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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 24.11.2022 - Mittwoch, 30.11.2022

Tour du cinéma noirNight Moves - Die heiße Spur (35mm)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Arthur Penn, (USA), 1975

Darsteller: Gene Hackman, Jennifer Warren, Edward Binns u.a.

Night Moves - Die heiße Spur (35mm)

Was kann einem Privatschnüffler Schöneres passieren, als für 125 Dollar plus Spesen pro Tag auf die Florida Keys zu kutschieren, um dort den lieben langen Tag von einer bezaubernden Frau und einem aufregenden Backfisch behelligt zu werden. Harry Moseby soll die sechzehnjährige Delly zurück nach L.A. bringen. Genau der Job, um nicht fortwährend an seine Eheprobleme denken zu müssen. Die eigene Frau zu beschatten, hat er satt. Harry ist vierzig, es wäre schön, wenn die Dinge so blieben, wie sie sind. Statt dessen nerven ihn eine nymphomanische Auftraggeberin, sein zur Gewohnheit gewordener Sarkasmus und die nächtlichen Ausflüge seiner Frau. Gene Hackman gibt diesen angefressenen Schnüffler, der lieber Farbe beim Trocknen zusieht, als ins Kino zu gehen. Und der sich flüchtet in seine Arbeit, wo er der herzigen Anmache einer blutjungen Melanie Griffith eben noch so zu entkommen weiß, das drohende Schachmatt aber nicht sieht. Weil ihm die hart gewordenen Brustwarzen einer betörenden Jennifer Warren die Sicht auf die Dinge versperren. Kein Wunder also, dass Moseby sich bis zum grandiosen Finale fragen muss, warum Delly so unverhofft sterben musste, wohin der tote Pilot im Wasser unterwegs war und aus welchem Blickwinkel er bei alldem diese geheimnisvolle Paula betrachten soll. Dass am Ende keiner gewinnt, und die einen nur etwas langsamer alles verloren haben als die anderen, verweist mit Fug und Recht auf das wunderschöne Siebziger-Jahre-Comeback des guten alten film noir. An den begabten Händen von Regisseur Arthur Penn klebte zu dieser Zeit jede Menge Farbe, der man heute noch gern beim Trocknen zusehen mag.

35mm - Vorführung

In Kooperation mit dem DunyaCollectiveNasim

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Ole Jacobs, Arne Büttner, (Deutschland), 2022

Nasim

Nasim ist 38 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und kam im Februar 2020 als Flüchtling aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland. Moria, das größte Flüchtlingslager in der EU, wurde zu Nasims Zwangsaufenthalt. Zusammen mit ihrem Mann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der Großfamilie versucht Nasim, das harte Leben im Lager zu überleben. Sie beginnt, ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gezwungen wurde, mehr und mehr in Frage zu stellen. Ihre Schwester versucht, sie zu einem neuen, unabhängigen Leben zu motivieren, doch Nasims eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen. Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asylanhörung gemeinsam mit ihrem Mann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das gesamte Lager und Nasim ist erneut auf sich allein gestellt.

Filmgespräch mit Ole Jacobs im Anschluss

Das Original ist besser!Triangle of Sadness (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00 21:00
21:15
22:00
22:30

Regie: Ruben Östlund, (Schweden/Großbritannien/USA/Frankreich/Griechenland), 2022

Darsteller: Harris Dickinson, Charlbi Dean Kriek, Woody Harrelson u.a.

Triangle of Sadness (OmdU)

Carl (Harris Dickinson) und Yaya ( die leider kürzlich verstorbene Charlbi Dean Kriek) sind ein Traumpaar. Er Model, sie Influencerin, beide gleichermaßen extrem erfolgreich, wenn auch schon etwas voneinander gelangweilt, werden zu einer Kreuzfahrt für Superreiche eingeladen. Prima Gelegenheit, Arbeit und Vergnügen zu verbinden. Eine kleine Räkelei auf dem Sonnendeck, das Champagnerglas in der Hand - mehr braucht es nicht für Social Media. Flankiert wird das Pärchen von angejahrten vergnügungssüchtigen Herrschaften, alle so übersättigt wie gelangweilt. Die Crew gibt alles, um die verwöhnten Launen und absurden Wünsche der zahlungskräftigen Passagiere zu befriedigen, im Hintergrund krakeelt leise der stets angesoffene Kapitän und Freizeitmarxist (Woody Harrelson). Eine spannungsreiche Atmosphäre fürs Personal. Beim kreuzfahrtüblichen Kapitänsdinner kippt die Situation - ein quasi reinigender Sturm kehrt die Verhältnisse um, das Schiff strandet, leader of the Pack ist plötzlich eine Servicekraft, weil sie die Einzige ist, die in der Wildnis klarkommt. Kurz schimmert ein Hoffnungsstrahl, ein Hauch Matriarchat liegt in der Luft, stärker aber sind die Parallelen zu William Holdings „Herr der Fliegen“ gegen Ende des Filmes.

Gesellschafts-Utopien sind Regisseur Ruben Östlunds Sache nicht, sein Spielfeld ist die Satire. Bestes Beispiel hierfür ist der hervorragende »The Square« (Goldene Palme 2017). Je bösartiger und schadenfroher, desto besser, findet Östlund. Für seinen ungnädig desavouierenden Blick auf die Welt der Superreichen gab es wiederum die Goldene Palme.

Beeindruckend ist der Cast, zu den schon Erwähnten kommen etwa noch Vicki Berlin als perfektionistische Crew-Chefin, Zlato Buric als abgefuckter russischer Kapitalist und Dolly De Leon als philippinische Toilettenfrau Abigail, die eine unverhoffte Chance ergreift, um auch mal klarzumachen, worauf sie Appetit hat.

Grit Dora

Rebellinnen - Fotografie. Underground. DDR.

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
18:00

Regie: Pamela Meyer-Arndt, (Deutschland), 2022

Rebellinnen - Fotografie. Underground. DDR.

Tina Bara, Cornelia Schleime und Gabriele Stötzer sind Rebellinnen. Als junge Frauen in den 1970ern und 80ern in der DDR sind die drei voller Sturm und Drang und ohne Furcht. Sie wollen frei sein - und weil das nicht geht, zumindest die Kunst machen, die ausdrückt, was sie fühlen. Ihre Bilder erzählen auf berührende Art und Weise von ihrem Ausgeliefert-Sein in einem System, das viele junge kreative Menschen unterdrückt. Als der Konflikt mit der Staatssicherheit eskaliert, müssen sie sich entscheiden: gehen oder bleiben.

Der Film von Pamela Meyer-Arndt gibt einen neuen Blick frei auf die Kunst und das Leben dieser faszinierenden Frauen.

Das Original ist besser!Crimes of the Future (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00 19:00
21:00

Regie: David Cronenberg, (Kanada/Frankreich/Griechenland/Großbritannien), 2022

Darsteller: Viggo Mortensen, Léa Seydoux, Kristen Stewart u.a.

Crimes of the Future (OmdU)

Kurz vor seinem 80. Geburtstag präsentiert Altmeister „Die Fliege“ David Cronenberg mit »Crimes of the Future« seinen aktuellen Kommentar zur Entwicklung der Menschheit. In seiner Zukunftsvision ist den meisten Menschen das Schmerzempfinden nahezu abhanden gekommen. Kraft ihres Willens entwickeln sie mehr und mehr Organe mit bislang unbekannten Fähigkeiten. Performance-Star Saul (Viggo Mortensen) hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht: Er lässt sich seine Mutationen in Séancen-ähnlichen Performances vor Live-Publikum herausoperieren. Die spektakulären Shows werden von seiner Partnerin Caprice (Léa Seydoux) geleitet. Zunehmend steht das Paar unter Beobachtung der staatlichen Organregistrierungsbehörde und auch weit hintergründigere Organisationen zeigen Interesse. Saul erhält ein schockierendes Angebot…

Teils in verstörenden rätselhaften Bildern, teils kammerspielartig in ausufernden Erzählungen inszeniert Cronenberg das Bild einer neuen fragwürdigen Innerlichkeit. Wieder versucht er, die Grenzen des menschlichen Körpers aufzulösen, neue Körperbilder zu entwickeln, Mensch und Maschine zu verschmelzen. Anpassung a la Cronenberg …

Kristen Stewart lädt seine Visionen mit besonderer energetischer Präsenz auf. »Crimes of the Future« steckt voller visueller Obsessionen, die den Vergleich mit den Klassikern des Meisters suchen.

Grit Dora

Alle reden übers Wetter

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Annika Pinske, (Deutschland), 2022

Darsteller: Sandra Hüller, Ronald Zehrfeld, Anne Schäfer u.a.

Alle reden übers Wetter

Clara hat es fast geschafft. Die junge Doktorandin bewegt sich selbstbewusst durch Berlin und zielstrebig auf den nächsten Karriereschritt zu. Margot, ihre Professorin-Mutter hält zu ihr, unterstützt Clara bei ihrer Doktorarbeit in Philosophie, auch wenn ihren Motivationsreden mitunter eine Art Traurigkeit anhaftet. Margot (Judith Hofmann) macht Clara (Anne Schäfer) fit für den Aufstieg ins Bildungsbürgertum. Eigentlich müsste es Bildungsadel heißen, das merkt auch Clara schnell, denn die Strukturen sind feudaler Natur, die Codes vornehm und verachtend zugleich, obendrein für eine junge Frau aus dem Osten Deutschlands, ohne Bildungstitel in Eltern- oder Großelterngeneration, die alleinstehend und alleinerziehend ist. Ihre Suche nach der eigenen Subjektivität als Forscherin kollidiert hier auch gut pointiert mit ihrer Doktorarbeit zu Hegels Freiheitsbegriff. Als Clara zum 60. Geburtstag ihrer Mutter in ihr Heimatdorf in Mecklenburg fährt, wird ihr schmerzlich bewusst, wie schwer es für die Bildungsaufsteigerin ist, daheim noch für ein paar Stunden einen Fuß in die Tür zu bekommen. Lange schon vermisst Clara die Nestwärme, zu abstrakt erscheint der Mutter das Tun ihrer Tochter. Die Unterhaltungen wandern hier vom Kopf zum Bauch, mitunter auch noch tiefer. Publikationen, Fördergelder oder didaktischer Diskurs interessieren hier niemanden. Und wenn alle mit dem Wetter durch sind, wird auch schonmal gediegen geschwiegen… Aus den vielen leisen und lauten Tönen zwischen den Dialogzeilen spricht eine feine Beobachtungsgabe, die der jungen Regisseurin Annika Pinske hoch angerechnet werden muss. Ihr Drehbuch ordentlich zu spicken mit aktuellen Grundkonflikten wie Stadt & Land, Ost & West, Heimat & Leere, Frauen & Männer, Bildungsbürgertum & sozialer Bodensatz und allen voran, Tochter und Mutter, und das alles federleicht zu inszenieren, selbst zu produzieren und dank großartiger Schauspielerinnen erfolgreich als Hochschul-Abschlussfilm ins Panorama der Berlinale zu katapultieren - das ist eine sehenswerte Promotion für die Frau aus Frankfurt/Oder, die übrigens mit all ihren Kurzfilmen beim Dresdner Filmfest zu Gast war.

alpa kino

Das Original ist besser!See How They Run (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:00

Regie: Tom George, (USA), 2022

Darsteller: Sam Rockwell, Saoirse Ronan, Adrien Brody u.a.

See How They Run (OmdU)

Very British: Ein dreister Hollywood-Regisseur, gespielt von Adrien Brody, der plant, Agatha Christies vielgespieltes Theaterstück „Die Mausefalle“ auf die Leinwand zu bringen, wird grausam ermordet in der Kostümabteilung aufgefunden. Der weltmüde Inspektor Stoppard (großartig: Sam Rockwell) und sein übereifriger Assistent Constable Stalker (wunderbar klamottig und mit alberner Schirmmütze ausgerüstet: Saiorse Ronan) sehen sich als Ermittlungsbeamte einer Galerie schmollender, weil sehr verdächtiger „Mausefallen“-Darsteller gegenüber, einschließlich des jungen Dicke Attenborough, der in der Originalserie wirklich der Inspektor war und hier sehr unterhaltsam von Harris Dickinson gespielt wird. David Oyelowo ist Mervyn Cocker-Norris, der nervöse Autor, der mit der Adaption von „Die Mausefalle“ für das Kino beauftragt wurde, Reece Shearsmith ist der Produzent John Woolf - eine weitere Figur aus dem wirklichen Leben - und Ruth Wilson ist die Managerin Petula Spencer.

Das mit einer skurrilen Art platonischer Polizeichemie ausgerüstete Ermittlerpärchen findet sich in einem unübersichtlichen Krimi wieder. Gibt es am Ende einen Serienmörder? Regisseur Tom George hat eine sympathisch alberne und unerbittliche Parodie inszeniert. »See How They Run« verfügt über eine wunderbare Theater-Nerdigkeit, weil George die Künstlichkeit des Ganzen hochspielt. Die Komödie ist auf die richtige Weise oberflächlich, und Rockwells trübe Weltmüdigkeit steht in schönem Kontrast zu Ronans kulleräugigem Idealismus. George lehnt sich ein wenig bei Wes Anderson an. Vielleicht entsteht der Eindruck aber auch einfach durch die Anwesenheit von Ronan. Ein großes klamaukiges Klipp-Klapp-Vergnügen.

Grit Dora

Werner Herzog - Radical Dreamer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Thomas von Steinaecker, (Deutschland), 2021

Darsteller: Werner Herzog u.a.

Werner Herzog - Radical Dreamer

Werner Herzog ist eine Ikone. Jedes Jahr wächst sein Ruhm. Viele Bilder seiner Filme sind heute Teil des kollektiven Gedächtnisses, um die Umstände seiner Produktionen ranken sich Mythen. Vor allem in Hollywood hat seine Person mittlerweile Kultstatus erlangt. Seine Bekanntheit verhilft ihm zu Rollen in Blockbustern, wo er wie selbstverständlich neben Tom Cruise oder jüngst in der Star-Wars-Serie »The Mandalorian« spielt - obwohl er sich selbst nicht als Schauspieler, sondern vielmehr als „Soldier of Cinema betrachtet.

Es ist eine Karriere gegen alle Wahrscheinlichkeit. Herzog spricht bis heute Englisch mit bayerischem Akzent. Seine Filme genießen zwar in Fachkreisen hohes Ansehen, sind jedoch keine Kassenerfolge für das breite Publikum. Und während er in seiner Wahlheimat USA zum Star aufgestiegen ist, tat und tut man sich ausgerechnet in seinem Geburtsland Deutschland schwer mit ihm. Hier gilt er weiter als Geheimtipp. Viele seiner Filme schafften es nie ins Kino.

Wie kommt es zu diesem erstaunlichen Werdegang und zu diesen Widersprüchen? Was macht Herzogs Filme so außergewöhnlich, dass sie auch nach Jahrzehnten weltweit einer neuen Generation von Regisseuren als wegweisend gelten? Und nicht zuletzt: Wer ist dieser Mann, bei dem bis heute Legende und Wahrheit verschwimmen?

»Werner Herzog - Radical Dreamer« zeichnet zum ersten Mal und exklusiv ein umfassendes Porträt eines der bedeutendsten Regisseure unseres Landes, den die Zeitschrift „Time“ zu den 100 einflussreichsten Menschen der Gegenwart zählt. Wir sind mit ihm in seinem Heimatdorf Sachrang verabredet, folgen ihm beim Dreh oder während er Filmemacher auf Lanzarote unterrichtet und auch zu ihm nach Hause nach Los Angeles.

Wichtige Wegbegleiter wie Wim Wenders oder Volker Schlöndorff geben genauso Auskunft über ihn, wie Hollywoodstars, mit denen er gearbeitet hat (Nicole Kidman, Christian Bale, Robert Pattinson, Chloé Zhao), aber auch seine Frau Lena und - mindestens genauso wichtig - seine Brüder.

Die „klassischen“ Filme der 1970er und frühen 1980er Jahre werden hier ebenso behandelt wie Herzogs „amerikanische Zeit“ ab Mitte der 1990er, wo besonders seine Dokumentarfilme für Aufsehen sorgen. Darin verfolgt er sein persönliches Konzept der sogenannten „Ekstatischen Wahrheit“: einer Überlagerung von Fakten und Fiktion im Dienste der Suche eines tieferen Kerns. Was aber ist dieser Kern, der für Herzog das Geheimnis der Welt und damit seiner Filme beinhaltet? Und: Was ist die Wahrheit über Werner Herzog?

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

In einem Land, das es nicht mehr gibt (OmeU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Regie: Aelrun Goette, (Deutschland), 2022

Darsteller: Marlene Burow, David Schütter, Claudia Michelsen u.a.

In einem Land, das es nicht mehr gibt (OmeU)

Endlich ist da nicht mehr nur das triste Grau, wenn es um die Darstellung des DDR-Alltags geht. Und gemeint ist nicht nur die reine Farbigkeit des Filmmaterials, hatte nicht auch schon Andreas Kleinerts »Lieber Thomas« eine andere, facettenreiche und vor allem in Teilen lebhafte DDR-Welt gezeichnet - mit Schwarzweiß-Bildern. In Aelrun Goettes »In einem Land, das es nicht mehr gibt« gibt es sogar das allseits beliebte DDR-Beige zu sehen. Aber es erdrückt nicht und kommt in schick geschneiderten Klamotten daher.

In Goettes neuem Film geht es nämlich um Mode. Um das DDR-Modelabel VHB Exquisit und die Zeitschrift Sibylle, die in einer Auflage von über 200.000 Stück erschien. In der wird im Sommer 1989 ein Foto der 18-jährigen Suzie veröffentlicht, das Fotograf Coyote quasi im Vorbeifahren von ihr macht. Suzie wurde mit einem unerlaubten Buch erwischt und kann jetzt nicht nur das Abi sondern auch das Literaturstudium vergessen. Da scheint die Arbeit als „Mannequin“ allemal die bessere Wahl als jene als Zerspanungsfacharbeiterin im Kabelwerk Oberspree, wo einige der Kolleginnen sie nicht einmal leiden können. Dabei taucht sie in eine völlig neue Welt ein - nicht nur in die der offiziellen DDR-Mode sondern auch in die des Ost-Berliner Untergrunds.

Etwa 14 Jahre ist es her, dass Aelrun Goette die erste Idee zu diesem Film hatte. Sie selbst war in den 1980er Jahren auf der Straße angesprochen worden und arbeitete fortan als Fotomodell beim VHB Exquisit und der Sibylle. Aus ihren eigenen Erfahrungen und anderen wahren Geschehnissen speiste sich ihr Drehbuch. Nun ist die Geschichte zum Kinofilm herangereift und vermittelt nicht nur der älteren Generation sondern auch jüngeren Menschen ein in Teilen freiheitliches Bild der DDR. Très chic!

mana

German version with English subs