I like Thalia Kino Dresden on Facebook

Kinoprogramm Donnerstag, 20.09.2018 - Mittwoch, 26.09.2018

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:15

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.

Familie Brasch

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:15

Regie: Annekatrin Hendel, (Deutschland), 2018

Familie Brasch

In den Jahren nach 1945 sind die Braschs eine perfekte Funktionärsfamilie, die in der sowjetisch besetzten Zone den deutschen Traum vom Sozialismus lebt: Horst Brasch, ein leidenschaftlicher Antifaschist und jüdischer Katholik, baut die DDR mit auf, obwohl seine Frau Gerda darin nie heimisch wird. Sohn Thomas wird zum Literaturstar, er träumt wie sein Vater von einer gerechteren Welt, steht aber wie seine jüngeren Brüder Peter und Klaus dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber. 1968 bricht in der DDR wie überall der Generationenkonflikt auf. Vater Brasch liefert den rebellierenden Sohn Thomas an die Behörden aus - und leitet damit auch das Ende der eigenen Karriere ein. Nach 1989 sind sozialistische Träume, egal welcher Art, nichts mehr wert.

Regisseurin Annekatrin Hendel (»Vaterlandsverräter«, »Anderson«) porträtiert in ihrem neuen Film drei Generationen Brasch, die die Spannungen der Geschichte innerhalb der eigenen Familie austragen - zwischen Ost und West, Kunst und Politik, Kommunismus und Religion, Liebe und Verrat, Utopie und Selbstzerstörung. Sie trifft die einzige Überlebende des Clans, Marion Brasch, sowie zahlreiche Vertraute, Geliebte und Freunde, unter ihnen die Schauspielerin Katharina Thalbach, der Dichter Christoph Hein, die Liedermacherin Bettina Wegner und der Künstler Florian Havemann.

Hamburger Gitter

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45 17:45

Regie: Marco Heinig, Steffen Maurer, Luise Burchard, Luca Vogel, (Deutschland), 2018

Hamburger Gitter

Trailer: http://www.hamburger-gitter.org/trailer.html

Der Trailer von „Hamburger Gitter – Der G20-Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ löst bereits ein beachtliches Interesse in den sozialen Netzwerken aus, wenige Wochen bevor sich die Ereignisse in Hamburg zum ersten Mal jähren. Der Film stellt das Vorgehen von Polizei und Justiz in den Mittelpunkt, 12 Expert*innen und 5 Betroffene ziehen darin Bilanz.

Seit Montag (04.06) hat die Ankündigung des Films in Form eines Trailers bereits mehr als 60.000 Menschen erreicht. Seitdem erreichen dutzende Anfragen von Initiativen und Privatleuten, aber auch großen Medien und Kinos die Filmemacher*innen. Es ist der erste Langfilm mit einer hohen Dichte von Expert*innen und professionellem Bildmaterial zum Thema.

Der Film fragt: Welche Garantien des Grundgesetzes konnten rund um den G20-Gipfel standhalten? Mit welcher Leichtigkeit konnten die Behörden agieren? Welche Methoden der Ausnahmesituation werden langsam zur Normalität? Und welche Gesellschaft zeichnet sich da am Horizont ab? Antworten geben u.a. Rafael Behr (Prof. für Polizeiwissenschaft, Akademie der Polizei Hamburg), Christiane Schneider (Hamburger Bürgerschaft), Heribert Prantl (Chefredaktion Süddeutsche Zeitung); der Pressesprecher der Polizei Hamburg; der junge Aktivist Fabio V., der vier Monate in Untersuchungshaft saß, seine Anwältin und Vorstand im RAV, Gabriele Heinecke; sowie viele weitere aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus.

Der Hintergrund: bis zu 170 Ermittler arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstranten und Menschen die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurückzugewinnen. „Mit allen Mitteln“, war selten so wörtlich zu nehmen wie im Fall der G20-Verfahren. Eine Öffentlichkeitsfahndung von noch nie dagewesenem Ausmaß stellte über zweihundert Menschen mit vagen Verdachtsmomenten „an den Pranger“ und die Boulevard-Presse „spielte den Hilfssheriff“. 30 Wohnungen und Häuser wurden mit hoch bedenklichen Begründungen durchsucht und ein linkes Medienportal vom Innenminister verboten.

Eine Redaktionsgruppe des Videokollektivs „leftvision“ ging der Frage nach, ob die Befugnisse der Sicherheitsbehörden auf den Prüfstand gehören? Droht die Gefahr, dass bei echten politischen Krisen alle Dämme des Rechts brechen, die den Bürger vor staatlicher Willkür schützen sollten? 13 Kameraleute filmten das Material während der G20-Tage welches ein umfangreiches und detailliertes Panorama in diesem Dokumentarfilm ermöglicht. Einschätzungen von 17 Protagonist*innen bilden den inhaltlichen Faden eines Films der weit über die Ereignisse vom Juli 2017 hinaus geht.

Der G20-Gipfel als »Schaufenster moderner Polizeiarbeit«

Gundermann

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
17:15
19:15 19:15 19:15 19:15

Regie: Andreas Dresen, (Deutschland), 2018

Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl u.a.

Gundermann

Zur Sommersonnenwende 1998 starb Gerhard Gundermann. Er holte sein Abitur nach (O-Ton Gundi), welches kurz zuvor Rio Reiser und Tamara Danz schon bestanden hatten. Wer ist Gundermann? Hier rollt der Befragte mit den Augen oder holt die ganz tiefe Luft, um dem Gegenüber sein Herz auszuschütten. Der quasi-sächsische, singende Baggerfahrer aus der Familie der Hoyerswerdaer Lippenblütler fällt dem bis dahin Ahnungslosen entweder für immer in sein Herz, wie in ein verlassenes Haus, oder jede weitere Mühe scheint vergeblich.

Jetzt kommt (endlich) einer und bietet mit seinem Film einen dritten Weg an. Einen Erklärungsversuch, wie ihn nur das Kino liefern kann. Mit dem feinen Gespür des quasi-mecklenburgischen, singenden Filmemachers erzählt Andreas Dresen von dem unvergleichlichen Poeten aus der Braunkohle und von dem Land durch welches sich dessen Bagger fraß. Wie Gerhard Gundermann (Alexander Scheer) in der Theater-Brigade Feuerstein groß wurde, wie er aus der Partei flog, weil er sich den Luxus einer eigenen Meinung leistete. Wie er „rauchende Motoren mit seinem Blut kühlte“, seine Lieder dem Rumpeln seines Baggers ablauschte und seine große Liebe, Conny (Anna Unterberger), natürlich auf der Bühne trifft. Und sofort erkennt, welchen Schatz er hier zutage gefördert hat…

Ganz bewusst stellen Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler ihren Gundermann genau in jene Zeit, in der ein deutschlandweiter, künstlerischer Durchbruch an den Erklärungen zum IM Grigori scheitert. Und Gundi sich zu erinnern versucht, welchen Zweck er einst verfolgte, als er aus voller Seele sang, weil er die DDR beim Wort nehmen wollte und alle seine Mittel auch von der Stasi heilig sprechen ließ. Dresen möchte so die Deutungshoheit über die eigene Geschichte wieder zurückgeben an Jene, die sie erlebt haben. Nicht, ohne seinem Helden noch ein paar Dinge anzudichten, an denen der sicher seinen Spaß gehabt hätte. So lässt er den Boss im Schweißerhemd backstage Bob Dylan treffen, der sich wunderte, wieso dieser schmale Mensch mit Brille keinen Song von ihm im Programm hatte.

Alpa Kino

Utøya 22. Juli

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30
21:30 21:30 21:30

Regie: Erik Poppe, (Norwegen), 2018

Darsteller: Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad u.a.

Utøya 22. Juli

Der 22. Juli 2011 wird den Bürgern Norwegens wohl ewig in Erinnerung bleiben. An diesem Tag verübte Anders Breivik gleich zwei Attentate: In Oslo zündete er eine Bombe, im Ferienlager von Utøya schoss er auf junge Sozialdemokraten, die dort zu einem Campingausflug zusammengekommen waren.

Der Film von Regisseur Erik Poppe nimmt den Zuschauer zurück an den Ort des Schreckens, mit nach Utøya. Die 18-jährige Kaja (Andrea Berntzen) ist eine der Jugendlichen und zeltet hier zusammen mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne). Als die ersten Schüsse fallen, sind die beiden räumlich voneinander getrennt und so beginnt für Kaja, deren Weg wir begleiten, ein wahrer Albtraum - immer zwischen der Furcht vor dem Attentäter, der Hoffnung auf Rettung und der Sorge um ihre Schwester wechselnd.

Der norwegische Thriller lehnt sich, wie gemeinhin bekannt sein sollte, an wahre Ereignisse an. Das Attentat, das nicht nur das ganze Land sondern die ganze Welt erschütterte, hat tiefe Spuren hinterlassen. Die Deutsche Film und Medienbewertung (FBW) nannte den Film nicht umsonst „besonders wertvoll”. Er hält die Erinnerung an die Opfer und ihr Leid am Leben - damit sie nicht vergessen werden und ihre Geschichte niemals an Bedeutung verliert.

Kein Popcornkino sondern ernsthafte und wichtige Kino-„Unterhaltung”.

juko

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Blackkklansman (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:15 21:15

Regie: Spike Lee, (USA), 2018

Darsteller: John David Washington, Adam Driver, Topher Grace u.a.

Blackkklansman (OmdU)

Colorado Springs in den 1970er Jahren. Ron Stallworth (John David Washington) arbeitet sich als erster afroamerikanischer Cop bei der örtlichen Polizei gegen alle rassistischen Anfeindungen in die Undercover-Abteilung hoch. Gesegnet mit scharfem Verstand, Mut, rhetorischer Meisterschaft und großer Klappe hat er die Idee, den Ku Klux Klan zu unterwandern. Er ist der Kopf des Unterfangens, sein Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) leiht ihm den Körper dazu. Es dauert nicht lange, bis sie sich in die KKK-Ortsgruppe vorgearbeitet haben und mit den verschiedenen rassistischen Ausprägungen des Ku Klux Klan konfrontiert sind, auch Judenhass und Mysogynie spielen eine große Rolle. Die besonders krassen Extremisten unter den KKKs verlangen, dass sich Zimmerman einem Lügendetektortest aussetzt, der Juden enttarnen soll… es wird mulmig, denn Flip ist jüdischer Abstammung.

Spike Lee hat aus der Geschichte nach einer wahren Begebenheit eine Mischung aus hochkomischem Buddy- und Blaxploitation-Movie gemixt, die extrem Laune macht. John David Washington trägt den schönsten Pilzkopf seit Toad in Mario Kart, klopft phantastische Sprüche und schreckt vor keiner Lüge zurück, die der guten Sache dient. Adam Driver gibt die ruhige Folie, vor der Washington sein Temperament entfalten darf. Schade, dass Frauenfiguren wie die Studentenführerin Patrice (Laura Harrier) trotz der angedeuteten politischen Botschaft nur als Sättigungsbeilage vorkommen. Dennoch ist »BlacKkKlansman« feines, in Cannes schon aus aktuellen Gründen mit der Palme ausgezeichnetes Mainstreamkino mit wichtiger politischer Botschaft.

Grit Dora