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Kinoprogramm Donnerstag, 29.02.2024 - Mittwoch, 06.03.2024

Das Original ist besser!Anatomie eines Falls - Anatomie d’une chute (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:30

Regie: Justine Triet, (Frankreich), 2023

Darsteller: Sandra Hüller, Swann Arlaud, Milo Machado Graner u.a.

Anatomie eines Falls - Anatomie d’une chute (OmdU)

Einer Autorin im Gerichtssaal vorhalten zu wollen, ihr Mann sei ja geradezu buchstäblich aus dem Fenster gefallen und dabei zu Tode gekommen, wie es in einer ihrer früheren Novellen beschrieben stehe, hieße nur schwerlich einen Verdacht erfolgreich erhärten. Das halbe Land habe letztlich ihr Buch gelesen. Auch die bei Gericht angeführte Tatsache, dass sonst niemand außer ihr im Hause war, als ihr Mann zu Tode kam, beruht erst einmal auf Hörensagen. Und auf der Aussage Daniels, des Sohnes von Sandra (Sandra Hüller) und Samuel (Samuel Theis), der während eines heftigen Streites der Eltern das Haus mit dem Hund verlassen hatte und bei seiner Rückkehr einen toten Vater vorfand und eine verstörte Mutter. So scheidet er als Augenzeuge wohl ebenfalls aus, obendrein noch, weil Daniel (Milo Machado-Graner) blind ist. Und nur der Hund ihn zu der Leiche im Schnee führte, die er selbst gar nicht bemerkt hätte. Solange die Gerichtsmedizin sich schwer tut, die tödlichen Kopfverletzungen eindeutig einem Suizid zuzuordnen, wohnen also ein potentieller Zeuge und eine vermeintliche Tatverdächtige unter einem Dach. Könnte Sandra wahrlich durch die ihr zur Last gelegte Tat zu einem Monster geworden sein? Könnte sie durch eine perfide Verschwörung bloß als ein solches gelten, oder erst durch den minutiös in den Medien sezierten Gerichtsprozess zunehmend wie das kühle, blonde Monster erscheinen? Welches sie von Beginn an beharrlich bestreitet zu sein. Sandra Hüller wurde hier ein Drehbuch auf den Leib geschrieben, mit dessen Hilfe sie, souverän spielend, sowohl die Schwere darzustellen vermag, die einer zu Unrecht Angeklagten auf den Schultern liegen mag, als auch die emotionale Last spürbar werden lässt, ohne die selbst die kaltblütigst berechnende Täterin nicht in den Zeugenstand treten könnte. Am Ende schielt Justine Triets in Cannes preisgekrönter Film weniger nach der finalen Schlagzeile in den Abendzeitungen, nach dem profanen whodunit, sondern beleuchtet viel aufmerksamer jene schmale Grenze, auf der Recht und Gerechtigkeit bei jedem Gerichtsprozess vor und zurück tänzeln. Und wegen der sie bei der Urteilsverkündung nicht immer gemeinsam ins Ziel kommen.

alpa kino

Das Original ist besser!All of Us Strangers (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
19:30 19:30

Regie: Andrew Haigh, (Großbritannien), 2023

Darsteller: Andrew Scott, Paul Mescal, Jamie Bell u.a.

All of Us Strangers (OmdU)

Das britische Kleinod »All of Us Strangers« gilt schon jetzt als einer der berührendsten Filme des Jahres 2024. Lose nach einem Roman von Taichi Yamada aus dem Jahr 1987 erzählt der Regisseur Andrew Haigh eine Geschichte über Liebe und Verlust.

Der Drehbuchautor Adam (Andrew Scott) lebt ein zurückgezogenes Leben. Als Harry (Paul Mescal) in sein Leben tritt, erfährt er nicht nur Neugierde und Leidenschaft, sondern trifft auch seine Eltern (Jamie Bell und Claire Foy) wieder. Da diese bereits vor 30 Jahren gestorben sind, als er 12 Jahre alt war, ist es merkwürdig, aber auch wunderschön. Adam nimmt diese gemeinsamen Stunden kurz vor ihrem Tod gerne an.

Andrew Haigh, der bisher mit queeren Stoffen u. a. in der Serie »Looking« aufgefallen ist, schrieb auch das Drehbuch dazu, verändert die Romanvorlage und holt sie ins Hier und Jetzt. Mit einem sicheren Gespür für die perfekte Auswahl der Darsteller und ihre gegenseitige Chemie erzählt er hier ein Drama, das sofort unter die Haut geht. Alle Gefühle der Protagonisten sind spürbar und erwärmen die Herzen des Publikums. Auch das Zeitreise-Element ist gut eingebaut, so dass man sich sofort in »All of Us Strangers« verliebt und ihn lange in sich trägt.

Doreen

English version with German subs

Das Original ist besser!Poor Things (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:45
21:30 21:30 21:30

Regie: Yorgos Lanthimos, (Irland/Großbritannien/USA), 2023

Darsteller: Emma Stone, Willem Dafoe, Mark Ruffalo u.a.

Poor Things (OmdU)

Der unorthodoxe Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe mit sehr ambitionierter Maske), ein wahrer Dr. Frankenstein, hat einer schwangeren Selbstmörderin das Gehirn ihres ungeborenen Babys implantiert. Wie sich dieses Wesen entwickelt, soll der Londoner Medizinstudent Max McCandless (Ramy Youssef) protokollieren. Die Fortschritte von Bella Baxter sind erstaunlich, die Pläne des Doktors nicht minder. Als Bella ihre Sexualität entdeckt, gibt es kein Halten mehr. Sie beginnt sich ihrer Zwänge zu entledigen, ihren Bildungshunger zu stillen und entdeckt ihre Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit. Auf einer abenteuerlichen Weltreise wird aus einem Kleinkind im Körper einer pubertierenden Jugendlichen eine belesene unabhängige Frau, die Vorurteile abstreift und ihr (Sex)-Leben in die Hand nimmt. Eine gelingende Reise zu sich selbst also, bei der die sie begleitenden Männer (Mark Ruffalo macht als Anwalt Duncan Wedderburn eine erstaunliche Wandlung durch) zunehmend zu Statisten werden.

»Poor Things« ist ein formal brillanter, von irren Sets geprägter Ausstattungskracher und zugleich eine wahnwitzige (überraschend feministische) Sex-Horror-Satire. Yorgos Lanthimos (»The Lobster«) hat nach seiner zehnfach Oscar-nominierten Kostümfilm-Farce »The Favourite« noch mal heftig an der Ausstattungsschraube gedreht - lustvoll und bizarr, wie nur er es kann. Als Wiedergängerin von Frankensteins Braut liefert Emma Stone eine unglaublich konsequente Performance ab - kraftvoll, kämpferisch und großartig komisch.

Grit Dora

English version with German subs

Der Junge und der Reiher

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
19:00

Regie: Hayao Miyazaki, (Japan), 2023

Der Junge und der Reiher

Mit »Der Junge und der Reiher« meldet sich der weltberühmte japanische Anime-Regisseur, Oscar-Preisträger und Studio Ghibli Schöpfer Hayo Miyazaki nun noch für einen krönenden Abschluss zurück. Inspiriert ist der Anime-Spielfilm einerseits von Miyazakis Lieblingsroman „How Do You Live?“ von Genzaburo Yoshino und anderseits von seiner eigenen Jugend, dem Verhältnis zu seinem Vater und seinem Weg zur spirituellen Reife.

Nach seinen Meisterwerken wie »Chihiros Reise ins Zauberland«, »Prinzessin Mononoke« und »Mein Nachbar Totoro« liefert uns der Altmeister so zum ersten und vermutlich auch letzten Mal einen autobiographisch geprägten Film, der es wahrlich in sich hat. Neben dem unverkennbaren Zeichenstil knüpft Miyazaki mit seinem Werk auch inhaltlich an seine früheren Animes an. Eine empathisch erzählte Heldenreise gefüllt mit fantasievollem Abenteuer, Trauerdrama sowie kindlicher Neugierde und zugleich ein kraftvoller Abschied Hayo Miyazakis, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

1943. Tokio befindet sich im Pazifikkrieg. Während eines Luftangriffs kommt die Mutter des elfjährigen Mahiko Hisako Maki ums Leben. Sein Vater Shoichi, Leiter einer Munitionsfabrik, heiratet daraufhin Hisakos jüngere Schwester Natsuko. Die neu formierte Familie zieht kurzerhand aufs Land. Für Mahiko beginnt eine schwere Zeit. Der kleine Junge findet sich nur schwer mit dem Verlust seiner Mutter und den neuen Familienverhältnissen zurecht. Isoliert von der Welt und gefangen in seiner Trauer beginnt Mahito, die verzauberten Landschaften zu erforschen. Er begegnet einem mysteriösen Graureiher, welcher nicht mehr von seiner Seite weicht und Mahiko dabei hilft, die Geheimnisse des Lebens zu lüften. Zusammen wagen sie sich in eine geheimnisvolle Welt, die von den Lebenden und den Toten geteilt wird.

Viktor Ray

Smoke Sauna Sisterhood

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Anna Hints, (Estland), 2023

Smoke Sauna Sisterhood

Eine verschneite Hütte tief in den estnischen Wäldern, im Innern dunkel und heiß. Hier treffen sich Frauen zum Saunieren im Rauch. Die alte Tradition bietet Raum für körperliche wie seelische Selbstreinigung. Die Rauchsauna als Freiraum, als Ort, an dem Frauen aller Alters- und Gesellschaftsschichten alles ansprechen können, was sie bewegt, beglückt oder fertig macht. Das Verhältnis zum eigenen Körper, der gesellschaftliche Druck, Wahrnehmung, Schönheitsnormen, Liebschaften, Schwangerschaften, Gewalterfahrungen.

An diesem geschützten Ort entsteht ein starkes Gefühl von Verbundenheit und Akzeptanz. Der Dokumentarfilm der estnischen Regisseurin Anna Hints zeigt in fast mystischen Bildern und mit großer Empathie, wie gemeinsames Saunieren Gemeinschaft stiftet, Sisterhood. Wie schön, dass die Tradition der Rauchsaunen von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde.

Grit Dora

LUX-PublikumspreisFallende Blätter (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Regie: Aki Kaurismäki, (Finnland/Deutschland), 2023

Darsteller: Alma Pöysti, Jussi Vatanen, Janne Hyytiäinen u.a.

Fallende Blätter (OmdU)

Anmeldung: http://www.vk-event.eu/lux-events/uebersicht

Im nächtlichen Helsinki begegnet die Supermarktangestellte Ansa (Alma Pöysti) dem Bauarbeiter Holappa (Jussi Vatanen). Sie gibt ihm ihre Telefonnummer, ohne ihren Namen zu verraten. Er verliert den Zettel… So beginnt eine Liebesgeschichte, die von der ersten Kameraeinstellung an den unverwechselbaren Blick des großen Aki Kaurismäki verrät. Prekär ist die Situation dieser zwei Menschen, sie leben ein unscheinbares, eintöniges Leben ohne Aussicht auf Veränderung. Kaurismäki schaut einmal mehr auf Menschen am Rand, entfaltet mit großer Zärtlichkeit die Facetten ihres Lebens und zeigt, wie unter ihrer Schicksalsergebenheit eine winzige, aber zähe Hoffnung auf Veränderung und Neuanfang glüht. Hindernisse gibt es reichlich…

Wie sich Mensch am allermeisten selbst im Weg steht, kann niemand so sparsam und treffsicher erzählen wie der große Finne, der 2017 seinen Ruhestand verkündete. Was ein Glück, dass er nicht durchgehalten hat. Die Kunst, am Beispiel von skurrilen randständigen Figuren existentielle lebensbegleitende Fragen anzusprechen, hat Kaurismäki zur Meisterschaft gebracht. Stilistisch seit Beginn seiner Karriere nahezu unverändert, zeitlich eher in den 1980er Jahren mit vielen Anklängen an die 1950er Jahre angesiedelt, strahlen seine Filme eine frappierende Zeitlosigkeit und Ruhe aus und bezaubern mit ihrem lakonischen Humor. »Fallende Blätter« schließt quasi nahtlos an die sogenannte Proletarier-Trilogie an: »Schatten im Paradies« (1986), »Ariel« (1988) und »Das Mädchen aus der Streichholzfabrik« (1990). Es lohnt sich, auch die alten Filme wieder anzuschauen.

Grit Dora

Eintritt frei - Anmeldung nur über: http://www.vk-event.eu/lux-events/uebersicht