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Kinoprogramm Donnerstag, 25.05.2017 - Mittwoch, 31.05.2017

Zwischen den Stühlen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00
18:30
20:00

Regie: Jakob Schmidt, (Deutschland), 2016

Zwischen den Stühlen

Der Film »Zwischen den Stühlen« beschreibt die Feuerprobe, die angehende Lehrer heute in Deutschland auf dem Weg zum Examen durchlaufen müssen. Die Dokumentation erhielt gleich mehrere Auszeichnungen beim 59. DOK Filmfestival Leipzig.

Lehrer als Berufswunsch zu haben ist etwas, das viele schon im Ansatz nicht nachvollziehen können. Ein dickes Fell und ein großes Selbstbewusstsein sind gemeinhin neben einigen anderen geeigneten Eigenschaften wohl die wichtigsten Essenzen, um in diesem Beruf bestehen zu können. Und ein dickes Fell wird kaum einer schon zu Beginn seiner Laufbahn mitbringen.

Tatsächlich werden die drei Protagonisten Anna, Katja und Ralf auf eine harte Probe gestellt. Problemschüler, Elternabende, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängste stellen die Ideale der Anwärter schon stark in Frage.

Der Film begleitet die drei Studenten während ihres Referendariats. Ein Jahr, das nach einem theoriebeladenen Studium absolviert werden muss. Und eine Zeit, in der sie einerseits Noten vergeben und andererseits selbst benotet werden, in der sie sich sozusagen zwischen den Stühlen befinden. Die Dokumentation gibt einen beeindruckenden wie unverstellten, auch humorvollen Einblick hinter die Kulissen des Schulsystems. Dabei stellt sie unter anderem die Frage, in welcher Gesellschaft wir heute leben wollen.

Interessant, dass gleich mehrere Seminarleiter etwas gegen ein anwesendes Kamerateam hatten.

Sie hatten Bedenken, zu stark von offiziellen Richtlinien für die Lehrerausbildung abzuweichen, Fehler zu machen, nicht den Erwartungen der Vorgesetzten zu entsprechen und sich damit Karrierechancen zu verbauen. Eine vorgesehene Protagonistin zog daraufhin ihre Teilnahme zurück.

BSC

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Beuys

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
20:00 20:00
20:30
21:45

Regie: Andres Veiel, (Deutschland), 2017

Beuys

Kann eine Plastik die Welt verändern? Der halbwegs gebildete Dresdner Bürger vermutet zumindest, dass drei Busse verschiedene Denkprozesse in Gang gesetzt haben könnten. Die Busse hätten dem 1921 in Krefeld geborenen Aktionskünstler Joseph Beuys sicher gefallen. Seine Objekte waren Straßenbahnhaltestellen, Filzrollen, tausendfache Eichen, oder regelmäßig auch solche Installationen, die von diensteifrigen Raumpflegern in der Regel ""aufgeräumt"" wurden. Oder, wie im Dresdner Fall, auch als Sperrmüll bezeichnet wurden. Schwamm drüber, Beuys ging es mehr um den kreativen Prozess. Seine erklärtes Ziel war weitaus komplexer als 15 Minuten Ruhm. Im Idealfall sollte sich für jeden das Leben zum Besseren wenden, der an seiner Kunst partizipierte oder der es ihm gar gleichtat, und durch sein kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen versuchte. Soziale Plastik nannte er diese Idee vom ""erweiterten Kunstbegriff"". Etwa zur selben Zeit entstand jenseits der Mauer der Begriff vom ""Bitterfelder Weg"". Auf der documenta 5 in Kassel gründete Beuys das Büro „Für direkte Demokratie und Volksabstimmung“ und sprach 100 Tage lang mit jedem Bürger, der das wünschte.

Stephan Krumbiegel und Olaf Vogtländer erhielten für den Filmschnitt dieser Doku auf der Berlinale 2017 den Silbernen Bären. Sie montierten die visionäre Absicht von Regisseur Andres Veiel zu einem Gesamtkunstwerk; Beuys agitiert, kratzt, rennt, boxt und vor allem denkt er laut. Beuys denkt, jeder Mensch hat das Potential, so zu sein, wie er es ist. Das würde die Welt verändern.

Alpa Kino

Das Ende ist erst der Anfang

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00
22:00 22:00 22:00
22:30

Regie: Bouli Lanners, (Belgien/Frankreich), 2015

Darsteller: Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément u.a.

Das Ende ist erst der Anfang

Gott spielt Billard. Unter einem traurigen, belgischen Himmel knallen die Protagonisten ineinander, querfeldein Haken schlagend, prallen ab, begegnen sich erneut oder verschwinden in den dafür vorgesehenen Löchern. Dieses faltenlos flache Land ist kein guter Platz, um sich zu verstecken. Esther und Willy haben nichts als ihre Suche. Mittellos stolpern sie über Land, später hört man etwas von einem verloren gegangenen Kind… Gilou und Cochise verfolgen mittels eines GPS-Trackers ein verloren gegangenes Mobiltelefon, ihr Auftraggeber bezahlt sie für eine schweigsame Wiederbeschaffung… Nicht viele Worte steuert auch dieser Jesus bei. Es genügt, dass er aus seinen Schusswunden blutet und im Namen der Barmherzigkeit für etwas weniger Chaos auf dem Spieltisch sorgt. Tote werden begraben, Autos erschossen und nur wenige sind auserwählt, den Pfad der Gerechten am anderen Ende des Filmes weiter beschreiten zu dürfen. Denn er ist auf beiden Seiten gesäumt mit den Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Man könnte auch sagen, hier lernt man fürs Leben; helfen Sie einer Frau, wenn sie ihr Auto nicht allein starten kann! Geben Sie einem fremden Mann unbedingt Ihre Pistole, falls er danach fragt! Und sorgen Sie sich um irgendjemanden! Auch, wenn er schon tot ist. Oder fast. Denn leben heißt nicht nur atmen.

Alpa Kino