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Kinoprogramm Donnerstag, 26.02.2015 - Mittwoch, 04.03.2015

Das Original ist besser!The Imitation Game (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15 17:15

Regie: Morten Tyldum, (USA/Großbritannien), 2014

Darsteller: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode u.a.

The Imitation Game (OmU)

Obwohl noch nicht einmal die Kandidaten für die nächste Oscar-Verleihung feststehen, gehen schon die ersten Spekulationen darüber los, wer dabei der große Abräumer sein wird. Das britisch-amerikanische Biopic »The Imitation Game« hat alles, was man hierfür braucht: eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem Helden, der sich nicht nur für die Bekämpfung der Nazis einsetzt, sondern auch als Märtyrer für die heutige Schwulenbewegung gilt; eine Geschichte, die darüber hinaus noch den Wundern der Technik huldigt - und das alles mit den richtigen Schauspielern.

Benedict Cumberbatch spielt den britischen Mathematiker Alan Turing hervorragend wie immer, und Keira Knightley liefert eine ebenso überzeugende Leistung als starke Frau, umgeben von Männern. Alan Turing gelang, es während des Krieges mit einem Team aus klugen Köpfen eine Maschine zu bauen, die die verschlüsselten Funksprüche der Nazis kontinuierlich dechiffrieren konnte. Doch obwohl diese Turingmaschine als ein wichtiger Vorläufer der modernen Computertechnologie gesehen wird, kennt heute kaum noch jemand ihren Erfinder, geschweige denn weiß, dass er in den 50er Jahren wegen „grober Unzucht und sexueller Perversion“ verurteilt wurde - eine etwas veraltete Umschreibung für gleichgeschlechtlichen Sex. Angefangen bei seiner Jugend, vereint der Film beide biographischen Aspekte in gewohnter Weise, trägt ab und zu etwas zu dick auf, behandelt Turings Sexualität ein wenig zu verklemmt, ist zusammengenommen aber eine wirklich gelungene und lehrreiche Unterhaltung. Und das ist es, was in Hollywood vor allem immer gut ankommt: einer unbekannten Geschichte zu einer solchen Popularität zu verhelfen, dass sie in dieser dramaturgischen Fassung von nun an als Wahrheit gelten kann.

Felix

Das Original ist besser!Whiplash (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30

Regie: Damien Chazelle, (USA), 2014

Darsteller: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser u.a.

Whiplash (OmU)

Trailer: http://bit.ly/1rFAv6E

Auf der einen Seite steht ein gefürchteter Lehrer, der seine höchst erlesene Jazz-Band wie einen Profi-Boxstall managt, auf der anderen ein begnadeter Schüler, der sich ganz unverhofft hinter dem Drumset in eben diesem Jazz-Gym wiederfindet. Zwischen beiden wird man im Verlauf des Filmes jede Menge Raum finden für Beats; die Synkopen & Phrasierungen treffen die Felle, Schläge & Erniedrigungen treffen ins Herz. Fletcher liebt den Jazz so wie der Teufel die Seele. An der Schaffer Academy von New York rekrutiert er gnadenlos Talente, sein Ruf ist legendär, seine Methoden umstritten, doch wer nicht zugrunde geht unter diesem Drillsergeant, hat bereits einen Fuß sicher im Jazzolymp. Wenn der begnadete Andrew der Verlockung nicht widerstehen kann, von Fletcher zu den höchsten Weihen des Schlagzeugspiels geführt zu werden, dann unterschreibt er diesen Kontrakt quasi auch mit seinem Blut, seinem Schweiß und seinen Tränen. Andrew weiß, Zweite-Wahl-Musiker gibt es, soweit das Auge reicht. Er will an die Spitze. Dahin wollte auch Regisseur und Autor Damien Chazelle und platzierte bereits 2013 einen 18minütigen Pilotfilm beim Sundance Film Festival. Damit fand er Produzenten. Ein Jahr später an selbiger Stelle erhielt der fertige Film den Publikums- und den Jury-Preis. Die US-Amerikaner lieben dieses Filmmotiv abgöttisch; Quäle dich, entsage allem, lasse dich erniedrigen, steige auf. Rückschläge und Kollateralschäden inklusive. Ein Schüler nimmt sich das Leben und bei Andrew endet der erste große Anlauf in einem ziemlichen Desaster. Er vergrault sein Mädchen, bricht sich die Hand, fliegt aus der Band und wirft alles hin… Die folgende Untersuchung führt irgendwie dazu, dass Fletcher von der Schule fliegt. Aber die Beiden treffen sich noch einmal wieder und es sieht so aus, als jage Fletcher noch immer hinter der Seele des Jungen her. Sie bekommen eine zweite Chance.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Birdman (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45 21:45

Regie: Alejandro González Iñárritu, (USA), 2014

Darsteller: Michael Keaton, Emma Stone, Kenny Chin u.a.

Birdman (OmU)

Mit diesem Werk einen der jährlich in New York verliehenen Gotham Independent Film Awards zu gewinnen, war kinderleicht. Und gelang gleich zweifach. Alejandro G. Iñárritus Name steht noch immer für einen Besten Film und ein Michael Keaton schon längst für einen Besten Darsteller. Mehr noch; es scheint, als sei der Gotham Award 1991 einzig für diesen Streifen erfunden worden zu sein. Die Handlung dreht sich um einen, sagen wir ruhig, gealterten Darsteller, der von seinem verstaubten Ruhm als ehemaliger geflügelter Action-Leinwand-Held solchermaßen zu Boden gedrückt wird, dass ihn die Bewerkstelligung ein simplen Theaterstückes am Broadway in eine Sinnkrise führt. Zugegeben, Riggan Thomsons (Keaton) Ansprüche sind nicht gerade klein. Zählbaren Erfolg als Regisseur, ein bejubeltes Comeback als Darsteller und obendrein so etwas wie echtes Ansehen für sich als Mensch verbuchen zu wollen, klingt nach einer langen Broadway-Belagerung mit ordentlich Kugelhagel. Riggans Tochter (Emma Stone als seine Assistentin) pflegt dabei die Verwundeten (ein glücklicher Bühnenunfall) oder richtet die Geschütze auf neue Ziele aus. Sein Produzent (Zach Galifianakis) redet ihm einen neuen Hauptdarsteller (Edward Norton) ein, wie er arroganter aber verkaufsfördernder nicht sein könnte und während eklige Zeitungsschreiberinnen oder zärtliche Liebschaften seine Wege kreuzen. Und auf Schritt und Tritt verfolgt ihn sein früheres Hollywood-Leben in Gestalt eines Helden-Geflügels… Wer bei all dem an Michael Keatons Bruce Wayne in »Batman« oder an Roy Scheiders Joe Gideon in »All That Jazz« denken wird, darf durchaus seinen Spaß haben. Wer sich fragt, warum Keaton sich so viele Jahre bedeckt hielt und warum er nun nackt über den Times Square stürmt, wird mit einer „reifen Leistung“ belohnt. Und wer Iñárritus verspielten Hang zu flatterhafter Metaphorik mag, wird all die zauberhaften Einfälle rund ums Action-Film-Genre lieben, wie auch die Arbeit des Kameramannes sowie die des Schlagzeugers.

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