedreht wurde. Neben den erwähnten Schauspielern ist auch Andrew Scott mit dabei, der als Moriarty in der BBC Serie »Sherlock« bekannt ist. Steven Knight führte Regie und ist auch für das Drehbuch verantwortlich.

Anne