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Kinoprogramm Donnerstag, 27.04.2017 - Mittwoch, 03.05.2017

Das Original ist besser!Die andere Seite der Hoffnung (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45
18:00 18:00
19:45

Regie: Aki Kaurismäki, (Finnland/Deutschland), 2017

Darsteller: Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Ilkka Koivula u.a.

Die andere Seite der Hoffnung (OmdU)

Wenn Wikström, ein Krawattenvertreter auf der Flucht vor seiner saufenden Frau, all sein Stammkapital beim Pokern vervielfacht, daraufhin samt Geld und Lockenwicklern sein Heim verlässt, um ein altes Restaurant zu neuem Leben zu erwecken, fehlen bloß noch der Tango, eine schwarze Limousine sowie ein Hund, und der Finne in uns weiß, dass Aki Kaurismäki zurück im Kino ist. Sechs Jahre nach »Le Havre« ist die Welt kein Stück besser geworden, und so lässt Kaurismäki im Hafen von Helsinki ein Schiff landen mit Khaled an Bord. Der syrische Flüchtling aus Aleppo will in Helsinki um Asyl nachfragen. Ganz offiziell. So kann Kaurismäki einen Blick werfen in die heimischen Auffanglager und Amtsstuben und dabei zwei Dinge auf die Leinwand bringen, die er am besten beherrscht; zwischenmenschliche Kommunikation und traurige Ausweglosigkeit. Auch weil Khaled auf der Flucht von seiner Schwester getrennt wurde, hält er die richterliche Entscheidung, ihn nach Syrien zurückzuschicken, für unannehmbar und taucht ab in Helsinkis Untergrund. Wo sich Aki Kaurismäki mit seinen Filmen immer schon am wohlsten fühlte. Endlich lässt er Khaled und Wikström aufeinander treffen, auf Augenhöhe, und führt zum wiederholten Mal vor, was der Welt so dringend fehlt; Solidarität. Gutes Essen, Schnaps und ordentliche Musik. Der große finnische Trinker, Träumer und Humanist sackte den Silbernen Berlinale-Regie-Bären ein und nutzte die Pressekonferenz auch, um zwei Dinge klarzustellen; Ja, er sei guter Dinge, seine Refugee-Trilogie in wenigen Jahren mit einer fröhlichen Komödie abschließen zu können und Nein, er befürchte keine Islandisierung Europas. Trotz des Erfolgs bei der EM 2016.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Verleugnung (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45
18:00
19:45
21:45

Regie: Mick Jackson, (USA/Großbritannien), 2016

Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall u.a.

Verleugnung (OmdU)

Die amerikanische Universitätsprofessorin und Schriftstellerin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) gehört zur Verfechterin geschichtlicher Fakten und kann Menschen wie den britischen Journalisten und Buchautor David Irving (Timothy Spall) nicht ausstehen. Denn der englische Historiker behauptet in seinen Schriften, dass es den Holocaust nie wirklich gegeben habe und dass Hitlers Rolle als Nazi-Führer stark verzerrt und dämonisiert dargestellt worden ist. Dafür bezeichnet Lipstadt ihn als Holocaust-Leugner. Das lässt Irving nicht auf sich sitzen und klagt sie daraufhin der Verleumdung an. Es kommt zu einem Gerichtsprozess, bei dem die US-Amerikanerin beweisen muss, mit Hilfe ihres Verteidigers Richard Rampton (Tom Wilkinson), dass die Nazi-Verbrechen in den Konzentrationslagern tatsächlich stattgefunden haben und dass Irving historische Daten manipuliert hat.

Das Gerichtsdrama »Verleugnung« (OT: Denial) basiert auf dem Buch „History On Trial: My Day In Court With A Holocaust Denier“ von der realen Deborah Lipstadt. Sie schrieb das Buch, nachdem sie und David Irving 1996 gegeneinander vor Gericht gezogen waren. Der reale Streit hatte begonnen, nachdem Lipstadts Buch „Denying the Holocaust“ 1993 in den USA erschien. Darin bezeichnete sie Irving als Leugner des Holocausts und warf ihm die Manipulation von Fakten vor. Irving reagierte mit Anklage auf Verleumdung und zog vor Gericht. Um zu gewinnen, musste Lipstadt beweisen, dass die Judenverfolgung tatsächlich stattgefunden hatte. Am Ende verlor Irving das Verfahren und musste die Gerichtskosten von ca. 3,2 Millionen Dollar tragen, woraufhin er pleite ging. Natürlich verlor er daraufhin auch sein Ansehen als Historiker.

Anne

Wilde Maus

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00
21:45 21:45
22:00

Regie: Josef Hader, (Österreich/Deutschland), 2017

Darsteller: Josef Hader, Pia Hierzegger, Jörg Hartmann u.a.

Wilde Maus

Einem Musikkritiker gehört es zu seinen Pflichten Schönes zu vernichten (grantelte Georg Kreisler) und so hat Josef Hader seinem über Nacht arbeitslos gewordenen Georg auch ein paar Wiener Derbheiten auf den Leib geschrieben. Der Mann steht eh unter Druck. Wo die Frau ihn notorisch zum Ei-Sprung einbestellt. Aber Dackelblick Fehlanzeige bei Pia Hierzegger, denn Ehefrau Johanna ist von Beruf Psychologin. Zum drohenden Verlust der Männlichkeit gesellt sich Existenzangst angesichts der globalen Pressekrise. Wenn dich nach 20 Jahren Macht & Herrlichkeit der knausrige, deutsche Chef aus dem Büro deiner großen Wiener Zeitung schmeißt, dann geht's ums nackte Überleben. Für den Piefke noch mehr. Den Wallner gibt Jörg Hartmann, der gerade Haders liebster Quoten-Deutscher ist. Fortan schleicht sich Georg als lebensmüdes Häufchen Elend in der Früh zum Wiener Prater, Zeit totzuschlagen, und bei der Nacht zu Wallners Anwesen. Um zu schauen, wie viel Rache ihm dieses g'schissene Arschloch wert ist. Keine Zeit, an Fortpflanzung zu denken. Dass der Wallner zwei, drei Sachbeschädigungen, Fäkalien und Kadaver später seine professionelle Contenance beiseite schieben und dem Verzweifelten die Stirn bieten wird, sorgt für den Schwung bei der bevorstehenden Achterbahnfahrt. Eine vortreffliche Klammer findet Regisseur Hader am Prater, wo die Wilde Maus, ein abgeranzte Berg- und Talbahn, darauf wartet, von Ex-Schulkamerad Erich (Georg Friedrich) instand gesetzt zu werden. Die Demontage von Haders Figur könnte hier liebevoll gebremst werden, Mittel, Menschen und Material bieten sich an, doch statt dessen trägt's den Mann vollends aus der Kurve… Josef Hader ist dank seines klaren Verstandes und großen Herzens in der Lage, uns Mitmenschen folgende Botschaft einzubleuen: ""Im Leben ist eh alles wurscht!"" gilt nur für arme Würstel.

Alpa Kino

Gaza Surf Club

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:15

Regie: Philipp Gnadt, Mickey Yamine, (Deutschland), 2015

Gaza Surf Club

Ja, in Gaza-Stadt am östlichen Mittelmeer existiert eine Surfer-Community, gleichwohl eine sehr überschaubare. Seit die sunnitisch-islamistische Hamas 2007 die Macht übernahm, gestaltet es sich für ansässige Wellenreiter noch schwieriger, ihre Leidenschaft auszuleben. Für Surfbretter besteht ein Importverbot und Frauen ist Wassersport generell untersagt. Die Teenagerin Sabah geht ihrem Hobby deswegen im Verborgenen nach, obwohl ihr Vater überhaupt nichts dagegen einzuwenden hat.

Dann gibt es noch den Mittvierziger Abu, der als Fischer am Strand lebt und die Surfer als eine Art Mentor unterstützt. Den Verboten steht Abu gelassen gegenüber, doch seine Heimat will er trotzdem so bald wie möglich verlassen.

Der zentrale Protagonist ist der 23-jährige Ibrahim, der den Titel gebenden „Gaza Surf Club“ eröffnen will, einen Shop für Surferbedarf. Auf den Spuren der Bretter, die von Kalifornien aus nach Gaza gelangt sind, will er den Surfboard-Bau während eines Praktikums in einer Manufaktur auf Hawaii erlernen. Die Beschaffung der nötigen Aus- und Einreisedokumente ist knifflig, und als Ibrahim die Reise schließlich antreten kann, überlegt er, vielleicht einfach in den USA zu bleiben. Das Ende lassen Gnadt und Yamine offen, doch sonst ist ihre von Gitarrenmusik begleitete Erzählweise ziemlich glatt. Die immer wieder betonte Motivation der Protagonisten, durch das Surfen der Realität zu entrinnen, erscheint recht banal.

Die politisch brisante Lage im Gazastreifen dient als Kontext, steht aber genauso wenig im Fokus wie die Surfszenen selbst, die nicht in hyperaktiven GoPro-Aufnahmen, sondern ganz gediegen daherkommen. Das eigentliche Thema der Doku ist der Alltag im Gazastreifen, den die Filmemacher mit ästhetischen Weitwinkelaufnahmen von Ruinen und Sandhügeln greifbar machen. Der Anfang enthält die Stoßrichtung: Das Bild zeigt Wellen, die sich in Zeitlupe brechen, auf der Tonspur donnern Explosionen von Luftangriffen. Das unruhige Wasser symbolisiert das Flammenmeer über der Stadt, bis eine eindrückliche Kamerafahrt durch eine Ruinenlandschaft den Schauplatz etabliert.

Christian Horn

Das Original ist besser!Moonlight (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00 22:00

Regie: Barry Jenkins, (USA), 2016

Darsteller: Mahershala Ali, Naomie Harris, Trevante Rhodes u.a.

Moonlight (OmdU)

Der Hauptcharakter in »Moonlight« ist Chiron (Ashton Sanders, Alex R. Hibbert, Tre’ Rhodes), der in drei Kapiteln jeweils einen anderen Zeitpunkt seines Lebens zeigt. Mit neun wird Chiron „Little“ genannt. Er wächst in einer Gegend von Miami auf, spricht nicht viel und frisst allen Kummer in sich hinein. Seine allein erziehende Mutter Paula (Naomie Harris) ist drogensüchtig. Erst seine Ersatzfamilie, Drogenhändler Juan (Maherschala Ali) und dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe), lässt ihn etwas auftauen. Als Teenager hat Chrion sehr starke Probleme. Mit seinem besten Kumpel und Schulkameraden Kevin (Jharrel Jerome) macht er erste homosexuelle Erfahrungen. Mit Ende 20 hat er schließlich Selbstbewusstsein erlangt. Er verdient sein Geld als Drogendealer und nennt sich Black. Erst als er einen überraschenden Anruf von Kevin (André Holland) bekommt, der will, dass er ihn besucht, löst etwas Unerwartetes in ihm aus.

»Moonlight« wird als bester Film 2016 beworben und bekam bereits einen Golden Globe in der Kategorie bester Film (Drama). Es ist der zweite Film von Regisseur Barry Jenkings. »Moonlight« basiert auf dem Theaterstück „In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell McCraney, der sagt, das Theaterstück sei gewissermaßen autobiografisch. Die großen Zeitabstände zwischen den drei Kapiteln führten dazu, dass Chiron von drei verschiedenen Schauspielern verkörpert wurde. Dabei wurde weniger auf Aussehen als auf Ausstrahlung geachtet. Die drei Kapitel können auch als eigenständige Kurzfilme stehen, die in sich abgeschlossen sind und erst in der Zusammensetzung etwas viel Größeres ergeben.

Anne

I Am Not Your Negro

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:15

Regie: Raoul Peck, (Frankreich/USA/Belgien/Schweiz), 2016

I Am Not Your Negro

„Die Zukunft der Schwarzen in diesem Land ist genauso leuchtend oder düster wie die Zukunft dieses Landes“. Eloquent spricht der afroamerikanische, visionäre Schriftsteller James Baldwin über weißen Chauvinismus und die brutale Ignoranz des Rassismus. Worte zwischen Wut und Hoffnung. Der engagierte Intellektuelle setzt sich messerscharf mit seiner Identität im Amerika der Rassentrennung auseinander. Der Sohn eines Arbeiters und Baptistenpredigers engagiert sich, nach Jahren im Pariser Exil, aktiv in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Bald zählt er zu deren meistgelesenen Wortführern.

Eindringlich beschreibt der in Harlem aufgewachsene Autor die Tragödie in der falschen Haut zu stecken. „Es ist ein großer Schock, wenn man im Alter von fünf bis sechs Jahren feststellt, in der Welt von Gary Cooper der Indianer zu sein“. Baldwins Texte und seine Gedanken von vor 40 Jahren über das weiße und schwarze Amerika bilden die Grundlage des Oscar nominierten Meisterwerks. Seine Erkenntnisse sind am Beginn der Ära Trump freilich erschreckend aktuell.

Vor allem sein unveröffentlichtes Buchfragment „Remember this House“ dient Regisseur Raoul Peck als Ausgangspunkt. Damit wollte Amerikas schwarzer Thomas Wolfe den ermordeten Ikonen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung Medgar Evers, erschossen 1963 in der Einfahrt seines Hauses in Jackson, Mississippi, Malcom X, erschossen 1965 in Washington Heights und Martin Luther King Jr., erschossen am 4. April 1968 in Memphis, Tennessee, ein Denkmal setzen.

Denn Baldwin kannte sie persönlich. Schmerzhaft musste er ihren gewaltsamen Tod verkraften. Und so holt Raoul Peck die Mitstreiter des schwarzen Romanciers zusammen mit ihm zurück auf die Leinwand. Dabei revidiert er die gängige Geschichtsschreibung. Denn kurz vor ihrem Tod näherten sich die anscheinend gegensätzlichen Positionen der Männer über Militanz, Widerstand und die Möglichkeit des Zusammenlebens an. Malcom X hatte sich längst vom umgekehrten Rassismus der Black Muslims verabschiedet und der große Reverend, den selbst der Friedensnobelpreis nicht schützen konnte, prangerte den imperialistischen Vietnamkrieg an.

„Beide erkannten“, glaubt Regisseur Peck, „dass der Kampf auch gegen das ungerechte, wirtschaftliche Klassensystem geführt werden muss“. Bewegend drehte ehemalige Kulturminister Haitis bereits äußerst hellsichtige Filme wie „Lumumba“ über das gewaltsame Erbe von Sklaverei und Kolonialismus. Dessen aufklärerischer Wert reicht an „Z“ von Constantin Costa-Gavras, den genrebildenden Klassiker des hoch emotionalen, politisch engagierten Kinos der 1970er Jahre, heran. Und so entfaltet auch seine fulminante Collage erneut eine erschütternde Wucht. Die schwindelerregend, zeitenübergreifenden Bilderfolgen seiner mutigen Independent-Doku machen die Gräben spürbar, die Amerika immer noch durchziehen.

Einer strahlend-unschuldigen Doris Day im knallbunten Paillettenkleid, in einer blitzsauberen Vorstadtküche aus Delbert Manns Film „Lover Come Back“ von 1961, stellt er körnige schwarz-weißen Fotos mit erhängten Opfern der Lynchjustiz des Ku-Klux-Clans gegenüber. Die weiße Fiktion einer scheinbar sauberen Welt hinterm Gartenzaun verstört danach nur noch. Pecks unglaublich eindringlicher visueller Bogen ruft den Aufstand in den 1960er Jahren in Watts und den von Polizisten misshandelten Rodney King in Erinnerung, aber ebenso die steinigen Wege von Oscar-Preisträger Sidney Poitier und der früh verstorbenen Dramatikerin Lorraine Hansberry, für die Bluessängerin Nina Simone „To Be Young, Gifted and Black“ schrieb.

Die geniale Verschränkung von historischem Archivmaterial brutaler Übergriffe gegen Schwarze während der 1960er-Jahre und jüngeren TV-Clips von tödlicher Polizeigewalt gegen Afro-Amerikaner und Rassenunruhen aus Ferguson machen dieses aufrüttelnde Zeugnis zum Fanal. Einem Aufschrei gleich zeigt dieses Plädoyer gegen Rassismus Bilder aus dem Amerika von heute. Und wenn Bob Dylan´s Song „Only a pawn in the game“ aus dem Album „The Times They Are A-Changin“ nach der Szene mit der Rede Martin Luther´s King erklingt, erschließt sich, warum keine Gnade der späten Geburt existiert, solange Geschichte nicht wirklich aufgearbeitet ist. Dylan schrieb den Song damals anlässlich der Ermordung des Bürgerrechtlers Medgar Evers.

Die eindrucksvollen Originalaufnahmen vibrieren vor Leidenschaft. Rau, ungeschönt und mit abrupten Schnitten in hautnahe Momentaufnahmen geteilt mit rhythmischer Intensität. Dazu immer wieder aus dem Off die stolze heisere Stimme von Hollywoodstar Samuel L. Jackson, der die Texte Baldwins kraftvoll mit Schmerz und Verzweiflung vorträgt. „Wenn Amerikas schwarze Bevölkerung eine Zukunft hat, wird auch Amerika eine Zukunft haben – nicht eher. Und wenn die farbigen Völker der Welt eine Zukunft haben, werden auch die westlichen Länder eine Zukunft haben – und nicht eher“, verkündete James Baldwin einst auf dem Russel-Tribunal in Stockholm. Ein Statement so klar, wie die absolut sehenswerte Doku. Und somit gilt es den Blick nicht nur allein nach den USA zu richten. Leider kennt Rassismus keine Grenzen.

Luitgard Koch

Das Original ist besser!Dead Man (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Jim Jarmusch, (USA/Deutschland), 1996

Darsteller: Johnny Depp, Gabriel Byrne, Iggy Pop u.a.

Dead Man (OmdU)

Gäbe es noch kein Kino, es müßte erfunden werden. Wegen Jim Jarmuschs grandioser Geschichte von einem Buchhalter Johnny Depp, der im Bett einer Dirne liegt, und von dort deren Ex-Geliebten erschießt, weil dieser zuvor mit einundderselben Kugel ebenjenes Mädchen getötet und unseren Buchhalter tödlich verwundtet hat. Stupid white man. Die Reise des Toten Mannes an der Seite eines tabakabhängigen Indianers. Kraftvolle Schwarz-Weiß Bilder, der legendäre Soundtrack von Neil Youngs E-Gitarre, die mystische Poesie des fast vergessenen Dichters William Blake (dem die ‘Doors’ ihren Namen verdanken) und ein Sammelsurium grotesker Gestalten des Westens, allen voran Gary Farmer in der Rolle des Indianers Nobody „Who talks loud and says nothing”, sowie Robert Mitchum, Iggy Pop und John Hurt. Pflichtprogramm!

Neo Rauch - Gefährten und Begleiter

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00

Regie: Nicola Graef, (Deutschland), 2017

Neo Rauch - Gefährten und Begleiter

Das faszinierende Porträt des jungen Leipziger Malers, der in den USA begeistert und als Wegbereiter der „Neuen Leipziger Schule“ gilt. Für die Region ein Glücksfall und für zahlreiche andere Künstler bietet das gute Voraussetzung für den Eintritt in den internationalen Kunstmarkt.

Erstmals seit Jahren spricht Neo Rauch vor der Kamera über seinen Zugang zur Kunst, seine Bilderwelten und die vom frühen Verlust seiner Eltern geprägte Vergangenheit. Entstanden ist ein sehr informativer Film, der einen wunderbaren Überblick über das Schaffen des Künstlers und zu seiner Person bietet.

Neo Rauch ist einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Maler seiner Generation. Seine Bilder faszinieren durch ihren rätselhaften Realismus, die Figuren scheinen wie aus der Zeit gefallen. Schlafwandlerisch gehen sie ihren Tätigkeiten nach. Das, was der Maler auf der Leinwand zeigt, bewegt sich zwischen Traum, Phantasie und schwer greifbarer Wirklichkeit, zugänglich und verstörend zugleich. Nie ist das Bildgeschehen eindeutig oder konkret - und doch zieht es den Betrachter in seinen Bann. 1981 bis 1986 absolvierte er bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ein Malerei-Studium, an das sich ein Meisterschülerstudium und eine Assistententätigkeit anschlossen.

Filmemacherin Nicola Graef, sie moderierte u. a. „Westart am Sonntag“ im WDR, zeigt den Künstler bei der Arbeit im Atelier, beobachtet den kritischen Austausch mit seiner Frau, der Malerin Rosa Loy, und diskutiert mit internationalen Sammlern, Galeristen und Kunstliebhabern das Phänomen Neo Rauch. Sie selber sagt zur Entstehung des Films: ""Judy Lybke, Inhaber der Galerie EIGEN + ART, über die Möglichkeit, einen Dokumentarfilm mit und über Neo Rauch zu realisieren - er winkte ab und meinte, da hätte ich keine Chance. Neo Rauch würde die Medien, insbesondere die Kamera, meiden. Schade, dachte ich."" 2013 klappte es aber eher zufällig. Der Film sollte die Möglichkeit bieten, seine Bilder aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen, aber ohne den Künstler in eine Situation zu bringen, der er skeptisch gegenüber stünde.

ak

Das Original ist besser!Down by Law (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Jim Jarmusch, (USA), 1986

Darsteller: John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni u.a.

Down by Law (OmdU)

Alle Jahre wieder - Kultfilme im Thalia

Was soll man nach jahrzehntelanger und alljährlicher Wiederholung eines genialen Kultstreifens noch sagen? Dass einem die satten Schwarz- Weiss-Bilder aus Robby Müllers Kamera auf direkten Wege ins Mark gebrannt werden, oder die Konstellation John Lurie, Roberto Benigni und Tom Waits zu den Sternstunden des Autorenkinos zählt und man bereits nach dem Vorspann den Soundtrack von John Lurie und Tom Waits begehrt.

Der Radio-DJ Zack, der Zuhälter Jack und der Falschspieler Roberto sitzen gemeinsam im Knast ein, und obwohl Letzterer für reichlich fröhlichen Schluckauf sorgt, beschließen die drei kurzerhand die Flucht zu ergreifen..., yeah "we’re escaped, like in the american movies."

Diesen Film gibt es ausschließlich in der engl. Originalfassung mit dt. Untertiteln