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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 20.01.2022 - Mittwoch, 26.01.2022

Das Original ist besser!Adam (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:30

Regie: Maryam Touzani, (Marokko/Frankreich/Belgien/Katar), 2019

Darsteller: Lubna Azabal, Nisrin Erradi, Douae Belkhaouda u.a.

Adam (OmdU)

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=mBrANoZvByA

Abla lebt mit ihrer achtjährigen Tochter Warda in Casablanca. Die kleine Bäckerei, die sie betreibt, hat schon bessere Zeiten gesehen, und ihr Leben als alleinerziehende Mutter und berufstätige Frau fordert sie sehr. So ist es nicht verwunderlich, dass sie Samia, einer jungen schwangeren Frau, die eines Tages an ihre Haustür klopft und um Arbeit bittet, zunächst ihre Hilfe verwehrt. Die kleine Warda aber schließt die Fremde sofort ins Herz – und schafft es schließlich, auch das der Mutter zu erweichen. Als Samia sich auch noch als geschickte Bäckerin entpuppt, wächst ein zartes freundschaftliches Band zwischen den beiden Frauen. Mit der immer näher kommenden Geburt von Samias Kind stellt sich aber auch die Frage, welche Zukunft es für die junge Mutter in Ablas Obhut geben kann …

Eine berührende Geschichte aus dem heutigen Casablanca über die große Solidarität zweier Frauen und die sinnliche Kunst des Backens, kraftvoll erzählt von Maryam Touzani, der neuen weiblichen Stimme des marokkanischen Kinos.

Das Original ist besser!Lunana - Das Glück liegt im Himalaya (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:30

Regie: Pawo Choyning Dorji, (Bhutan/China), 2019

Darsteller: Sherab Dorji, Kelden Lhamo Gurung, Ugyen Norbu Lhendup u.a.

Der junge Ugyen lebt in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. Eigentlich träumt er davon, im Ausland als Musiker Karriere zu machen. Doch er wird dazu verpflichtet, sein letztes Ausbildungsjahr als Lehrer im Lunana-Tal an den Hängen des Himalaya zu verbringen. Dort steht im Dorf Lhedi in 4.000 Meter Höhe die wohl abgelegenste Schule der Welt. Ein Dutzend Kinder wartet hier wissbegierig darauf, unterrichtet zu werden. Sie wären der Traum eines jeden Lehrers, aber nicht der von Ugyen.

Nach achttägigem Treck durch die atemberaubende Bergwelt trifft er auf eine Dorfgemeinschaft, die ihn mit Respekt betrachtet. Nur ein Lehrer könne „die Zukunft der Kinder berühren“. Er, der den Beruf des Lehrers an den Nagel hängen wollte, erfährt hier mehr über die Schule und das Leben als in seiner Ausbildung. Und er scheint auch besser zu spüren, was das „Bruttosozialglück“ bedeutet, das man in Bhutan höher gewichtet als das Bruttosozialprodukt.

Ugyen verliebt sich in die Sängerin Sandon, deren Lieder ganz in der mythischen Kraft des Gebirges wurzeln. Auch sie verändert seine Perspektive völlig.

»Lunana« ist so etwas wie die Suche nach dem Glück, das wir gerne weit weg wähnen, wo es doch ganz nah sein kann. Ein sanfter Liebesfilm in atemberaubenden Bildern.

Das Original ist besser!Annette (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45 21:45

Regie: Leos Carax, (Frankreich/Mexiko/USA/Deutschland), 2021

Darsteller: Adam Driver, Marion Cotillard, Devyn McDowell u.a.

Annette (OmdU)

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=On4v1gNJkrE

Leos Carax lässt seinen neuem Film beginnen, wie er den vorhergehenden »Holy Motors« enden ließ; das Ensemble folgt der Kamera musizierend, ja sogar singend auf die Straße und schlüpft aus der charmanten Pop-Overtüre »May we start« direkt in seine Rollen und die Handlung. Gesungen wird weiterhin, denn die Idee zu dem düsteren Märchen »Annette« stammt aus der Feder der Brüder Ron und Russell Mael, welche Kenner*innen seit den Siebzigern als Sparks ein Begriff sind. Die beiden Musiker aus L.A. unterbreiteten dem französischen Regisseur Leos Carax die Story vom berühmten Ehepaar Ann (Marion Cotillard) und Henry (Adam Driver), in der sie eine gefeierte Opernsängerin ist und er ein gefeierter Stand-Up-Comedian. Die Welt wirft sich den beiden zu Füßen. Singend. Wir sind in einem Musical, dessen Chor, ganz gleich, ob er aus Zuschauern, Standesbeamten, Polizisten oder Fotografen besteht, lautmalerisch alle Schritte des jungen Glücks kommentiert. Es geht ums Showgeschäft. Lachen auf Henrys Bühne, Sterben auf der von Ann. Jede Pointe muss sitzen, jeder Arienton, das Blitzlichtgewitter ist unerbittlich. Während die Love-Story vorbeifliegt wie in einem Foto-Roman; eine Hochzeit steht an, das junge Paar bekommt ein Kind, Anns Dirigent (Simon Helberg) hadert mit seiner heimlichen Liebe zu ihr, streut Leos Carax mehr und mehr Gift zwischen die Bilder. Die Karrieren der beiden entwickeln sich in entgegengesetzte Richtungen und parallel zu seinem Abstieg als Comedian erfüllt sich Henrys Albtraum von der Burratina. Henry träumt seine Tochter Annette als leblose Holzpuppe, die ihm zur Obhut dargereicht wird, während seine Frau auf den Bühnen der Oper gefeiert wird. Careful what you dream about. Alkoholexzesse, Wahnvorstellungen und ein lebloses Kind, Henry möchte sich zu Tode lachen, stattdessen verliert Ann ihr Leben bei einer gemeinsamen Kreuzfahrt auf See. Dem gescheiterten Vater bleibt Puppe, die plötzlich mit der Stimme ihrer toten Mutter zu singen beginnt. Diese Gabe von Annette zu Geld zu machen, ist nicht Henrys letzter Schritt auf seinem immer mehr in den Abgrund führenden Weg …

alpa kino

Das Original ist besser!Drive My Car (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Ryûsuke Hamaguchi, (Japan), 2021

Darsteller: Hidetoshi Nishijima, Reika Kirishima, Tôko Miura u.a.

Drive My Car (OmdU)

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=mcvhLCtJFEo

Diese meisterhafte Adpation einer Story von Haruki Murakami war einer der schönsten Filme des Cannes-Filmfestivals 2021 und wurde dort mehrfach ausgezeichnet.

Yusuke Kafuku (Hidetoshi Nishijima), erfolgreicher Regisseur und Schauspieler, hat vor zwei Jahren seine geliebte Frau, die Drehbuchautorin Oto verloren. Als er das Angebot erhält, bei einem Theaterfestival in Hiroshima Onkel Wanja von Tschechow zu inszenieren, sagt er zu.

Dort lernt er Misaki (Toko Miura) kennen, eine zurückhaltende Frau, die ihm als Chauffeurin zugewiesen wird. Während sie Zeit miteinander verbringen, wird Kafuku mit dem Geheimnis seiner Frau konfrontiert, das ihn im Stillen verfolgt.

„Eine fesselnde Geschichte über Vertrauen und Verrat … Ein betörendes Kleinod“ Indiewire

ak

Das Original ist besser!Pleasure (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Ninja Thyberg, (Schweden/Niederlande/Frankreich), 2021

Darsteller: Sofia Kappel, Revika Anne Reustle, Evelyn Claire u.a.

Pleasure (OmdU)

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=izLwEqRZbqY

Die 19-jährige Linnéa (Sofia Kappel) verlässt ihre schwedische Kleinstadt und zieht in die „Stadt der Engel“: in die Glitzermetropole Los Angeles. Sie will als „Bella Cherry“ der nächste Star in der Porno-Branche werden. Schnell muss Linnéa jedoch feststellen, dass der Weg dorthin beschwerlich und steinig ist. Sie erkennt, dass man als Neuling vor allem in der „Hardcore“-Szene Chancen hat – dafür muss sich Linnéa aber gnadenlos unterordnen und tun, was von ihr verlangt wird. Linnéa muss sich beim Sex fesseln oder ins Gesicht schlagen lassen. Wie weit wird sie gehen, um ihren großen Traum von einer erfolgreichen Pornokarriere zu erfüllen?

Ausbeuterisch, radikal gewinnorientiert, frei von Moral – die (Hardcore-) Pornoindustrie genießt nicht gerade den besten Ruf, allen voran die US-amerikanische. Umso beachtlicher, dass sich Regisseurin Ninja Thyberg diesem Thema mit aller Ausführlich- und Deutlichkeit widmet, und sich dennoch um Neutralität bemüht. „Pleasure“ ist keine einseitige Aburteilung dieses einträglichen Wirtschaftszweiges. Vielmehr setzt Thyberg auf eine glaubhafte, realistische Darstellung der Branchen-Mechanismen und -Charakteristika.

Dies gelingt einerseits, da „Pleasure“ mit einer ganzen Reihe an echten Pornodarstellerinnen und -darstellern besetzt ist. Zudem gingen den Dreharbeiten jahrelange intensive Recherchen durch Thyberg voraus, weshalb der Film auch eine dokumentarische Aura versprüht. Thyberg, die ein sicheres Feeling für Timing und Spannungsmomente besitzt, verurteilt außerdem ihre Protagonistin zu keinem Zeitpunkt. Für ihre beruflichen Ambitionen oder Wünsche etwa. Oder ihre bisweilen erschütternde Naivität, die jedoch immer wieder einer überraschenden Selbstsicherheit und bewussten Unanständigkeit weichen. Man merkt, wie wichtig Thyberg der Verzicht auf Vorverteilungen und Wertungen ist.

„Pleasure“ lebt darüber hinaus von der schwungvollen, frischen Energie Sofia Kappels, die in ihrem ersten Film einen beachtlichen, regelrecht unbekümmerten und ungezwungenen Auftritt hinlegt. Mit Leichtigkeit wechselt sie zwischen teils extremen emotionalen Zuständen und vermittelt das Bild einer jungen Frau, die einerseits zwar ganz genau weiß was sie will – aufgrund der frauenfeindlichen Praktiken und machtmissbrauchenden Vorgänge jedoch immer wieder an ihre Grenzen stößt. Zum Beispiel in dem Moment, in dem ihre Tauglichkeit für die „harte“ Pornoindustrie, die Hardcore-Szene, geprüft wird. Man beschimpft, ohrfeigt und bespuckt sie. Nur der – vergleichsweise harmlose – Beginn dessen, was bald noch folgt.

Geradezu zynisch mutet der Titel des Films an, denn „Vergnügen“ sieht anders aus. Schonungslos und ohne Scheu offenbart Thyberg eine auf die Befriedigung männlicher Sex-Fantasien ausgerichtete, skrupellose Industrie. „Pleasure“ thematisiert die Erniedrigung der jungen Darstellerinnen, ebenso wie brutale Sexualpraktiken, gespielte Vergewaltigungen, verbrecherische Vertragsklauseln und die mit den Verträgen oftmals einhergehende Freiheitsberaubung. Die dunkle Seite einer Branche, deren Umsatz allein in den USA über dem der großen Hollywood-Studios liegen soll.

Björn Schneider