I like Thalia Kino Dresden on Facebook

Kinoprogramm Donnerstag, 16.10.2014 - Mittwoch, 22.10.2014

KINOLINO - 22. Dresdner Kinderfilmfest Rico, Oskar und die Tieferschatten

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
14:15

Regie: Neele Leana Vollmar, (Deutschland), 2014

Darsteller: Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth u.a.

Rico, Oskar und die Tieferschatten

„Einsturzgefährliche“ Hinterhäuser, müffelnde Nachbarn, beunruhigend tiefe Tieferschatten - in der Kreuzberger Dieffenbachstraße ist ganz schön was los. Hier lernen sich der zehnjährige Rico (nach eigener Aussage tiefbegabt) und der achtjährige Oskar (hochbegabt) kennen. Die so unterschiedlichen Jungs ergänzen sich prächtig und werden schnell Freunde. Gemeinsam erkunden sie die nähere Umgebung und bieten kinderfeindlichen Anwohnern die Stirn. Schließlich heißt es, sich für die Jagd nach dem ominösen „Schnäppchen“-Entführer „Mister 2000“ stark zu machen. Ein paar äußerst unkonventionelle Erwachsene wirken im Hintergrund unterstützend mit. Doch dann verschwindet Oskar. Rico vergisst seine „Tiefbegabung“ und mobilisiert alle Kräfte für seinen Freund. Wie so oft findet sich die Lösung fast vor der Haustür. Regisseurin Neele Leana Vollmar (»Maria ihm schmeckts nicht«) hat die Story nach dem Erfolgsbuch des Autors Andreas Steinhöfel kongenial fürs Kino umgesetzt. Der aus Dresden stammende Anton Petzold (Rico) und sein Partner Juri Winkler (Oskar) bilden ein phantastisches Team. Katharina Thalbach, Anke Engelke, Axel Prahl und der wunderbar wandlungsfähige Milan Peschel sind in tragenden Nebenrollen zu besichtigen und mit unbändiger Spielfreude am Start. Karoline Herfurth gibt die liebevolle Mutter Ricos mit lakonischem Humor, Ronald Zehrfeld spielt als Herr Bühl eine wichtige Rolle im Finale. Auch David Kross überzeugt als kinderfreundlicher Raser. »Rico, Oskar und die Tieferschatten« ist großes Kino für die ganze Familie.

Grit Dora

KINOLINO - 22. Dresdner Kinderfilmfest Lola auf der Erbse

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
14:15
16:00

Regie: Thomas Heinemann, (Deutschland), 2014

Darsteller: Christiane Paul, Tabea Hanstein, Tobias Oertel u.a.

Lola auf der Erbse

Man sollte meinen, Lola hat es gut. Mit ihrer tollen Mutter Loretta (Christiane Paul) lebt sie auf dem ollen kunterbunten Kahn „Erbse“. (Hausboot ist ein viel zu spießiges Wort für das Domizil der beiden.) Doch mit elf will man nicht die Außenseiterin der Klasse sein. Lola kriegt ständig Ärger, und das nicht nur wegen ihrer erfreulich unkonventionellen Mutter. Vor zwei Jahren ist Lolas Vater verschwunden, das hat sie nicht verwunden. Lola kapselt sich ab und reagiert schlagkräftig auf die Hänseleien ihrer Mitschüler. Dann holt Mutter auch noch einen Freund ins Boot. Kurt (Tobias Oertel) ist leider nett und hat den Traumberuf aller Mädchen. Ein Tierarzt! Lola stellt sich trotzdem quer. Sie entwickelt enormen kreativen Ehrgeiz, um die beiden auseinander zu bringen. Aber gegen die Liebe ist halt kein Kraut gewachsen. Zum Glück gibt es den alten Kapitän Solmsen (Olaf Krätke), der Lola immer zuhört. Dann kommt Rebi in ihre Klasse. Ein „Neuer“ und Außenseiter wie Lola. Die beiden verstehen sich trotz einiger Seltsamkeiten in Rebins Familie. Als seine Mutter schwer erkrankt, findet Lola heraus, welches Geheimnis ihren Freund quält.

Thomas Heinemann erzählt eher märchenhaft als authentisch vom Abenteuer Kindheit. Armut, Illegalität und Scheidung finden statt, lösen sich aber schnell in Wohlgefallen auf. Es darf ja auch mal alles gut ausgehen. Lola (Tabea Hanstein) ist eine irre sympathische Protagonistin und mindestens so dickköpfig wie Pippi Langstrumpf. Regisseur Thomas Heinemann gelingt es, jeglichen erwachsen belehrenden Tonfall zu vermeiden. Schöne kunterbunte Welt!

Grit Dora

Vintage Cartoons

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00

Vintage Cartoons

Bevor Disney die Cartoon-Welt auf Hochglanz polierte, regierte ein ganzes Universum von subversiven Cartoon-Stars. Felix the Cat, Koko the Clown, Farmer Al Falfa, Krazy Kat und andere waren die Produkte der frühen New Yorker Film Industrie. Skurril, unverfroren, ideenreich – so rebellierten die Cartoon-Helden der 1910er und 1920er Jahre auf der Kinoleinwand.

Ein exklusiver Streifzug durch die Anfänge der Animation, präsentiert vom Deutschen Institut für Animationsfilm und dem New Yorker Filmsammler Tom Stathes.

Down on Phoney Farm (Paul Terry, 1915, 3 min)

Farmer Al Falfa züchtet eine Bier produzierende Pflanze und testet das Produkt an seiner Kuh.

Bobby Bumps Starts to School (Earl Hurd, 1917, 7 min)

Bobby ist der Bart Simpson der Stummfilmzeit: immer irgendwie im Stress mit seiner Familie oder den Lehrern, wenn er sich in Abenteuer mit seinem Hund Fido stürzt.

Mutt & Jeff in Fireman Save My Child (Bud Fisher, 1919, 5 min)

Die Feuerwehrmänner Mutt und Jeff werden zu einem brennenden Hotel gerufen, wo Mutt – bedroht von einem monströsen Hund – das Baby einer reichen Dame retten muss.

Jerry on the Job in The Bomb Idea (Bray Studios, 1920, 4 min)

Gepäckträger Jerry und seine Freunde ereilt etwas voreilig die “rote Angst”, als ein Fremder mit einer vermeintlich bolschewistischen Bombe auf dem Bahnhof ankommt.

Springtime (Paul Terry, 1923, 6 min)

Der Bauer Al Falfa und sein Kater Henry fahren an den Strand. Dort versucht Al verzweifelt, die Aufmerksamkeit der Damenwelt zu erwecken.

Felix the Cat Comes Back (Otto Messmer, 1923, 6 min)

Felix jagt nach den Würsten des Fleischers, wird von selbigem geschnappt und in die Arktis „entsorgt“.

Koko the Clown in Trip to Mars (Max Fleischer, 1924, 7 min)

Koko der Clown geht auf unfreiwillige Reise zum Mars.

Krazy Kat in Scents & Nonsense (Bill Nolan, 1926, 7 min)

Krazy verdient sein Geld damit, dem Pelzhändler Tiere zum Häuten zu verkaufen. Das geht mit einem Waschbär und einem Schwein daneben.

John Hagenbecks Jagden und Abenteuer, Nr. 1: Die Löwenjagd (Kurt Wiese, 1920, 7 min)

Ein Händler schläft mit seinem Esel im Urwald. Dieser wird von einem Löwen gejagt. Grammophonmusik bringt den Löwen zunächst zum Tanzen und dann zum Schlafen. Nun wird er gefesselt und in Hagenbeck's Tierpark gebracht.

Der Sonntagsfischer (Produzent: Moeve-Film im Emelka-Konzern, 1920er, 5 min)

Ein Angler wird beim Baden seiner Sachen beraubt, halb nackt von einem Schutzmann verfolgt, von seiner Frau mit dem Bügeleisen bearbeitet und verliert zum Schluss auf schreckliche Weise beim Zahnarzt einen Zahn.

Texas Jack zähmt ein wildes Pferd (Emil Kneiß, 1922, 2 min)

Humoristische Fingerübung um einen Cowboy und ein wildes Pferd.

Münchener Bilderbogen - Nr. 26 - Xanthippe – (Louis Seel, 1922, 7 min)

Eine ältere Frau verfolgt ihren Mann, der einer schönen Tänzerin nachsteigt. Durch eine Massage im Bad wird auch sie schön und lässt ihren Mann stehen.

präsentiert vom Deutschen Institut für Animationsfilm und dem New Yorker Filmsammler Tom Stathes im Rahmen von TONLAGEN – Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik.

Phoenix

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00 18:00
20:00

Regie: Christian Petzold, (Deutschland), 2014

Darsteller: Nina Hoss, Nina Kunzendorf, Ronald Zehrfeld u.a.

Phoenix

Sommer 1945: Nelly, die vom KZ entstellte Jüdin, unterzieht sich nach ihrer Rettung mehreren schweren Gesichtsoperationen, die sie wiederherstellen, aber sehr verändern. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Mann Johannes. Ein erstes Treffen findet statt. Er kann und will nicht glauben, dass seine von ihm so lange tot geglaubte Frau noch lebt, obschon er Nelly sehr geliebt und vor den Nazis geschützt hat, soweit es ihm irgend möglich war. Ein Mensch, geblendet durch seinen Schmerz. Nur eine vage, ihm selbst unerklärliche, Ähnlichkeit nimmt er an der Frau war. Um an das Erbe zu kommen, bittet Johannes die vermeintliche Fremde, Nelly zu spielen. Sie lässt sich darauf ein, in der Hoffnung, ihm auf diesem Weg die Augen zu öffnen. Je mehr sie ihre eigene Doppelgängerin wird, desto mehr verzweifelt sie daran.

Christian Petzold hat ein dramatisches Verwirrspiel in der Tradition von Douglas Sirk inszeniert. Rainer Werner Fassbinder, für den Sirk als Meister gefühlvoll geschilderter Frauenschicksale das Vorbild schlechthin war, winkt auch aus der Ferne.

Nach »Barbara« spielen Nina Hoss und Ronald Zehrfeld wiederum die Hauptrollen. Das Spiel der beiden erzeugt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Grit Dora

Die Zeit ist aus den Fugen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30 20:30

Regie: Christoph Rüter, (BRD), 1989/1990

Darsteller: Jörg Gudzuhn, Dagmar Manzel, Ulrich Mühe u.a.

Die Filmgalerie Phase IV beschäftigt sich in ihrem Oktober- ThemenSpezial mit dem Komplex Film und Gedächtnis und präsentiert zum Vorab-Auftakt und in Kooperation mit dem MOVE IT!-Filmfestival (4.-9. November) den Film "Die Zeit ist aus den Fugen" von Christoph Rüter im Thalia Kino.

"Die Zeit der Kunst ist eine andere Zeit als die der Politik. Das berührt sich nur manchmal, und wenn man Glück hat, entstehen Funken" (Heiner Müller)

Es ist das letzte große Theaterereignis der DDR: Heiner Müllers Inszenierung der Hamlet/Maschine am Deutschen Theater Berlin. Die Proben beginnen im August 1989, doch dann gerät die Zeit buchstäblich aus den Fugen, die Geschichte bricht in den Theaterraum herein. Anstatt zu proben, führt man politische Diskussionen, Polizeisirenen werden zum Tonteppich der Aufführung. Regisseur Christoph Rüter versucht in seiner Dokumentation zu zeigen, wie mit Müller und seinem Hauptdarsteller Ulrich Mühe zwei der wichtigsten Theaterpersönlichkeiten der DDR die Wende erlebten - und wie sich hier Theater und politische Wirklichkeit auf singuläre Art durchdrangen.

Bevor im November zum 25. Jahrestag des Mauerfalls die immergleichen Bildermaschinen heißlaufen, möchten wir im Anschluss mit Regisseur Christoph Rüter über seinen Film sowie die Möglichkeiten und Bedingungen filmischer Wirklichkeit und historischer Erfahrung sprechen.

Bevor im November zum 25. Jahrestag des Mauerfalls die immergleichen Bildermaschinen heißlaufen, möchten wir im Anschluss mit Regisseur Christoph Rüter über seinen Film sowie die Möglichkeiten und Bedingungen filmischer Wirklichkeit und historischer Erfahrung sprechen. In Zusammenarbeit mit dem MOVE IT! Filmfestival und der Filmgalerie PHASE IV

20 Jahre Arthaus vs. 10 Jahre ThaliaOn The Edge (35mm Projektion)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30
22:00 22:00

Regie: John Carney, (USA), 2000

Darsteller: Cillian Murphy, Tricia Vessey, Jonathan Jackson u.a.

On The Edge (35mm Projektion)

Das Original ist besser! Original version with German subtitles

Exklusiv im Thalia - englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Man muss diesen Film schon aufgrund der großartigen Schauspieler gesehen haben, man muss ihn auch wegen des hervorragenden Soundtracks erlebt haben, man muss einfach jedes Jahr aufs neue ins Thalia kommen... KULTFILM!

Irland ist bekannt für seine malerische Küste. Im Kino gruppiert man gerne alte kauzige Männer vor die sorglos irischen Landschaften. In John Carneys On the Edge hingegen dient die malerische Steilklippe als Sprungschanze für einen skurilen Selbstmordversuch. Mit einem geklauten Cabriolet stürzt sich Jonathan (Cillian Murphy) in den Abgrund und bricht sich dabei allerdings gerade einmal den kleinen Finger. Das Gericht stellt ihn vor die Wahl: Klapse oder Knast. Jonathan entscheidet sich für die Psychiatrie als vermeintlich bequemere Alternative.

So richtig verrückt ist Jonathan eigentlich nicht. Nur ein wenig aus der Bahn geraten, als sein Vater sich schlussendlich doch noch zu Tode gesoffen hat. Vielleicht kommt daher der wunderbar trockene Zynismus, mit dem der 18jährige dem Leben und den Menschen begegnet, und seine jugendliche Neigung, den Freitod ins Romantische zu verklären.

In der Anstalt trifft Jonathan auf Leute, die dem Tod sehr viel näher stehen. Die therapeutischen Gesprächsrunden bei Dr. Figure (Stephen Rea), über die sich der Neuankömmling lustig macht, sind für Rachel (Tricia Vessey) und Toby (Jonathan Jackson) überlebenswichtig. Vorsichtig verliebt sich Jonathan in selbstzerstörerische Rachel und freundet sich auch mit dem schüchternen Toby an. Zusammen ergeben die drei ein fragiles Beziehungsdreieck, das fast schon wie eine Anstaltsversion von Jules und Jim daherkommt.

Kein hysterisches Klapsendrama hat John Carney im Sinn, sondern eine melancholische Coming-of-Age-Geschichte, die ihr zärtliches Verhältnis zu den Figuren nie zugunsten didaktischer Effekte aufgibt. Unter den verschärften Bedingungen der Psychiatrie werden die Probleme des Erwachsenwerdens offen und unverklärt formuliert. Aus der Fragilität der Charaktere bezieht die Liebesgeschichte ihre ganz eigenen Spannungsmomente. Leichtfüßig bewegt sich der Film durch den Anstaltsalltag und kämmt all die Einer-flog-übers-Kuckucksnest-Klischees gegen den Strich. On the Edge gelingt das Kunststück, von seelischen Abgründen zu erzählen, ohne sich selbst zwanghaft in sie hineinzustürzen. Drastischer Humor und Selbstironie vermischen sich hier mit einer hohen Sensibilität gegenüber dem psychischen Dilemma der Figuren. Und der Soundtrack allein ist unbedingt einen Kinobesuch wert, denn nicht nur großartig, sondern auch nirgends sonst erhältlich!

20 Jahre Arthaus vs. 10 Jahre ThaliaDer Garten (35mm Projektion)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00
22:00

Regie: Martin Sulík, (Slowakische Republik/Frankreich), 1995

Darsteller: Roman Luknár, Marián Labuda, Zuzana Sulajová u.a.

Der Garten (35mm Projektion)

Man fühlt sich der eigenen, lauten und hektischen Welt enthoben, wenn Jakob zum ersten Mal den verwilderten Garten seines Großvaters betritt. Man möchte fast meinen, wieder ein Kind zu sein, das an des Großvaters Hand durch den Garten geführt wird. Den Zuschauer umfängt ein Zauber von mystischer Art, der von den Dingen ausgeht, die uns umgeben. Den einfachen Dingen, wie auch der Natur. Jedoch haben wir seit langer Zeit verlernt, ihnen auf den Grund zu schauen. Jakob widerfahren wundervolle Geschichten, er trifft die wundertätige Jungfrau, begegnet seinem Vater auf ungewöhnliche Weise und bekommt ein neues Verhältnis zum Wert seines bisherigen Lebens. Er findet endlich den Mut, Dinge zu tun und andere zu lassen. Wenn sich die wundertätige Jungfrau am Ende über den Boden der Realität erhebt, dann ist endlich alles so, wie es sein soll. Man schwebt regelrecht aus dem Kino.

6. Umundu-Festival für global nachhaltigen Konsum 2014Die Zukunft pflanzen - Wie können wir die Welt ernähren?

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Marie-Monique Robin, (Frankreich), 2012

Die Zukunft pflanzen - Wie können wir die Welt ernähren?

Die Menschenrechtserklärung von 1948 beinhaltet das Grundrecht auf Nahrung. Aber wie soll man diesem Grundrecht Geltung verschaffen angesichts klimatisch bedingter Hungerkatastrophen, der Erschöpfung von Böden und Wasserquellen, dem Verlust der Artenvielfalt und der weltweiten Landflucht von Bauern? Die Filmautorin Marie-Monique Robin besuchte Agronomen, Ökonomen und Vertreter internationaler Hilfsorganisationen, um eine Antwort auf die drängende Frage zu finden, wie wir die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren können.

Freuen Sie sich auf die anschließende Diskussion mit Prof. Schmidtke über die Potentiale und Grenzen des biologischen Anbaus.