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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 06.08.2020 - Mittwoch, 12.08.2020

Das Original ist besser!Auf der Couch in Tunis

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00
19:30 19:30 19:30

Regie: Manele Labidi Labbé, (Frankreich), 2020

Darsteller: Golshifteh Farahani, Hichem Yacoubi, Majd Mastoura u.a.

Auf der Couch in Tunis

Die meisten wollen da weg, sie will das Gegenteil: Wieder nach Hause, nach Tunesien. Die selbstbewusste Kette rauchende Psychologin Selma (grandios: Golshifteh Farahani) ist seit ihrem zehnten Lebensjahr in Frankreich aufgewachsen und hat im Sinn, sich in Tunis als Psychotherapeutin selbstständig zu machen. Eingeflattert wie ein lange abwesender und stark veränderter Zugvogel, hat sie Mühe, den Widerstand und die Skepsis ihrer von der Diktatur geprägten und der Revolution erschütterten Landsleute zu überwinden. Die lassen Selmas westliche Schnelligkeit gekonnt ins Leere laufen. Die Bürokratie braucht auch Zeit, Praxisgenehmigungen sowieso. Bis sie den offiziellen Schein hat, trifft Selma ihre ersten Klienten einfach auf dem Dach eines Wohnhauses. Bald wird sie von Buchungen überflutet. Der Redebedarf der Einheimischen ist noch größer als der anfängliche Widerstand. Mysteriöse, politisch-obskure, erotische, feministische und hoffnungslos übermoralische Textflächen prasseln wild auf Selma ein. Das schrille, pralle Leben eben.

Manele Labidi verneigt sich mit ihrer Geschichte der Identitätssuche einer jungen Frau lustvoll-augenzwinkernd vor der Heimat ihrer Eltern. Die Besetzung von Golshifteh Farahani, bekannt aus Jim Jarmusch »Paterson« ist ein Coup. So stellt Labidi mit »Auf der Couch in Tunis« ein gelungenes Spielfilmdebüt vor, eine knackfrische, fluffige Sommerkomödie.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Als wir tanzten

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00
21:30

Regie: Levan Akin, (Schweden/Georgien), 2019

Darsteller: Levan Gelbakhiani, Bachi Valishvili, Ana Javakishvili u.a.

Als wir tanzten

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.

Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

What You Gonna Do When The World‘s on Fire?

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Roberto Minervini, (Italien/USA/Frankreich ), 2018

What You Gonna Do When The World‘s on Fire?

Junge Afro-Amerikaner*innen werden überproportional häufig Opfer von tödlicher Polizeigewalt. So auch im südlichen US-Bundesstaat Louisiana, aber hier haben sie noch einen weiteren Feind: der Ku-Klux-Klan ist auch im 21. Jahrhundert noch aktiv und terrorisiert die Schwarzen Communities. Als Regisseur Roberto Minervini Louisiana bereiste um dort eigentlich eine Dokumentation über die Musik der 1930er Jahre zu drehen, verwarf er angesichts der omnipräsenten Gewalt gegen Schwarze seine ursprünglichen Pläne. So fokussierte er sich für auf einige Protagonist*innen, die er in intimen Schwarz-Weiß-Bildern zeigt. Er trifft beispielsweise die Barbesitzerin Judy Hill, die durch ihre Lebenserfahrungen ihre Rolle als Schwarze Frau in der US-Gesellschaft reflektiert. Er zeigt die New Black Panther Party For Self-Defense in New Orleans, die versucht, die Nachbarschaft für Protestaktionen zu mobilisieren und praktische soziale Hilfe anzubieten. Und er verbringt Zeit mit dem 14-jährigen Ronaldo, der seinen jüngeren Bruder Titus auf das Leben vorbereitet – inklusive Boxunterricht und Lektionen darüber, was es bedeutet, Schwarz zu sein. Eindringliche Portraits, die sich zu einem Bild verdichten, welche Menschen hinter der Forderung #blacklivesmatter stehen und wie ihr alltäglicher Kampf gegen den Rassismus aussieht.

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Monos

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Alejandro Landes, (Kolumbien/Argentinien/Niederlande/Deutschland, Uruguay/Dänemark/Schweden/USA), 2019

Darsteller: Sofia Buenaventura, Julián Giraldo, Karen Quintero Laura u.a.

Monos

Acht Jugendliche bewachen an einem entlegenen Winkel im bergigen Dschungel Kolumbiens eine nordamerikanische Geisel und die Milchkuh Shakira. Sie spielen genaugenommen Krieg, und merken erst allmählich, wie ernst das Spiel ist. Alejandro Landes hat die irre Situation zu einem atmosphärisch ungemein dichten, visuell und akustisch intensiven Film gestaltet, mit Darstellenden, die uns in den Sog des Geschehens mitreissen.

Alejandro Landes und Co-Autor Alexis Dos Santos haben mit Monos einen Überlebens-Thriller gestaltet. Elementaren Anteil daran hat Kameramann Jasper Wolf, der die ausweglose Situation in delirierende Bilder fasst, während Javier Farina und Lena Esquenazi auf der Tonspur und mit der Musik von Mica Levi das Ihre beitragen. Inhaltlich geht es um Loyalitäten und kleine Machtkämpfe innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen, wie sie sich überall auf der Welt in unterschiedlichen Formen abspielen könnten.

Walter Ruggle, www.trigon-film.org

Bundesstart - Das Debüt im Thalia