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Kinoprogramm Donnerstag, 22.01.2015 - Mittwoch, 28.01.2015

Das Original ist besser!St. Vincent (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
19:30 19:30

Regie: Theodore Melfi, (USA), 2014

Darsteller: Bill Murray, Melissa McCarthy, Naomi Watts u.a.

St. Vincent (OmU)

Oliver (Jaeden Lieberher) ist eher klein für seine zwölf Jahre, er zieht gerade um und muss an eine neue Schule. Ideale Voraussetzungen, um erstmal routinemäßig vermöbelt zu werden. Seine allein erziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) macht reichlich Überstunden, um sich und den Jungen durchzubringen. Ihr Nachbar am neuen Wohnort ist Vincent, ein Rentner, der zwischen Rennbahn und Table Dance pendelt, das Glas immer in Reichweite, ständig klamm und auch sonst irgendwie… unkonventionell. In Maggie wittert er eine Chance auf leichtes Geld. Für elf Dollar pro Stunde übernimmt er gern die Betreuung von Oliver, wenn die Mutter Abends schichten muss. Logisch, dass der Junge jede Menge bei dem Alten lernt. Glücksspiel, Nasen brechen und so weiter - lauter lebenspraktische Dinge. Vincent holt auch mal die Axt raus, wenn die großen Jungs aus der Klasse Oliver wieder ans Leder wollen. Der wiederum erkennt, dass sich hinter der ziemlich scharf gebackenen Schale des Rentners („rau“ ist kein angemessener Ausdruck dafür) ein liebevoller Typ verbirgt, der froh um seinen jungen Freund ist. Eine Win-win-Situation für alle und eine Paraderolle für Bill Murray, der den spröde vor sich hinknatternden, bärbeißigen Alten mit Lust verkörpert. Dass er in letzter Zeit immer häufiger so besetzt wird, tut der spielerischen Hingabe Murrays keinen Abbruch. An seiner Seite glänzt Naomi Watts in rosa Tops und weißen Shorts als russischstämmige Stripperin Daka mit zart prolligem Charme. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen - Vincent tritt den Beweis an. Die freundliche Komödie über unheilige Helden des Alltags ist das Kinodebüt von Ted Melfi, der Regie führte und das Drehbuch schrieb.

Grit Dora

LICHTSPIEL - Die Filmreihe zum Dresdner Lichtjahr Tron (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Steven Lisberger, (USA), 1982

Darsteller: Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, David Warner u.a.

Tron (OmU)

Wenn das Licht im Saal erlischt, der Vorhang sich öffnet und ein ratternder Projektor Bilder auf die Leinwand wirft, dann beginnt der Film, beginnt das Kino. Und auch wenn diese Magie inzwischen durch die Innovation der digitalen Technik etwas von ihrem Zauber eingebüßt hat, gibt es auch heute ohne Licht keinen Film. Aber das Licht im Film ist auch ein Drama für sich: Es erzählt dessen Geschichte, nimmt den Zuschauer bei der Hand und sagt ihm, wohin er schauen, was er sehen soll. Und das Licht ist auch selbst zentrales Filmmotiv, ob im Kampf gegen die dunkle Seite der Macht oder als Erkenntnis, die die Finsternis durchdringt. Die Attraktionen des Science-Fiction-Films operieren häufig mit der Faszination des Lichts: Ob WARP-Antrieb, Cyberspace oder der dank kosmischer Strahlung hyperaktive Heimatstern – immer wieder prägt das Licht den klassischen wie den modernen SF-Film.

Das Thalia und die Filmgalerie Phase IV zeigen zwölf Filme in zwölf Monaten des internationalen Jahrs des Lichts – von den frühen Lichtexperimenten der ""Siebten Kunst"" bis zu den von virtuellem Gestirnen beschienenen Welten des filmischen Cyberspace. Den Anfang macht ""TRON"", der erste Spielfilm überhaupt, der Computeranimation mit Realaufnahmen kombinierte. Ein Pionier der digitalen Revolution also - und ein Film, dessen laserlichtdurchflutete Unendlichkeit Maßstäbe für das SF-Genre setzte.

Das Original ist besser!Wild Tales - Relatos salvajes (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30 21:30
22:00

Regie: Damian Szifron, (Argentinien/Spanien), 2014

Darsteller: Ricardo Darín, Leonardo Sbaraglia, Oscar Martínez u.a.

Wild Tales - Relatos salvajes (OmU)

Ein amüsantes Blutbad,… das hatten wir lange nicht. Eines, wo himmelschreiende Ungerechtigkeiten oder garstige Zeitgenossen mittels eines ausgeklügelten Planes vergiftet, ausgelöscht oder von der Leinwand gesprengt werden. Wenn’s gerade passt, wie bei einem gewissen Herrn Pasternak, fallen alle Lieblingsfeinde gleich mal gemeinsam vom Himmel. Ein anderes Mal ist es nur ein arroganter Tropfen Frust, der den Reifen platzen lässt. Ein Stinkefinger am Wegesrand, und schon reißt die schützende Haut des zivilen Anstands mit einem schmatzenden Geräusch. Ein, zwei Explosionen später weiß man den Wert eines korrekten Überholmanövers zu schätzen. In Argentinien, wo sich das Recht des Reichen noch vor dem des Starken durchzusetzen weiß, erzählen fünf kleine Scharmützel vom Genuss einer sorgfältig servierten Rache. Egal, ob eine kühl berechnete Menge Dynamit oder etwas heiß verquirltes Rattengift, die Vendetta der kleinen Leute atmet immer diese schmerzlich ersehnte Lust, seinem Peiniger ein für alle Mal das Bowiemesser an die Stirn setzen zu wollen. Wie seinerzeit im Finale von »Inglourious Basterds«. Herrn Tarantino sollte dieser von Pedro und Agustin Almodóvar produzierte Film jedenfalls inspirieren, mal wieder ein Hochzeitskleid mit dem Blut einer Nebenbuhlerin zu besudeln. Pah! Als Mätresse den Bräutigam beim Hochzeitstanz bejubeln - das geht entschieden zu weit. Und wem fielen nicht alle denkbaren Foltermethoden ein angesichts eines arroganten Millionärs-Söhnchens auf Fahrerflucht, der, eine tote Schwangere zurücklassend, mit Vaters Hilfe und Geld dem Gärtner des Hauses die Autoschlüssel in die Hand drücken und ihn an seiner statt ins Gefängnis schicken will. Gegen Bezahlung… Oh nein! So manche Rechnung geht hier nicht auf oder endet bestenfalls mit dem Wechselgeld in einer abgetrennten Hand.

alpa kino

Timbuktu

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45

Regie: Abderrahmane Sissako, (Frankreich/Mauretanien), 2014

Darsteller: Abel Jafry, Hichem Yacoubi, Toulou Kiki u.a.

Timbuktu

Ein Film, der unter die Haut geht und so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis gestrichen werden kann. In eindringlichen Bildern nimmt uns Filmemacher Abderrahmane Sissako mit nach Mali, genauer gesagt nach Timbuktu. Als Dschihadisten ins Dorf einfallen, stellen sie das Leben der normalen Bürger von einem Tag auf den nächsten völlig auf den Kopf. Plötzlich stehen Dinge unter Strafe, die vorher noch völlig legal und normal waren. Musik hören oder machen ist verboten, ebenso Fußball spielen und unehelicher Sex. Doch die Menschen sind nicht gewillt, einfach alles hin zu nehmen und wehren sich auf ihre eigene Weise dagegen. Eine Frau singt, während sie genau dafür ausgepeitscht wird - in aller Öffentlichkeit, versteht sich. Eine Gruppe Jungs spielt mit einem imaginären Ball Fußball, um den Besatzern zu zeigen, was sie von dem Verbot halten.

Eine beeindruckende Tragödie, die nicht mit üblichen Stilmitteln auf die Tränendrüse drückt, sondern die Schrecken des Terrors in einer Alltagsgeschichte verpackt. Regisseur Abderrahmane Sissako drehte diesen Film, nachdem er selbst eine Steinigung von Ehebrechern mit ansehen musste. Ein prägendes Erlebnis, das er mit diesem Werk verarbeitet. Anschauen!

juko