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Kinoprogramm Donnerstag, 27.02.2020 - Mittwoch, 04.03.2020

Cinema . Coffee and CyclingThe Big Bike Film Night

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30

Der Ticketverkauf findet ab dem 01.02.2020 zu den regulären Öffnungszeiten Im Thalia Kino statt.

Wir sind auf einer Mission - die besten Radsport-Kurzfilme aus aller Welt mit euch zu teilen.

Wir bieten den Pedaltretern eine Fundgrube an Filmen mit allem, was sich ein fahrradbegeistertes Publikum wünschen kann - Action, Drama, Humor und jede Menge Inspiration; der Abend wird grandios, unmissverständlich und ganz und gar auf den Zweirad-Fan zugeschnitten.

Unsere Kollektion sind eine großartige Erinnerung daran, warum wir unsere Fahrräder lieben; in ihrem Herzen zeigt sie echte Menschen, die Teil einiger ziemlich ungewöhnlicher Geschichten sind.

Geschichten über Charakter, Hoffnung, Mut, Entdeckung, Triumph, über die Widrigkeiten und vieles mehr, wobei das bescheidene Fahrrad das verbindende Element ist.

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We're on a mission -sharing the best cycling short films from around the world with you.

Treating pedal punters to a treasure trove of movies with everything a cycle-centric audience could want - action, drama, humour, and plenty of inspiration; the evening is unashamedly, unequivocally, and utterly designed and devised for the two wheel devotee

Our collections’ are a great reminder of why we love to ride our bikes; at its heart is showing real people being part of some pretty extra-ordinary stories.

Tales of character, hope, courage, discovery, courage, triumph over adversity, and much much more with the humble bike being the unifying factor throughout.

SO...listen to the voice inside you, it’s telling you to go.

Das Original ist besser!Porträt einer jungen Frau in Flammen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Céline Sciamma, (Frankreich), 2019

Darsteller: Valeria Golino, Adèle Haenel, Noémie Merlant u.a.

Porträt einer jungen Frau in Flammen

»Porträt einer jungen Frau in Flammen« ist ein Drama, das in Frankreich des 18. Jahrhunderts spielt.

Die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) bekommt 1770 einen ungewöhnlichen Auftrag. Eine verwitwete Gräfin (Valeria Golino) möchte, dass ihre Tochter für ein Hochzeitsporträt gezeichnet wird. Klingt einfach, ist es aber nicht. Héloïse (Adele Haenel), die Tochter, rebelliert gegen die Mutter und weigert sich, Modell zu sitzen, um so gegen ihre arrangierte Ehe zu protestieren. Die junge Héloïse hat gerade die Klosterschule für adlige Frauen verlassen und soll schon bald heiraten. Dabei ist die Familie angewiesen auf ein solches Porträt, denn nur so kann die Eheschließung mit einem ihr unbekannten Mann aus Mailand offiziell bekannt gemacht werden.

Auf einer abgelegenen Insel in der Bretagne soll Marianne sie nun beobachten und am Abend aus dem Gedächtnis zeichnen. So bleibt der Malerin nichts anderes übrig, als Héloïse während ihrer Spaziergänge an der Meeresküste genau zu beobachten. Sie verkleidet sich als Hausmädchen, um so Héloïses Vertrauen zu gewinnen. Das gelingt. Und je länger die beiden Frauen Zeit miteinander verbringen, je tiefer die beiden sich dabei in die Augen sehen, desto näher kommen sie sich.

Der Film von Céline Sciamma ist eine sehr feine Liebesgeschichte, die zugleich ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau über die Jahrhunderte hinweg gibt. Viele Einstellungen im Film erinnern selbst an wunderschöne Gemälde. »Porträt einer jungen Frau in Flammen« ist der Publikums- und Kritikerliebling in Cannes und wurde für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

BSC

Das Original ist besser!Miles Davis: Birth of the Cool

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Stanley Nelson, (USA), 2019

Miles Davis: Birth of the Cool

Trompeter, Bandleader, Innovator. Elegant, intellektuell, genial und immer wieder auch kontrovers. Ein Mann, der für einen Sound steht, so wundervoll, dass er einem das Herz brechen kann.

»Miles Davis - Birth of the Cool« erzählt von Leben und Karriere eines musikalischen Ausnahmetalents und einer kulturellen Ikone. Ein wahrer Visionär, der in kein Schema passt und dabei eines absolut verkörperte: Coolness.

Zentrales Motto von Miles Davis’ Leben war die stete Entschlossenheit, Grenzen zu sprengen und nach eigenen Regeln zu leben. Dies machte ihn zum Star und gleichzeitig schwierig im privaten Umgang, besonders für die Menschen, die ihm am nächsten standen. Immer wieder brach Davis mit Konventionen, in der Musik und im Leben - und sobald er der Meinung war, selbst Mainstream zu werden, begann er neue Wege zu gehen. Seine kühne Ablehnung von Traditionen, seine klare Vision und sein unersättlicher Hunger nach neuen Erfahrungen machten ihn zum inspirierenden Partner seiner musikalischen Weggefährten und zur kulturellen Ikone von Generationen von Musikliebhabern. Von Bebop bis Cool Jazz, moderne Quintette, orchestrale Musik, Jazz Fusion, Rock’n’Roll und nicht zuletzt Hip Hop - Miles Davis machte Musik jenseits aller Limits.

Das Geheime Leben der Bäume

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00
17:00 17:00

Regie: Jörg Adolph, (Deutschland), 2019

Darsteller: Peter Wohlleben u.a.

Das Geheime Leben der Bäume

Kaum etwas wirkt so belebend wie ein Tag im Wald. Es herrscht Stille, wo sonst viele Geräusche auf uns einprasseln. Es duftet nach Erde, Holz und Wasser. Es ist weder zu warm noch allzu kalt. Und im besten Fall gibt es keinen Handyempfang.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Aufenthalt in der Natur unseren Blutdruck reguliert sowie Herz und Seele beruhigt - wenn wir uns darauf einlassen. Und im besten Fall können wir sie dann wahrnehmen, die Wunder der Natur und das geheime Leben der Bäume. Denn das setzt viel mehr auf Gemeinschaft, als viele Menschen vermuten. Erkenntnisse, die der Förster Peter Wohlleben schon 2015 in seinem Buch »Das geheime Leben der Bäume« veröffentlicht hat. Der Naturliebhaber aus der Eifel hat viele Jahre in der Forstwirtschaft gearbeitet, bis er durch Waldführungen seinen kindlichen, ursprünglichen Blick auf das Ökosystem wiederentdeckte und fortan mit der Welt teilte. »Das geheime Leben der Bäume« ist sein 16. Buch und ein Bestseller - den Constantin jetzt auf die große Leinwand bringt.

Für die dokumentarischen Szenen hat Produzent Friederich Oetker Regisseur Jörg Adolph ins Boot geholt, der unlängst mit dem Film »Elternschule« für kontroverse Diskussionen sorgte und Peter Wohlleben 1,5 Jahre lang zwischen Wald, Fernsehauftritten und Seminaren begleitet hat. Die Naturaufnahmen hat der vielfach preisgekrönte Jan Haft verantwortet. Eine Mischung aus Dokumentar- und Naturfilm also, der Einblick gibt in die Gemeinschaft der Bäume, die uns beim Thema Konfliktbewältigung einen Schritt voraus sein dürfte.

mana

Das Original ist besser!Little Women

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00 17:00
18:30
19:00 19:00
19:15 19:15

Regie: Greta Gerwig, (USA), 2019

Darsteller: Emma Watson, Saoirse Ronan, Timothée Chalamet u.a.

Little Women

Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika: Die vier March-Schwestern Jo, Meg, Amy und Beth versuchen ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das ist zu der Zeit so ja noch lange nicht vorgesehen. Jo March, das Alter Ego der Schriftstellerin, gibt den Ton an und die Perspektive vor. Sie hat den größten Willen zum Aufbruch und versucht, ihre Schwestern mitzureißen. Die Ansprüche der anderen sind ganz unterschiedlich, das Geld knapp, die Möglichkeiten mithin generell sehr begrenzt. Die March-Tante spricht es unumwunden aus: Unverheiratet zu sein, kann sich eine Frau nur leisten, wenn sie sehr reich ist. Dennoch bahnen sich die vier ihre ganz eigenen Wege…

Die „Little Women“-Bücher Louisa May Alcotts sind seit ihrem Erscheinen in den 1860er Jahren ein Bestseller. Sie wurden mehrfach verfilmt und der Gratwanderung der Autorin, die in ihren Büchern vielfach so genannte weibliche Wünsche nach Familie bedient, andererseits aber für Frauenwahlrecht und die Selbstbestimmung von Frauen eintrat, mit ganz unterschiedlichem Focus gefolgt. Greta Gerwig, die mit ihrem Comig-of-Age-Paukenschlag »Lady Bird« einen grandiosen Erstling aus dem Ärmel geschüttelt hat, nimmt die Herausforderung an und entwickelt ohne Angst vor dem Nimbus der Vorlage ihre eigene Version. Denn: „Frauen haben Ambitionen!“

Sie liefert eine unterhaltsame, kraftvolle und inspirierende Interpretation des Klassikers der englischsprachigen Mädchenliteratur. Die vier Schwestern spielen Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh und Eliza Scanlen - ein tolles Ensemble, ergänzt von Laura Dern und Meryl Streep. Timothée Chalamet, der schöne junge Mann der Stunde, darf den netten Nachbarn spielen.

Grit Dora

Das Original ist besser!1917

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Regie: Sam Mendes, (USA), 2019

Darsteller: Andrew Scott, Benedict Cumberbatch, Colin Firth u.a.

1917

Er wäre nicht Sam Mendes, würde er die Grabenkämpfe des ersten Weltkriegs nicht auf ganz neue Weise zeigen. Und er tut dies über eine ausgefeilte Kameradramaturgie, die in vermeintlicher „Echtzeit“ die Erlebnisse junger Soldaten auf einer besonderen Mission zeigt. Der Plot ist simpel: Zwei Engländer werden zu einem Trupp von 1.600 Kameraden entsendet, um sie vor einem Hinterhalt der Deutschen zu warnen. Scheitern sie, werden alle vernichtet, darunter auch der Bruder des einen Soldaten. Sam Mendes und sein Kameramann Roger Deakins erreichen über eine Unmenge von Takes und Schnitten, dass der Film wie eine One-Shot-Einstellung wirkt. Gedreht wurde nur bei bedecktem Himmel, die Kamera ist unaufhörlich in Bewegung. Hinzu kommt die besondere Musikdramaturgie, die auf sehr ungewöhnliche Weise Spannung aufbaut. Schon diese künstlerischen Mittel sichern »1917« einen Platz unter den ambitioniertesten Filmen dieser Tage, sie sind jedoch nie Selbstzweck. Die Tatsache, dass die letzten Weltkriege durch die Erlebnisse der Großelterngenerationen bis in die Kindheiten des ausgehenden 20. Jahrhunderts hineinragen, steht im Mittelpunkt von Mendes Ansatz. Anlass für den Film waren die Erlebnisse seines eigenen Großvaters.

Indem der Regisseur das Durchpflügen des Erdreiches zeigt, das nur millimeterweise Vor- und Zurück, die ganze Stagnation des Grabenkrieges, findet er gültige Bilder für das sinnlose Grauen jeglicher kriegerischer Auseinandersetzungen. George MacKay und Dean-Charles Chapman spielen die beiden jungen Männer, flankiert von Andrew Scott, Benedict Cumberbatch und Colin Firth als den Soldaten der Vätergeneration. Die Kamera ist immer dicht an ihnen dran, nie hat jemand den Überblick. Besonders Andrew Scott verleiht seiner Figur unvergessliche Züge und scheint um sein Leben zu spielen. Ein Film, der zum Klub der besten Kriegs- und das heißt ja immer Antikriegsfilme aller Zeiten gehört. Ein Bruder von »Apocalypse Now«, »Full Metal Jacket« und »Iwans Kindheit«. Sam Mendes auf Augenhöhe mit Coppola, Kubrick und Tarkowski.

Grit Dora

Das Original ist besser!Parasite

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30
21:30 21:30

Regie: Bong Joon-ho, (Südkorea), 2019

Darsteller: Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Cho Yeo-jeong u.a.

Parasite

Parasitismus nennt man den Ressourcenhandel, den sich ein kleiner Organismus bei einem viel stärkeren Wirt erschleicht. Im Erschleichen von Ressourcen ist die Familie Ki recht bewandert, die arbeitslosen Eltern hausen mit ihren fast erwachsenen Kindern in einer Art dreckigen Souterrain-Höhle und ergreifen jede sich bietende Möglichkeit, einen schnellen Won zu machen. Ki-woo (Choi Woo-shik) und seine Schwester Ki-Jung (Park So-dam) sind nicht auf den Kopf gefallen, sie hatten bloß noch kein Chance, zu zeigen, was für Talente in ihnen schlummern. Diese Gelegenheit bietet sich unverhofft für Ki-woo, als er sich bei der wohlhabenden Familie Park um die Stelle als Englischlehrer bewirbt. Den Papierkram erledigt seine Schwester, das Vortäuschen eines erfolgreichen Englischstudiums bleibt Ki-woo vorbehalten. Mit dem einen Fuß in der Tür der Reichen gibt sich Familie Ki aber nicht zufrieden, schließlich könnte der kleine Park-Sohn gut eine neue Kunsterzieherin, die Dame des Hauses eine neue Putzkraft und alle zusammen vielleicht einen Chauffeur gebrauchen…

Regisseur Bong Joon-hos gefiel von Anfang an die Idee einer bedrückenden Symbiose, welche die Familie Ki und die Familie Park hier eingehen. Zweifellos braucht der kleine Da-song Zuwendung, seine traumatischen Bilder, die seine Mutter für Kunst hält, sprechen jedenfalls davon. Und wenn erst einmal ein wenig Licht auf das ganze schöne Gebilde fällt, erinnert man sich wieder, wer im Kapitalismus eigentlich auf wessen Kosten lebt. Dass die ausgezeichneten Sozialdramen gerade aus dem asiatischen Raum kommen, muss nicht verwundern, hat sich doch die kapitalistische Produktionsmaschine in den letzten Jahrzehnten genau hier angesiedelt. Doch all das ist nur die ausgezeichnete Goldene Palme-Folie, auf der Regisseur Bong Joon-hos eine ganz andere Geschichte erzählen möchte. Und die beginnt damit, dass der kleine Da-song sich fragt, warum all diese neuen Leute jenen seltsamen Kellergeruch an sich haben.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Knives Out - Mord ist Familiensache

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30
21:45

Regie: Rian Johnson, (USA), 2019

Darsteller: Daniel Craig, Chris Evans, Jamie Lee Curtis u.a.

Knives Out - Mord ist Familiensache

Mit Christopher Plummer, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis und Toni Colette hochkarätig besetzt, kommt mit »Knives Out - Mord ist Familiensache« ein wunderbar britischer und sehr eleganter Thriller in die Kinos. Bis zur letzten Minute ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.

Auf seinem protzigen Anwesen feiert der renommierte Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer, »Alles Geld der Welt«) seinen 85. Geburtstag. Am nächsten Morgen wird er tot aufgefunden. Klarer Selbstmord, stellen die beiden Polizisten klar. Benoit Blanc (Daniel Craig, »James Bond«), ein privater Ermittler, sieht das anders. Weder die Familie noch das Personal will irgendetwas beobachtet haben. So wenig kooperativ sich jeder einzelne gibt, so pingelig notiert Blanc jedes noch so kleine Detail. Besonders harmonisch scheint die Party am Vortag nicht abgelaufen zu sein. Jeder hat sein Geheimnis. Abgründe tun sich auf. Der Kreis der Verdächtigen wächst sprunghaft.

Die raffinierte Story zelebriert überraschende Wendungen und jede Menge falscher Fährten. Und von Minute zu Minute scheint sie undurchsichtiger und vertrackter zu werden. Ein Meisterwerk von feinem Humor, messerscharfer Intelligenz und schneidendem Witz.

»Star Wars«- Regisseur Rian Johnson (»Star Wars - Episode VIII: Die letzten Jedi«) hat sich diese scharfsinnige, doppelbödige und überaus amüsante Story ausgedacht. Gleichzeitig wirft der Film einen unverhohlenen Blick auf das Familienleben und die sozialen Sitten im 21. Jahrhundert. Johnson verehrt mit »Knives Out« sein großes Idol: Agatha Christie. Jamie Lee Curtis meint „ Ich denke, das ist einer der Filme, die man sich am besten mit seiner dysfunktionalen Familie ansieht.“

BSC

Das Original ist besser!Der Leuchtturm

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Robert Eggers, (Kanada/USA ), 2019

Darsteller: Willem Dafoe, Robert Pattinson, Valeriia Karaman u.a.

Der Leuchtturm

Der smarte Twilight-Star Robert Pattinson verfällt peu à peu dem Wahnsinn. Eine exzellente, dichte Psychofarce in schwarzweiß. Nichts für schwache Nerven.

Maine, gegen 1890, an der Küste Neuenglands. In einer völlig entlegenen Gegend sollen die Seemänner Thomas Wake (Willem Dafoe, »Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit«) und sein junger Kollege Efraim Winslow (Robert Pattinson, »Twilight, Königin der Wüste«) eine marode Leuchtturmanlage warten und in Gang halten. Vier Wochen sind für diesen Einsatz anberaumt. Nicht einfach für zwei Menschen auf so engem Raum. Efraim wird als Thomas’ Gehilfe an Bord geholt. Obwohl das Protokoll vorsieht, dass sich die beiden abzuwechseln haben, lässt der Alte den Jungen nicht zum Leuchtsignal auf den Turm.

Überhaupt darf er nur die niedersten Arbeiten ausführen. Keine optimale Voraussetzung für zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Efraim fühlt sich ungerecht behandelt, weil es auch nicht so aussieht, als ob sich daran etwas ändert und wird immer misstrauischer. In ihm spukt der Gedanke, dass sein letzter Assistent wahnsinnig geworden ist und den Job auch nicht überlebt hat. Als die vier Wochen um sind, zieht an der rauen, abgeschiedenen Atlantikküste ein Sturm auf, der es unmöglich macht, die Heimreise anzutreten.

Die Spannungen zwischen den beiden bauen sich zunächst ganz subtil auf, werden im Laufe der Zeit immer brutaler und weiten sich in einen nicht enden wollenden Nervenkrieg und Überlebenskampf aus, der schließlich eskaliert.

Nach seinem hochgelobten Debütfilm »The Witch« (2015) drehte der amerikanische Regisseur Robert Eggers auch seinen zweiten Spielfilm in schwarzweiß und im klassischen Bildformat 4:3.

BSC

Das Original ist besser!Die Wütenden - Les Misérables

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Ladj Ly, (Frankreich), 2019

Darsteller: Damien Bonnard, Djibril Zonga, Alexis Manenti u.a.

Die Wütenden - Les Misérables

Bei dem Namen „Les Misérables“ denkt man sofort an den singenden Hugh Jackman oder den Roman von Victor Hugo. Doch nur das Grundmotiv des wütenden Mobs, der auf die Barrikaden geht, übernimmt der französische Spielfilm »Die Wütenden - Les Misérables« von Ladj Ly. Basierend auf Ereignissen vom Anfang des Jahrhunderts erzählt der gelernte Dokumentarfilmer eine Geschichte aus den Pariser Vorstädten. Der Film folgt dem Polizisten Stéphane (Damien Bonnard), der neu in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil ist. Zusammen mit seinen erfahren Kollegen Chris (Alexis Manenti) und Gwada (Djebril Didier Zonga), die sich schon lange ihre eigenen Gesetze auf der Straße geschaffen haben, versuchen sie einen gestohlenen Löwen zu finden. Bei einer Verhaftung werden sie von einer Drohne gefilmt und ihr fragwürdiges Auftreten tritt etwas Unverhofftes los. Nun werden die Aufständischen, vor allem Jugendliche, von Gejagten zu Jägern.

Regisseur Ladj Ly, der zusammen mit zwei Kollegen das Drehbuch geschrieben hat, ist selbst in Montfermeil, einer Banlieue von Paris, aufgewachsen, und gibt hiermit sein Spielfilmdebüt. Mit voller Wucht, realistischen Bildern und die Unruhen von 2005/2006 als Ausgangslage nutzend, bei denen damals über 3000 Personen festgenommen wurden und 8000 Autos brannten, erzählt er eine Geschichte, welche das wahre Gesicht der Straße enthüllt. Auch über zehn Jahre nach den Ereignissen und 157 Jahre nach Victor Hugos Roman hat die gerechte Wut des Volkes nichts an Wirksamkeit verloren. Die Lehren und die Moral sind klar, aber selten sieht man sie so deutlich wie in dem Cannes-Gewinner »Die Wütenden - Les Misérables«. Es tut gut, nach all den Komödien endlich mal wieder einen starken sozialkritischen Film aus Frankreich zu sehen - klare Empfehlung.

Doreen