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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 18.04.2024 - Mittwoch, 24.04.2024

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 3: Mut tut gut

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121787

Freundlich sein und teilen, Fehler zugeben, Vorurteile überwinden und sich selbst treu bleiben – das ist nicht immer einfach. Aber mit Kreativität, Kommunikation und einer Portion Mut kann es gelingen, wie die Protagonist:innen unserer Filmauswahl beweisen. Also traut euch, kommt in unser spannendes und unterhaltsames Kurzfilmprogramm und erfahrt, wie gut Mut tut!

Für Kinder von 10 bis 13 Jahren, OF mit deutscher Live-Einsprache

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenRetrospektive: Gammler, Träumende, Liebende

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121788

In den 1960er Jahren drängten Lebenskünstler:innen, sogenannte „Gammler“, in den wirtschaftswunderbaren BRD-Nachkriegsalltag und auch auf die West-Leinwände. In der DDR plante man derweil fürs Kino den Sozialismus des neuen Jahrtausends. Das Programm bringt mit postkapitalistischen Gegenentwürfen und Zukunftsträumen unterschiedliche Utopien aus Ost und West zusammen.

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDreaming Utopia: Alles wird gut: Schwerpunkt 3: The Future Starts Today

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121789

Unsere krisenerfüllte Gegenwart lädt nicht zum Optimismus ein und wird von vielen Menschen als das düstere Ende jeglichen Fortschrittsglaubens wahrgenommen. (Existenz-)Angst und Wut formen den neuen Zeitgeist. Wir befinden uns im post-futuristischen Zeitalter, in dem wir fast zwangsläufig eine Zukunft imaginieren, die einem Schreckensszenario gleicht. Zwar ist Krisenbewusstsein zwingend notwendig, aber „Resignation ist kein Gesichtspunkt“ (Erich Kästner), Angst ist genauso unproduktiv wie die Flucht in die Illusion einer besseren Vergangenheit. Utopisches Denken ist gleichzeitig Antidepressivum und eine Notwendigkeit.

Das Kino wird immer wieder auch als Traumfabrik bezeichnet, es hat daher die besondere Kraft, nicht nur Fluchtpunkte in nostalgische und andere Phantasiewelten, sondern auch positive Gegenentwürfe zur Gegenwart zu erschaffen: Ideen, wie wir in naher Zukunft leben und auch wohnen wollen. Es ist also Zeit zu träumen!

THE VEILED CITY von Natalie Cubides-Brady verwebt eine Science-Fiction-Erzählung mit dokumentarischen Archivbildern aus der Vergangenheit zu einer Reflexion über gegenwärtige Umweltprobleme. THE VEILED CITY ist die Projektion einer „Zukunft als Katastrophe“ (Eva Horn) – die Katastrophe ist aber noch nicht eingetreten und kann noch abgewandt werden. Es gibt also noch Hoffnung.

Camille Authouarts LA GRANDE ARCHE ist eine Ode an den Pariser Stadtteil La Défense. Der handgezeichnete Animationsfilm fragt auch danach, wieviel Utopie in den Denkmälern der Baukunst noch vorhanden ist, die dort einst als Experimentierfeld für ein neues Stadtmodell und als „Vision für morgen“ entstanden sind.

Juan Rmzv präsentiert IN DER ZUKUNFT... Stadträume und Stadtträume. Orte, an denen das Plan- und Unplanbare zusammenfinden und die ein hochkomplexes Beziehungsgeflecht darstellen, in dem unterschiedliche Kulturen und Lebensentwürfe aufeinanderprallen, zusammenkommen und sich miteinander verweben.

60 ELEPHANTS. EPISODES OF A THEORY von Sasha Pirker und Michael Klein, ein Plädoyer für die Realisierbarkeit von Utopien, porträtiert die auf Prinzipien wie Mitbestimmung und Offenheit beruhenden Ideen des Architekten Yona Friedman.

RESOLUTION, ein kritisches Resümee über die Menschheit seit Beginn des Anthropozäns, ist ein weiterer spekulativer Science-Fiction. Bjørn Melhus nimmt eine Szene des Genre-Klassikers SOYLENT GREEN (1973) von Richard Fleischer als Grundlage, „überschreibt“ sie und führt diese frühe Öko-Dystopie zu einem Happy End. THE VEILED CITY und RESOLUTION bilden also filmische Gegenstücke in diesem Programm, die zum Gedankenaustausch anregen.

Sven Pötting

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenCinema Digestif 1: Final Girls Berlin Presents Queer Horror

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
23:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121790

Das Final Girls Berlin Film Festival zeigt Horrorfilme, die von Frauen und nicht-binären Filmemacher:innen gedreht, geschrieben oder produziert wurden. Wir setzen uns dafür ein, Raum für weibliche Stimmen und Visionen im Horrorgenre zu schaffen, egal ob monströs, heroisch oder eine chaotische Kombination aus beidem. Wir haben mehr als genug Darstellungen von Frauen als geschönte Opfer und Konstruktionen männlicher Fantasien oder Ängste gesehen und setzen uns für die Vorrangstellung von Frauen als Subjekte und Erzähler:innen im Horror ein.

In diesem Sonderprogramm, das einige unserer liebsten queeren Horrorfilme hervorhebt, sehen Sie Kurzfilme, die vor queerer Kreativität nur so strotzen. Dystopische Gruppendynamik, Körperdysphorie, transgressive Kreaturen, gefährliche, sexy Beziehungen – macht Euch bereit für eine aufregende und subversive Auswahl, die die Norm auf den Kopf stellt!

Sara Neidorf, Eli Lewy

In Kooperation mit dem Final Girls Berlin Film Festival

[tw: psychische Gewalt, körperliche Gewalt]

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 1: Hand in Hand

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121810

Forscherinnen und Abenteurer aufgepasst! Begleitet uns auf einen lustigen Ausflug durch die Welt unserer Held:innen, bei dem es neben originellen Liedern und mutigen Gummistiefeln ganz viel zu entdecken gibt. Bei all dem Trubel stehen Gemeinschaft und Spaß selbstverständlich ganz oben auf dem Programm. Also schnappt euch eure Freund:innen, taucht mit uns ein in das Leben eurer Lieblingstiere und freut euch auf das eine oder andere Fantasiegeschöpf!

Für Kinder von 5 bis 8 Jahren, Deutsche OF/ohne Dialog

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDreaming Utopia: Alles wird gut: Schwerpunkt 4: I Am Thinking of a House

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121811

Es gibt wahrscheinlich kaum ein Konzept, das dermaßen emotional aufgeladen und gleichzeitig so schwer zu fassen ist wie das der Heimat. Heimat ist Sehnsuchtsort individueller und kultureller Geborgenheit, es kann aber auch künstlerische Herkunft bedeuten. Unser Programm, das Ideen von Utopie und Heimat verknüpft, ist in Zusammenarbeit mit den Regisseur:innen Hoda Taheri (MOTHER PRAYS ALL DAY LONG, 2022) und Boris Hadžija (YUGOTRANSPORT – WIR SITZEN ALLE IM SELBEN BUS, 2022) entstanden.

THE HOUSE IS BLACK: In dem iranischen Film aus dem Jahr 1962, der Leiden und Alltag in einer Leprakolonie in Täbris porträtiert, zeigt uns die iranische Dichterin und Filmregisseurin Forough, wie man die Schönheit im scheinbar Hässlichen findet. Mit ihren poetischen Schwarz-Weiß-Bildern lädt sie uns in eine utopische Welt ein, in der man in der Krankheit Heilung und in der Armut Reichtum finden kann. Vielleicht sollte man die Utopie so verstehen, wie André Gide erklärte, dass ihre Bedeutung in unseren Augen liegt.

MEZOSTAJUN (2019) ist ein experimenteller Dokumentarfilm, der die sich ständig verändernde Beziehung zwischen Zeit, Raum und öffentlichem Leben in einer mediterranen Stadt erforscht. Durch subtile filmische Verschmelzungen von Elementen aus Momenten des Sommers und Winters lädt er die Zuschauer:innen ein, über einen neuen existenziellen Bereich namens „Mezostajun“ nachzudenken.

Der Film DU BIST SO WUNDERBAR (2023) zeigt Begegnungen, die mit subtilen Vorurteilen und von Identitätskritik durchzogen sind und verknüpft sie mit Szenen, die Proteste gegen explodierende Mietpreise darstellen. Durch diese Erzählung wird die wenig freundliche Haltung Berlins gegenüber Außenseiter:innen und den Schutzbedürftigen offengelegt und damit ein ergreifendes Bild der gesellschaftlichen Herausforderungen der Stadt gezeichnet. REQUIEM FÜR ETWAS, DAS SEHR KLEIN IST (1997) zeigt ein komplexes Geflecht aus Machtdynamiken, Provokation und Sexualität, in dem Esther mit ihrem Mann Michael in einem Einfamilienhaus gefangen ist. Durch die Verschmelzung verschiedener Ausdrucksmittel und unterschiedlicher Genres erreicht die filmische Erzählung ihren Höhepunkt. Die Regisseurin Isabelle Stever erkannte in dem, was wie eine „Sackgasse“ aussieht, den ultimativen Ausweg: Hoffnung. Das Haus ist hell.

Hoda Taheri, Boris Hadžija, Sven Pötting

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenFokus Québec: Inner States/Spiritual Journeys

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121812

Das diesjährige Thema „Dreaming Utopia“ hat mich dazu gebracht, spirituelles Kino und introspektive Kurzfilme aus Québec auszuwählen, die in der Lage sind, neue Türen zu öffnen und eine breite Palette von Erfahrungen zu vermitteln. Dieses sinnliche Programm ist eine Mischung aus narrativen und experimentellen Kurzfilmen von bekannten und aufstrebenden Talenten des Cinéma Québécois, die zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit oszillieren und heilsame, aufschlussreiche und manchmal auch verstörende Aspekte der Spiritualität berühren.

In diesen Filmen dienen die Landschaften von Québec oft als Kulisse, die sich jedoch nur als Ausgangspunkt für eine Reise ins Jenseits entpuppt. Spaziergänge in der Natur, Tagebücher, Trancezustände, Meditationen, Luftspiegelungen: Diese kurzen Reisen erforschen nicht nur den Begriff des Raums – greifbar, körperlich, geistig, metaphysisch –, sondern werfen auch die Frage auf, was Kino sein kann.

Erfrischend, effizient, poetisch, visuell, grenzüberschreitend – diese intimen und doch pulsierenden Kurzfilme sorgen für Verwunderung in ihrer zielgerichteten Aufmerksamkeit für Sprache und ihrer organischen Nutzung des Kinos als Spielwiese, vom kreativen Prozess bis zum fertigen Werk. Vor allem aber gehen diese Künstler:innen großzügig mit dem Raum, dem Vertrauen und der Freiheit um, die sie ihrem Publikum gewähren – in dem bescheidenen Bestreben, durch die Form neue Erfahrungen und Empfindungen mit ihnen zu teilen und etwas in ihnen zu bewegen.

Am Ende stelle ich fest, dass diese Filme alle ein Ideal verkörpern, das mich daran erinnert, warum ich mich überhaupt in den Kurzfilm verliebt habe. In ihrem Bekenntnis zu den Besonderheiten des Mediums, zur Innovationskraft und Sensibilität verkörpern sie die reinste Essenz dessen, was der Kurzfilm meiner Meinung nach sein und bleiben sollte, und – so ernsthaft es auch klingen mag – sie machen mir Hoffnung in Bezug auf das, was auf unser Kino zukommt.

Tam Dan Vu

Mit freundlicher Unterstützung der SODEC sowie der Vertretung der Regierung von Québec

[tw: Epilepsie]

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDreaming Utopia: Alles wird gut: Schwerpunkt 1: We Might As Well Enjoy It

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121814

Videospiele locken immer mehr Menschen aus der Krise des Alltags in immersive Traumlandschaften. Gleichzeitig drängt das Kapital in diese digitalen Zufluchtsorte, die stets an der Kippe stehen vom sozialen Raum zur Isolationszelle. Doch zwischen den Memes und Glitches einer immer hyperrealer werdenden Wirklichkeit gibt es wunderbare Nischen und Utopien zu entdecken: Orte des Widerstands und auch solche, von denen aus sich selbst der Weltenbrand zumindest genießen lässt.

THE FUTURE AHEAD WILL BE WEIRD AF (THE ULTIMATE AI CORECORE EXPERIENCE) PT 1 von Silvia Dal Dosso aka Hawaidolphino befördert uns mit Vollgas in die wunderbar-verstörende Welt der digitalen Misinformation. BATRACHIA des Giungla Collectives führt die Tour de Force in bezaubernder Weise weiter: Zwischen den Assets einer generisch wiederholten digitalen Welt blühen Neurosen neben Fliegenpilzen.

Die Fahrt geht weiter mit einem vielschichtigen Drive-Through, vorbei an den überreifen Blüten des Spätkapitalismus: In EVERYTHING BUT THE WORLD verqueert das Kollektiv DIS digitale Erzählweisen mit schwarzem Humor und stellt dabei die Frage: Was bedeuten die Vorstellungen von Endlichkeit und Unendlichkeit nach dem Ende der Geschichte?

In ein unerwartetes Nimmerland entführt uns dann THE GRANNIES: Eine Gruppe von

Spieler:innen erkundet die Unendlichkeit im „Beyond“ der begehbaren Welt eines Videospiel und findet dort einen überraschend poetischen Sehnsuchtsraum. Zwischen Pixeln und Polygonen ist eine friedliche Utopie zu finden – so friedlich, dass sie in Antoine Chapons MY OWN LANDSCAPES sogar den überstrapazierten Nerven eines kriegstraumatisierten Soldaten Trost spenden kann. Wer hätte das gedacht: In den toten Winkeln einer von Krieg und Kapitalismus dominierten digitalen Welt lauert versteckt das Wunderbare und Erhabene.

Total Refusal

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenCinema Digestif 2: Seriously? WTF - Willkommen im Zoo!

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
23:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121815

Wer kennt es nicht? Große braune Augen, weiches Haar, instant Verliebtsein – nein, wir reden nicht von Eurem letzten Date, sondern von den positiven Gefühlen, die wir häufig unseren zumeist vierbeinigen Mitlebewesen entgegenbringen. Ja, richtig gelesen, wir begeben uns in diesem Jahr in die unfassbar aufregende Welt der Tiere! Bissig und kratzbürstig, das versteht sich von selbst.

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 2: Hokus Pokus

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
11:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121842

Wir heißen euch willkommen auf einer magischen Reise voller fantastischer Wesen, Zauberei und komischer Situationen. Macht euch gefasst auf winzige, fliegende Agent:innen und lüftet gemeinsam mit unseren Protagonist:innen das Geheimnis vertauschter Schatten und verschwundener Socken! Und wer weiß – mit etwas Glück trefft ihr vielleicht sogar eine echte Hexe.

Für Kinder von 8 bis 11 Jahren, OF mit deutscher Live-Einsprache

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 1: Hand in Hand

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
13:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121843

Forscherinnen und Abenteurer aufgepasst! Begleitet uns auf einen lustigen Ausflug durch die Welt unserer Held:innen, bei dem es neben originellen Liedern und mutigen Gummistiefeln ganz viel zu entdecken gibt. Bei all dem Trubel stehen Gemeinschaft und Spaß selbstverständlich ganz oben auf dem Programm. Also schnappt euch eure Freund:innen, taucht mit uns ein in das Leben eurer Lieblingstiere und freut euch auf das eine oder andere Fantasiegeschöpf!

Für Kinder von 5 bis 8 Jahren, Deutsche OF/ohne Dialog

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenJugend 1: Chance der Veränderung

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121844

Kennt ihr das Gefühl, etwas verändern zu wollen, doch die Furcht vor dem Ungewissem lässt euch zweifeln? In unserem fesselnden Kurzfilmprogramm stellen wir die Facetten der Veränderung in den Mittelpunkt – sei es durch den fortschreitenden Wandel unserer Umwelt, die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen oder persönliche Konflikte, welche durch Angst und Drang nach Freiheit ausgelöst werden. Begleitet uns auf diese Reise mit vielfältigen Erzählungen und lasst euch inspirieren, eine Veränderung als Chance zu sehen!

Für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren, OF mit deutscher Live-Einsprache

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDreaming Utopia: Alles wird gut: Schwerpunkt 4: I Am Thinking of a House

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121845

Es gibt wahrscheinlich kaum ein Konzept, das dermaßen emotional aufgeladen und gleichzeitig so schwer zu fassen ist wie das der Heimat. Heimat ist Sehnsuchtsort individueller und kultureller Geborgenheit, es kann aber auch künstlerische Herkunft bedeuten. Unser Programm, das Ideen von Utopie und Heimat verknüpft, ist in Zusammenarbeit mit den Regisseur:innen Hoda Taheri (MOTHER PRAYS ALL DAY LONG, 2022) und Boris Hadžija (YUGOTRANSPORT – WIR SITZEN ALLE IM SELBEN BUS, 2022) entstanden.

THE HOUSE IS BLACK: In dem iranischen Film aus dem Jahr 1962, der Leiden und Alltag in einer Leprakolonie in Täbris porträtiert, zeigt uns die iranische Dichterin und Filmregisseurin Forough, wie man die Schönheit im scheinbar Hässlichen findet. Mit ihren poetischen Schwarz-Weiß-Bildern lädt sie uns in eine utopische Welt ein, in der man in der Krankheit Heilung und in der Armut Reichtum finden kann. Vielleicht sollte man die Utopie so verstehen, wie André Gide erklärte, dass ihre Bedeutung in unseren Augen liegt.

MEZOSTAJUN (2019) ist ein experimenteller Dokumentarfilm, der die sich ständig verändernde Beziehung zwischen Zeit, Raum und öffentlichem Leben in einer mediterranen Stadt erforscht. Durch subtile filmische Verschmelzungen von Elementen aus Momenten des Sommers und Winters lädt er die Zuschauer:innen ein, über einen neuen existenziellen Bereich namens „Mezostajun“ nachzudenken.

Der Film DU BIST SO WUNDERBAR (2023) zeigt Begegnungen, die mit subtilen Vorurteilen und von Identitätskritik durchzogen sind und verknüpft sie mit Szenen, die Proteste gegen explodierende Mietpreise darstellen. Durch diese Erzählung wird die wenig freundliche Haltung Berlins gegenüber Außenseiter:innen und den Schutzbedürftigen offengelegt und damit ein ergreifendes Bild der gesellschaftlichen Herausforderungen der Stadt gezeichnet. REQUIEM FÜR ETWAS, DAS SEHR KLEIN IST (1997) zeigt ein komplexes Geflecht aus Machtdynamiken, Provokation und Sexualität, in dem Esther mit ihrem Mann Michael in einem Einfamilienhaus gefangen ist. Durch die Verschmelzung verschiedener Ausdrucksmittel und unterschiedlicher Genres erreicht die filmische Erzählung ihren Höhepunkt. Die Regisseurin Isabelle Stever erkannte in dem, was wie eine „Sackgasse“ aussieht, den ultimativen Ausweg: Hoffnung. Das Haus ist hell.

Hoda Taheri, Boris Hadžija, Sven Pötting

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenExperimente: Wie Phoenix aus der Asche…

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121846

Die Filme des Programms tauchen in Traumwelten ein und brechen zu Utopien auf. Sie verschieben Grenzen und Strukturen, ordnen Elemente und Perspektiven neu an, zerlegen Welten und bauen sie wieder neu auf. Sie sind Grenzgänger, angesiedelt in Zwischenwelten. Dabei lassen uns Forschungsreisen an neuen Sichtweisen teilhaben.

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDiskurs Europa 2: Die Insel im weinfarbenen Meer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121847

Drei große Meister, drei junge Filmemacher:innen plus ein Bonus: Das ist das Spiegelkabinett, das in „Die Insel im weinfarbenen Meer“ vorgeschlagen wird, dem Programm über Italien aus Sicht des Südens, das ich Ihnen, den Zuschauer:innen des FILMFEST DRESDEN, vorschlagen möchte.

Vittorio De Seta ist einer der wichtigsten Vertreter dessen, was man heute gewöhnlich als Kino des Realen bezeichnet. Seine anthropologische Neugier und sein ästhetischer Geschmack stellten in den 1950er Jahren einen Schock dar: Die Entscheidung, dem Dokumentarfilm die erklärende Stimme zu nehmen, und der Wille, Erzählungen aus der Realität zu entwickeln, waren außergewöhnliche Innovationen und sind auch heute noch ein unerlässlicher filmischer Bezugspunkt.

Zwei am sizilianischen Zweig des Centro sperimentale di Cinematografia ausgebildete Autoren wie Filippo Foscarini und Federico Cammarata sind sich dessen bewusst und haben in TARDO AGOSTO Sizilien von der menschlichen Überpräsenz in den Filmen von De Seta befreit und sich auf eine viel weniger bekannte Landschaft konzentriert, die einen Blick verkörpert, der die Wunden der Zerstörung einer Zivilisation zeigt und jede Kamerabewegung zu einem Ereignis macht, wobei es ihnen gelingt, auf originelle Weise einige der vielen Essenzen der Insel einzufangen.

Das Kino von Daniele Ciprì und Franco Maresco ist wahrscheinlich das leuchtendste und radikalste Beispiel für das Autor:innenkino in Italien von den 1990er Jahren bis heute: große Experimentierer, erklärte Erben einer Tradition, die Buñuel und die Marx Brothers, die italienische Komödie und John Ford vereint, zollen die beiden in ARRUSO dem Regisseur und Schriftsteller Pier Paolo Pasolini anlässlich des 25. Jahrestags seiner Ermordung im Jahr 1975 einen ganz besonderen Respekt. Es ist die Dimension der Homosexualität, die aus den Erzählungen der Befragten hervorgeht, mit der ironischen und apokalyptischen Note, die das Werk des Duos aus Palermo stets kennzeichnet.

Auch LUI E IO von Giulia Cosentino befasst sich mit Geschlechterfragen. Ausgehend von der Geschichte einer Frau in der Stadt Catania arbeitet sie Archivmaterial auf, um eine Reflexion über Geschlechterrollen und Stereotypen anzustellen und zu zeigen, dass das Persönliche immer auch politisch ist.

Am Ende gibt es im Theater eine Zugabe für die Zuschauer:innen: eine Hymne an das Leben in einem Mittelmeer, das allzu oft von inakzeptablen und schuldhaften Todesfällen heimgesucht wird, die der Sirene von Hierà in einem Kurzfilm von Emilio Orofino folgen.

Andrea Inzerillo (Sicilia Queer Filmfest)

In Kooperation mit dem Sicilia Queer Filmfest

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenCinema Digestif 3: This Will Only Sting for a Moment

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
23:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121848

Manchmal explodiert der utopische Traum vor unseren Augen. Die Wissenschaft wird uns retten ... wenn sie uns nicht vorher umbringt. Ein Programm mit Männern, die dumme männliche Dinge tun, und Experimenten, die schrecklich und urkomisch schiefgehen.

Penicillin, LSD und Viagra mögen alle durch Zufall erfunden worden sein, aber die meisten Unfälle in Wissenschaft und Technik sind entschieden weniger glücklich. Nehmen Sie zum Beispiel die unglücklichen Experimente in diesem Programm: eine Reihe von ehrgeizigen Träumen von einer besseren Zukunft, die glorreich schiefgegangen sind. Damals schien es eine gute Idee zu sein ... Denken Sie daran, was der Arzt gesagt hat: Es wird nur ein bisschen wehtun – und nur einen Moment lang stechen. Vorsicht: Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Schock, Ekel, Hysterie, Lachen!

Christoffer Ode

In Kooperation mit dem Uppsala Kortfilmfestival

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 1: Hand in Hand

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
11:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121865

Forscherinnen und Abenteurer aufgepasst! Begleitet uns auf einen lustigen Ausflug durch die Welt unserer Held:innen, bei dem es neben originellen Liedern und mutigen Gummistiefeln ganz viel zu entdecken gibt. Bei all dem Trubel stehen Gemeinschaft und Spaß selbstverständlich ganz oben auf dem Programm. Also schnappt euch eure Freund:innen, taucht mit uns ein in das Leben eurer Lieblingstiere und freut euch auf das eine oder andere Fantasiegeschöpf!

Für Kinder von 5 bis 8 Jahren, Deutsche OF/ohne Dialog

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 2: Hokus Pokus

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
13:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121866

Wir heißen euch willkommen auf einer magischen Reise voller fantastischer Wesen, Zauberei und komischer Situationen. Macht euch gefasst auf winzige, fliegende Agent:innen und lüftet gemeinsam mit unseren Protagonist:innen das Geheimnis vertauschter Schatten und verschwundener Socken! Und wer weiß – mit etwas Glück trefft ihr vielleicht sogar eine echte Hexe.

Für Kinder von 8 bis 11 Jahren, OF mit deutscher Live-Einsprache

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

Präsentiert vom Filmpaten KINOLINO – Filmfest für junges Publikum

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenKids 3: Mut tut gut

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121867

Freundlich sein und teilen, Fehler zugeben, Vorurteile überwinden und sich selbst treu bleiben – das ist nicht immer einfach. Aber mit Kreativität, Kommunikation und einer Portion Mut kann es gelingen, wie die Protagonist:innen unserer Filmauswahl beweisen. Also traut euch, kommt in unser spannendes und unterhaltsames Kurzfilmprogramm und erfahrt, wie gut Mut tut!

Für Kinder von 10 bis 13 Jahren, OF mit deutscher Live-Einsprache

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenJugend 2: Entfesselt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121868

Egal wer wir sind oder wo wir herkommen – wir alle sind umgeben von dem Druck familiärer oder gesellschaftlicher Erwartungen und Normen oder fühlen uns gefangen in festgefahrenen Machtstrukturen. Erlebt, wie unsere Wurzeln und Traditionen unsere Identität und unser Verständnis von Sexualität und Bindung prägen und lernt starke Protagonist:innen kennen, die es schaffen, aus diesen starren Mustern auszubrechen und sich individuell zu entfalten!

Ab 16 Jahren, OF mit engl. UT

Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenDreaming Utopia: Alles wird gut: Schwerpunkt 1: We Might As Well Enjoy It

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121869

Videospiele locken immer mehr Menschen aus der Krise des Alltags in immersive Traumlandschaften. Gleichzeitig drängt das Kapital in diese digitalen Zufluchtsorte, die stets an der Kippe stehen vom sozialen Raum zur Isolationszelle. Doch zwischen den Memes und Glitches einer immer hyperrealer werdenden Wirklichkeit gibt es wunderbare Nischen und Utopien zu entdecken: Orte des Widerstands und auch solche, von denen aus sich selbst der Weltenbrand zumindest genießen lässt.

THE FUTURE AHEAD WILL BE WEIRD AF (THE ULTIMATE AI CORECORE EXPERIENCE) PT 1 von Silvia Dal Dosso aka Hawaidolphino befördert uns mit Vollgas in die wunderbar-verstörende Welt der digitalen Misinformation. BATRACHIA des Giungla Collectives führt die Tour de Force in bezaubernder Weise weiter: Zwischen den Assets einer generisch wiederholten digitalen Welt blühen Neurosen neben Fliegenpilzen.

Die Fahrt geht weiter mit einem vielschichtigen Drive-Through, vorbei an den überreifen Blüten des Spätkapitalismus: In EVERYTHING BUT THE WORLD verqueert das Kollektiv DIS digitale Erzählweisen mit schwarzem Humor und stellt dabei die Frage: Was bedeuten die Vorstellungen von Endlichkeit und Unendlichkeit nach dem Ende der Geschichte?

In ein unerwartetes Nimmerland entführt uns dann THE GRANNIES: Eine Gruppe von

Spieler:innen erkundet die Unendlichkeit im „Beyond“ der begehbaren Welt eines Videospiel und findet dort einen überraschend poetischen Sehnsuchtsraum. Zwischen Pixeln und Polygonen ist eine friedliche Utopie zu finden – so friedlich, dass sie in Antoine Chapons MY OWN LANDSCAPES sogar den überstrapazierten Nerven eines kriegstraumatisierten Soldaten Trost spenden kann. Wer hätte das gedacht: In den toten Winkeln einer von Krieg und Kapitalismus dominierten digitalen Welt lauert versteckt das Wunderbare und Erhabene.

Total Refusal

36. Internationales Kurzfilmfest DresdenPanorama National: In Darkness Be the Sound and Light

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30

Tickets: http://www.online-ticket.shop/filmfest-dresden.html?eid=121871

Wir sind schimmernde Resonanzkörper in einem kosmischen Klangfeld, verkrochen in Flüstergewölben, über uns akustische Wolkenberge, unter uns bebender Trittschall. Wir sind geformt aus Wellen und Frequenzen, Brechungen und Lärm, Harmonie und Dissonanz. Wir sind Echo, wir sind Reflexion. Im dunkelstummen Vakuum fließen wir wie Licht und Sound direkt in den cineastischen Äther des diesjährigen Panoramaprogramms.

Eine scheinbare Idylle zwischen Bergen und Tälern, mittelalterliche Zeitreisende auf Stippvisite in der gegenwärtigen Zukunft, die Geschichte einer Flucht und die Suche nach der eigenen Identität als Tanzchoreographie sowie das feine Zirpen einer Dunkelziffer – die Filmentdeckungen des nationalen Panoramas audiovisualisieren Licht und Klang zu einem unwiderstehlichen Seh- und Hörvergnügen.

Christian Hempel für die Sichtungskommission Nationaler Wettbewerb

[tw: Epilepsie]

Das Original ist besser!The Zone of Interest

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
22:15

Regie: Jonathan Glazer, (Großbritannien/Polen/USA), 2023

Darsteller: Christian Friedel, Sandra Hüller, Johann Karthaus u.a.

The Zone of Interest

Die Leinwand bleibt einige Minuten schwarz, bei bedrückendem Sound, der schließlich in Vogelgezwitscher mündet, wenn der Blick auf eine idyllische Badeszene freigegeben wird. So beginnt Jonathan Glazers Bearbeitung von Martin Amis 2014 erschienem Roman „The Zone of Interest“, der das Alltagsleben der Familie von Rudolf Höss, des KZ-Kommandanten von Auschwitz, in den Blick nimmt.

Der Lagerleiter (gespielt von Christian Friedel), seine Ehefrau Hedwig (Sandra Hüller) und ihre fünf Kinder leben in einer Villa, deren riesiger Garten mit Gewächshaus und Pool direkt an die KZ-Mauer grenzt. Der britische Regisseur zeigt konsequent die andere, vergleichsweise wenig beleuchtete, private Seite der Täter. Er führt vor, wie die Frau des Kommandanten ihre kleinbürgerlichen Wohlstandsvorstellungen umsetzt, die zur Haus- und Gartenpflege bestimmten Häftlinge dirigiert und ihr Heim mit den Besitztümern der Menschen dekoriert, die der Massenvernichtung anheim gefallen sind. Das wirkt um so beklemmender, als Glazer auf Innenansichten des KZs verzichtet. Einzig Rauchschwaden und qualvolle Geräusche sickern wie entfernter Straßenlärm in die Scheinidylle der spielenden Höss-Kinder. Auf der Couch sitzt ein Vertreter, der versiert technische Details effizienter Verbrennungsanlagen darlegt. Als „Paradies“ soll Hedwig Höss ihr Heim in Auschwitz bezeichnet haben. Jonathan Glazer gelingt es, den inzwischen so abgegriffenen Arendtschen Ausdruck der „Banalität des Bösen“ zu aktualisieren, er zwingt, „dahin zu denken, wo es wehtut“. Ein formal äußerst ungewöhnlicher, herausragender Film. 2023 gab es dafür in Cannes den Großen Preis der Jury. »Zone of Interest« steht auch auf der Oscar Shortlist 2024 für den besten internationalen Film.

Grit Dora

The Zone of Interest

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
22:15

Regie: Jonathan Glazer, (Großbritannien/Polen/USA), 2023

Darsteller: Christian Friedel, Sandra Hüller, Johann Karthaus u.a.

The Zone of Interest

Die Leinwand bleibt einige Minuten schwarz, bei bedrückendem Sound, der schließlich in Vogelgezwitscher mündet, wenn der Blick auf eine idyllische Badeszene freigegeben wird. So beginnt Jonathan Glazers Bearbeitung von Martin Amis 2014 erschienem Roman „The Zone of Interest“, der das Alltagsleben der Familie von Rudolf Höss, des KZ-Kommandanten von Auschwitz, in den Blick nimmt.

Der Lagerleiter (gespielt von Christian Friedel), seine Ehefrau Hedwig (Sandra Hüller) und ihre fünf Kinder leben in einer Villa, deren riesiger Garten mit Gewächshaus und Pool direkt an die KZ-Mauer grenzt. Der britische Regisseur zeigt konsequent die andere, vergleichsweise wenig beleuchtete, private Seite der Täter. Er führt vor, wie die Frau des Kommandanten ihre kleinbürgerlichen Wohlstandsvorstellungen umsetzt, die zur Haus- und Gartenpflege bestimmten Häftlinge dirigiert und ihr Heim mit den Besitztümern der Menschen dekoriert, die der Massenvernichtung anheim gefallen sind. Das wirkt um so beklemmender, als Glazer auf Innenansichten des KZs verzichtet. Einzig Rauchschwaden und qualvolle Geräusche sickern wie entfernter Straßenlärm in die Scheinidylle der spielenden Höss-Kinder. Auf der Couch sitzt ein Vertreter, der versiert technische Details effizienter Verbrennungsanlagen darlegt. Als „Paradies“ soll Hedwig Höss ihr Heim in Auschwitz bezeichnet haben. Jonathan Glazer gelingt es, den inzwischen so abgegriffenen Arendtschen Ausdruck der „Banalität des Bösen“ zu aktualisieren, er zwingt, „dahin zu denken, wo es wehtut“. Ein formal äußerst ungewöhnlicher, herausragender Film. 2023 gab es dafür in Cannes den Großen Preis der Jury. »Zone of Interest« steht auch auf der Oscar Shortlist 2024 für den besten internationalen Film.

Grit Dora

Das Original ist besser!Morgen ist auch noch ein Tag (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00

Regie: Paola Cortellesi , (Italien), 2023

Darsteller: Paola Cortellesi, Valerio Mastandrea, Romana Maggiora Vergano u.a.

Morgen ist auch noch ein Tag (OmdU)

Rom, 1946: Das Ende des zweiten Weltkrieges liegt noch nicht lange zurück, die Nachkriegszeit ist hart. Delia (Paola Cortellesi) ist Ehefrau und Mutter dreier Kinder. Neben der Haus- und Sorgearbeit übernimmt sie noch Hilfsarbeiten, um das Familieneinkommen aufzubessern. Ihr Mann Ivano (Valerio Mastandrea) schlägt sie regelmäßig, seine Gewaltausbrüche und Demütigungen gehören für Delia zum Alltag. Schlimmer als die Ausbrüche ihres Mannes trifft sie die Verachtung ihrer Tochter, die nicht verstehen kann, dass die Mutter sich nicht zur Wehr setzt. Als ein geheimnisvoller Brief eintrifft, findet Delia die Kraft, sich ein anderes Leben vorzustellen…

Das Regiedebüt von Schauspielerin und Moderatorin Paola Cortellesi brach in Italien alle Zuschauerrekorde und zog im Herbst 2023 sogar an »Barbie« und »Oppenheimer« vorbei. Cortellesi, die auch am Drehbuch mitschrieb und die Hauptrolle übernahm, hat eine fulminante Tragikomödie geschaffen, eine Feier der Gleichberechtigung. »Morgen ist auch noch ein Tag« überzeugt auch ästhetisch und ist mit seinen satten Schwarz-Weiß-Bildern eine brillante Hommage an den italienischen Neorealismus.

Grit Dora

Das Original ist besser!Letzte Vorstellung: Poor Things (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Regie: Yorgos Lanthimos, (Irland/Großbritannien/USA), 2023

Darsteller: Emma Stone, Willem Dafoe, Mark Ruffalo u.a.

Letzte Vorstellung: Poor Things (OmdU)

Der unorthodoxe Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe mit sehr ambitionierter Maske), ein wahrer Dr. Frankenstein, hat einer schwangeren Selbstmörderin das Gehirn ihres ungeborenen Babys implantiert. Wie sich dieses Wesen entwickelt, soll der Londoner Medizinstudent Max McCandless (Ramy Youssef) protokollieren. Die Fortschritte von Bella Baxter sind erstaunlich, die Pläne des Doktors nicht minder. Als Bella ihre Sexualität entdeckt, gibt es kein Halten mehr. Sie beginnt sich ihrer Zwänge zu entledigen, ihren Bildungshunger zu stillen und entdeckt ihre Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit. Auf einer abenteuerlichen Weltreise wird aus einem Kleinkind im Körper einer pubertierenden Jugendlichen eine belesene unabhängige Frau, die Vorurteile abstreift und ihr (Sex)-Leben in die Hand nimmt. Eine gelingende Reise zu sich selbst also, bei der die sie begleitenden Männer (Mark Ruffalo macht als Anwalt Duncan Wedderburn eine erstaunliche Wandlung durch) zunehmend zu Statisten werden.

»Poor Things« ist ein formal brillanter, von irren Sets geprägter Ausstattungskracher und zugleich eine wahnwitzige (überraschend feministische) Sex-Horror-Satire. Yorgos Lanthimos (»The Lobster«) hat nach seiner zehnfach Oscar-nominierten Kostümfilm-Farce »The Favourite« noch mal heftig an der Ausstattungsschraube gedreht - lustvoll und bizarr, wie nur er es kann. Als Wiedergängerin von Frankensteins Braut liefert Emma Stone eine unglaublich konsequente Performance ab - kraftvoll, kämpferisch und großartig komisch.

Grit Dora

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Letzte Vorstellung: Slow (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Marija Kavtaradze, (Litauen/Spanien/Schweden), 2023

Darsteller: Greta Grinevičiūtė, Kęstutis Cicėnas u.a.

Letzte Vorstellung: Slow (OmdU)

In ihrem atemberaubenden Liebesfilm erzählt die litau­ische Regisseurin Marija Kavtaradze voller Empathie und visu­eller Kraft von der Beziehung zweier Menschen auf der Suche nach einer gemeinsamen emotionalen und körperlichen Sprache. Die litauischen Schauspieler Greta Grinevičiūtė und Kęstutis Cicėnas glänzen als zwei Liebende mit Respekt für die gegenseitigen Grenzen, aber auch mit individuellen Wünschen. Ihr elegant choreografierter Tanz entlang vermeintlicher Barrieren ist eine bahnbrechende filmische Erkundung von Asexualität. Kavtaradze wurde dafür in Sundance mit dem Regiepreis ausgezeichnet und ging für Litauen ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film.

Als Tanzlehrerin Elena bei einem Kurs für gehörlose Jugendliche dem Gebärdendolmetscher Dovydas begegnet, gibt es sofort eine Anziehung zwischen den beiden, eine unmittelbare Energie. Sie treffen sich wieder, verbringen Zeit miteinander, teilen erste Erinnerungen. Schnell bekommt ihre Freundschaft immer romantischere Züge. Doch als Elena auch Dovydas körperliche Nähe sucht, schreckt der zurück und offenbart ihr, dass er asexuell ist. Beide sind einander so wichtig geworden, dass sie trotzdem einen Weg als Paar finden wollen - mit einer Art von Intimität, die sich für beide richtig anfühlt.

Marija Kavtaradze über ihren Film „Sexualität ist ein so weites Feld, und ich glaube, es ist manchmal schwer, sich selbst genau einzuordnen. Deshalb habe ich mich auf diese speziellen Figuren konzentriert - ihre Liebesgeschichte und ihre Kämpfe.”

ak

Das Original ist besser!Letzte Vorstellung: All of Us Strangers (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Regie: Andrew Haigh, (Großbritannien), 2023

Darsteller: Andrew Scott, Paul Mescal, Jamie Bell u.a.

Letzte Vorstellung: All of Us Strangers (OmdU)

Das britische Kleinod »All of Us Strangers« gilt schon jetzt als einer der berührendsten Filme des Jahres 2024. Lose nach einem Roman von Taichi Yamada aus dem Jahr 1987 erzählt der Regisseur Andrew Haigh eine Geschichte über Liebe und Verlust.

Der Drehbuchautor Adam (Andrew Scott) lebt ein zurückgezogenes Leben. Als Harry (Paul Mescal) in sein Leben tritt, erfährt er nicht nur Neugierde und Leidenschaft, sondern trifft auch seine Eltern (Jamie Bell und Claire Foy) wieder. Da diese bereits vor 30 Jahren gestorben sind, als er 12 Jahre alt war, ist es merkwürdig, aber auch wunderschön. Adam nimmt diese gemeinsamen Stunden kurz vor ihrem Tod gerne an.

Andrew Haigh, der bisher mit queeren Stoffen u. a. in der Serie »Looking« aufgefallen ist, schrieb auch das Drehbuch dazu, verändert die Romanvorlage und holt sie ins Hier und Jetzt. Mit einem sicheren Gespür für die perfekte Auswahl der Darsteller und ihre gegenseitige Chemie erzählt er hier ein Drama, das sofort unter die Haut geht. Alle Gefühle der Protagonisten sind spürbar und erwärmen die Herzen des Publikums. Auch das Zeitreise-Element ist gut eingebaut, so dass man sich sofort in »All of Us Strangers« verliebt und ihn lange in sich trägt.

Doreen

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