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Kinoprogramm Donnerstag, 24.05.2018 - Mittwoch, 30.05.2018

Das Original ist besser!Lucky (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: John Carroll Lynch, (USA), 2017

Darsteller: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston u.a.

Lucky (OmdU)

Das Alter ist nichts für Feiglinge. Erst spät rückt das Leben raus mit dieser Wahrheit, und das ist gut so. Je älter man wird, desto länger lebt man. Und hat Zeit für quälende Fragen. Paul Verhoeven (»Elle«) meinte jüngst, solange er Filme drehe, denke er nicht jeden Tag darüber nach, dass er bald verschwinden müsse. Und dass alles mit ihm verschwinde. Einer, der auch seit geraumer Zeit wusste, wo er sich auf Gottes Zielscheibe befand, war Harry Dean Stanton. Zwei Jahre, bevor Stanton 91-jährig verschwand, fing Regisseur John Carroll Lynch diese seltsame Stimmung ein. Lucky oder, wenn man so will, Dean Stanton gilt in seinem Wüstenkaff als das Abbild eines kerngesunden Cowboys; Augen auf, Radio an, eine Zigarette, raus aus dem Bett, 21 mal Armkreisen und ein Glas Milch. Noch eine Zigarette, und dann wird der Tag perfekt durch einen Gang zu Joe. Du bist Nichts, lautet die sarkastische Begrüßung. Erkenntnis und Kaffee; ein buddhistisches Frühstück fürs Leben. Im Grunde ist Lucky bereit, ist reisefertig, hier macht er keine neuen Freunde mehr. Und seine Macken beschützen ihn vor wilden Gedanken übers Sterben. Sowie die Einsicht, dass man Nichts ist. Wer Mitglied in Dean Stantons - Appreciation of Nothing - Facebook Gruppe ist, weiß, wie wichtig ihm diese Formel war. Hier haut Lucky jedenfalls nichts mehr um, höchstens eine Silberkugel oder ein Pflock ins Herz, so unkt auch Luckys Doktor tags darauf. Nachdem es Lucky umgehauen hatte. Einfach so. Beim Betrachten der Kaffeemaschine. Falls er beunruhigt sei, könne er mit dem Rauchen aufhören, allerdings fürchte der Doc, ginge es ihm danach vermutlich schlechter… Harry Dean Stanton hat seit seiner ersten Hauptrolle in »Paris, Texas« nichts verlernt. An seinem Gang erkennt man ihn sofort wieder und an seinem Blick. Mit dem der Neunzigjährige, nun doch unsicher geworden, in die nahende Dunkelheit starrt… Wie er sich doch sein Lächeln zurückgewinnt, mit David Lynch der Riesenschildkröte Roosevelt die Freiheit schenkt und wie er zum Abschied ""Volver, volver"" singt, … das ist Nichts. Nichts als ganz großes Kino.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Lady Bird (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:45 19:45 19:45

Regie: Greta Gerwig, (USA), 2017

Darsteller: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts u.a.

Lady Bird (OmU)

Christine McPherson (Saoirse Ronan) geht auf eine katholische Highschool im kalifornischen Sacramento und ist tierisch gelangweilt. Sie fühlt sich kulturell und intellektuell unterfordert und wünscht sich nicht sehnlicher als auf ein College an der Ostküste zu gehen. Leider sind ihre Noten alles andere als gut und auch die finanzielle Situation ihrer Familie passt eher nicht zu ihren Plänen. Lady Bird, ein Name, den sich die junge, anarchistisch veranlagte Frau selbst gegeben hat, geht dennoch ihren ganz eigenen Weg. Ein sehr prägendes Jahr steht vor ihr, in dem sie nicht nur ihre Beziehungen zu ihrem Vater Larry (Tracy Letts) und ihrer besten Freundin Julie (Beanie Feldstein) prägen, sondern in dem ganz im Zentrum auch die Mutter-Tochter Beziehung steht. Neben der ersten sexuellen Begegnung - Lady Bird hat sowohl ein Auge auf Danny (Lucas Hedges) als auch auf Kyle (Timothée Chalamet) geworfen - und anderen Situationen des Erwachsenwerdens, verbringt sie viel Zeit mit ihrer Mutter Marion (Laurie Metcalf). Beide müssen lernen, mit der Angst vor der bevorstehenden Trennung klarzukommen.

Schauspielerin Greta Gerwig hat mit »Lady Bird« einen herrlichen witzigen Film über das Erwachsenwerden, Mutter-Tochter Beziehungen und Angst vor Trennungen als ihr Solo-Regiedebüt hingelegt. Es ist die perfekte wehmütige, scheinbar autobiographische Coming-of-Age Komödie. (Viele Details aus Gerwigs Leben flossen in das Script, aber nichts davon, was im Film geschieht, passierte Gerwig selbst.) Zuvor hatte sie zusammen mit Joe Swanberg »Nights and Weekends« inszeniert.

»Lady Bird« ist quasi Gerwigs Liebesbrief an ihre Heimatstadt Sacramento, an ihre leidenschaftliche und herrschende Mutter und an ihr idiotisches Teenager-Selbst. Seine Weltpremiere feierte »Lady Bird« im September 2017 auf dem Toronto Filmfestival. Greta Gerwig sagte, dass sie am liebsten einen Film nur aus Nahaufnahmen von Saoirse Ronans Gesicht gemacht hätte, weil sie sie so hübsch fände.

Anne

Das Original ist besser!Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30 21:30 21:30

Regie: Wes Anderson, (USA), 2018

Darsteller: Bryan Cranston, Scarlett Johansson, Koyu Rankin u.a.

Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Der neue Wes-Anderson-Film ist da! Nach vier Jahren Pause drohten Fans ernste Entzugserscheinungen. Und Stop-Motion-Freunde werden besonders dankbar dafür sein, dass Anderson nach »Der phantastische Mr. Fox« endlich wieder einen Animationsfilm gedreht hat - im übrigen der erste seiner Art, mit dem eine Berlinale eröffnet wurde.

Japan in 20 Jahren. Böse Zukunftsmusik. Die Hundegrippe ist ausgebrochen und der korrupte Katzenfreund und Bürgermeister Kobayashi nutzt diese Gelegenheit, um alle Hunde auf die Insel Trash Island, eine riesige Mülldeponie, zu verbannen. Was der Sicherheit der Bürger zu dienen scheint, ist vor allem ein Ablenkungsmanöver von anderen dubiosen Aktionen. Immerhin kommt er nicht sofort auf die Idee, alle zu töten, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Sein Pflegesohn Atari, dessen Hund Spots von der Verbannung nicht ausgenommen wurde, macht sich auf den Weg, um Spots zu suchen. Auf der Insel trifft er auf ein beeindruckendes Rudel von Alphahunden, die ihn unterstützen - eine wilde Reise beginnt, die das Schicksal der ganzen Präfektur entscheidend verändern könnte. Flankiert wird der Trip von der amerikanischen Austauschschülerin Tracy Walker (Greta Gerwig), die auf den Spuren Ataris unterwegs ist und nebenbei eine Verschwörung aufdeckt. Die Hunde-Crew punktet mit den Stimmen von Bill Murray, Bryan Cranston, Edward Norton, Jeff Goldblum und Bob Balaban. Den Cast zieren weitere prominente Namen bis hin zum allerkleinsten Auftritt - schon klar, bei Anderson wollen immer alle mitmachen… auch Yoko Ono, Scarlett Johansson und Tilda Swinton, die sowieso immer überall dabei ist.

»Isle of Dogs - Ataris Reise« überzeugt wie alle vorhergehenden Filme des Regisseurs mit überbordender Detailfreude, schwarzgrundiertem, trockenen Humor und lässigem Soundtrack. Trotz oder vielleicht gerade wegen der optischen Niedlichkeit sind die aktiven Rollen durchweg mit männlichen Helden besetzt - bleibt also abzuwarten, wie sich Wes Anderson in seinen nächsten Filmen zu Geschlechterrollen verhält. In diesem Film sind es die herkömmlichen - und warum die Aufwieglerin eine Amerikanerin und keine Einheimische ist, darf sich Wes Anderson jetzt schon fragen lassen.

Grit Dora

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.

Was werden die Leute sagen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Iram Haq, (Norwegen/Deutschland/Schweden), 2017

Darsteller: Maria Mozhdah, Adil Hussain, Ekavali Khanna u.a.

Was werden die Leute sagen

Der 15-jährigen Nisha (Maria Mozhdah) ergeht es wie vielen gleichaltrigen Mädchen, die zwischen Tradition und Moderne aufwachsen, als Muslima in einer westlich geprägten Welt. In ihrer Clique gilt sie als ganz normaler norwegischer Teenager, daheim streift sie das strenge Kleid pakistanischer Tradition über. Nisha liebt ihre Eltern und befindet sich doch in einer ausweglosen Situation, die auf einen Konflikt zusteuert. Vielleicht hat sie ihren Vater Mirza (Adil Hussain) unterschätzt, als sie ihren Freund mit nach Hause brachte, mit in ihr Zimmer nahm, vielleicht hat sie das log kya kahenge (Was werden die Leute sagen) nicht ernst genommen. Diese Formel benutzen Pakistani mehrmals täglich, um alles zu hinterfragen und abzusichern, was sie im Begriff sind zu tun. Was die Leute sagen, wiegt schwer. Und auf ""Schande"" folgt Strafe, selbst nur auf den Verdacht hin. Nisha saß schließlich nur händchenhaltend auf dem Bett. Aber ihr Vater ergibt sich dem Druck der Verwandten und Nachbarn und bringt Nisha umgehend nach Pakistan. In der Familie von Mirzas Schwester soll ihr dort ein Weg aufgezeigt werden, wie eine pakistanische Frau zu leben hat. Noch eine ausweglose Situation… Die Norwegerin Iram Haq hat lange gewartet, ehe sie ihre eigene Geschichte in diesem Film behandelte. Als 14-jähriges Mädchen wurde sie selbst von ihren Eltern nach Pakistan entführt. Jetzt sah sie sich in der Lage, die Ausweglosigkeit sozialer und religiöser Unterwerfung mit aller Konsequenz zu zeigen, und bemüht sich ebenso, respektvoll die so genannten guten Absichten ihrer Elterngeneration zu hinterfragen.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia