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Kinoprogramm Donnerstag, 21.08.2014 - Mittwoch, 27.08.2014

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30 17:30 17:30 17:30 17:30 17:30 17:30

Regie: Isabell Šuba, (Deutschland/Frankreich), 2013

Darsteller: Anne Haug, Matthias Weidenhöfer, Eva Bay u.a.

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Trailer: http://bit.ly/1rNMcZX

Die Absolventin der HFF „Konrad Wolf“ und Regisseurin des Kurzfilmes »Chica XX Mujer« Isabell ©uba wird 2012 nach Cannes eingeladen und greift, im Ärger über ein Wettbewerbsprogramm ohne weibliche Beteiligung, zu einer cineastischen List. Sie überlässt Anne Haug, einer Schauspielerin, ihre Akkreditierung und schickt diese gemeinsam mit dem Produzenten Matthias Weidenhöfer in den französischen Badeort. Während sie die beiden als namenlose Filmstudentin und Dokumentaristin begleitet und so Zeugnis ablegen will, wie heuchlerisch und verkommen das große, sonnige Babel am Strand der Côte d’Azur im Grunde ist. Eine erkennbare Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Filmindustrie gibt es nämlich nicht. Und kommt es zum Jahreshöhepunkt, dem Filmfestival in Cannes, dann zeigen eben die Männer die Filme. Mit der Idee von der engagierten, feministischen Regisseurin (©uba) und dem arroganten, sexistischen Produzenten (Weidenhöfer) möchte das kleine Team vor Ort und in nur fünf Tagen ein wenig herumstochern im Wespennest, Partys besuchen, Pitches anstrengen, Interviews geben. Und dabei soviel skurriles Material generieren wie nur möglich. Die kleine Rahmenhandlung von der genervten Cineastin sollte nachdenklich machen, aber nicht den Blick verstellen auf die Momente, die eben nicht Mockumentary sind. Denn genau an den Schnittstellen wird dieser Film so spannend. Wenn man nicht mehr unterscheiden kann, und auch gar nicht mehr unterscheiden muss, zwischen scripted reality und dem, was in Cannes wirklich abgeht. Übrigens wurde Isabell ©ubas Film im Jahr darauf nicht nach Cannes eingeladen, im Gegensatz zu dem Männerfilm »Seduced and Abandoned - Verführt und verlassen«, der sich ja desselben Tricks bediente; vor Ort so zu tun, als sei man in Cannes auf der Suche nach Ideen und Geldgebern, neuen Projekten und Kontakten, und wie ganz nebenbei läuft eine Kamera mit. Schade.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Monsieur Claude und seine Töchter (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00 19:00 19:00 19:00 19:00 19:00 19:00

Regie: Philippe de Chauveron, (Frankreich), 2014

Darsteller: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan u.a.

Monsieur Claude und seine Töchter (OmU)

»Monsieur Claude und seine Töchter« ist eine multikulturelle Komödie aus Frankreich, die in Zeiten der Globalisierung mit falscher Offenheit und Klischees aufräumt. Das Ehepaar Claude und Marie Verneuil führen ein glückliches und zufriedenes Leben der französischen Bourgeoisie. Sie haben vier hübsche Töchter, ein sonnendurchflutetes Haus, einen geregelten Tagesablauf und halten sich für relativ liberal - solange die Toleranz vor der Haustür bleibt. Denn das Herz der Töchter schlägt wesentlich heftiger im Rhythmus der Internationalität. Als drei von ihnen nacheinander einen Juden, einen Moslem und einen Chinesen heiraten, verzweifelt das besserbürgerliche Ehepaar allmählich an den Völkerverständigungsversuchen zwischen koscher, Beschneidungsritualen, Hühnchen halal und Dim Sum.

Denn ein guter Ehemann ist natürlich Franzose und katholisch und die Enkel heißen Jean, Pierre oder Jacques - und auf keinen Fall Mahmoud! Jetzt liegt alle Hoffnung also auf der Jüngsten, die alle Sorgen zu lösen scheint, denn ihr Verlobter heißt Charles und erfüllt anscheinend das besagte Ideal. Beim üblichen Kennenlern-Dinner fallen die erwartungsvollen Eltern jedoch aus allen Wolken, denn Charles sieht alles andere als französisch aus. Die Hochzeitsvorbereitungen gleichen dementsprechend eher einem Minenfeld von nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteilen. Und da die Familie des Bräutigams auch nicht hellauf begeistert von seiner Wahl ist, gerät die junge Liebe langsam ins Schwanken.

Kurz nach dem offiziellen Kinostart feierte der Film bereits größere Erfolge als die All-Time-Tragikomödie »Ziemlich beste Freunde«. Das könnte auch am Publikumsliebling Christian Clavier liegen, der unter anderem in »Asterix & Obelix gegen Cäsar« oder den in Frankreich besonders gern gesehenen »Die Besucher« und die »Die Zeitritter - Auf der Suche nach dem heiligen Zahn« mitgespielt hat.

In den letzten Jahren beschäftigt sich das französische Mainstream-Kino schonungslos radikal und provokativ witzig immer öfter mit den Besonderheiten der eigenen Gesellschaft. Ob nun der Norden und Süden gegeneinander antreten, unterschiedliche Bildungsschichten einander die Welt verdrehen oder die kulturelle Zugehörigkeit französischer Einwanderer aufeinander prallt - dieser Film reiht sich (vor allem nach der Europawahl…) problemlos ein.

Theresa

Die langen hellen Tage

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00

Regie: Nana Ekvtimishvili, Simon Groß, (Georgien/Deutschland/Frankreich), 2013

Darsteller: Lika Babluani, Mariam Bokeria, Zurab Gogaladze u.a.

Die langen hellen Tage

Trailer: http://bit.ly/1n2OlIL

Das deutsch-georgische Regie-Paar Nana Ekvtimishvili und Simon Groß sorgt mit seinem Erstling für Aufsehen. Der Film war der georgische Beitrag zur Oscar-Verleihung 2013 und wurde bei Festivals weltweit mit 28 Preisen ausgezeichnet. Dabei erzählen die beiden eine vermeintlich einfache Geschichte: Zwei Teenager wachsen 1992 im durch Krisen und Krieg zerrütteten Georgien auf. Die beiden Mädchen suchen ihre Identität in einem Land, das seine eigene verloren hat.

Das Debüt im Thalia - Bundesstart