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Die Landschaft ist so kriegsversehrt wie die Menschen, als aus den Nebeln ein seltsamer Soldat auftaucht und Anspruch auf einen lange aufgegebenen Gutshof stellt. Der 30-jährige Krieg ist noch in vollem Gange, die protestantische Gemeinde des abgelegenen Dorfes skeptisch. Irgendwas scheint faul an dem Fremden mit der entstellenden Narbe im Gesicht. Doch dieser erweist sich als gottesfürchtig, arbeitsam und mutig. Er behauptet sich, bewirtschaftet den Hof und gewinnt an Einfluss. Der Preis dafür ist hoch. Denn es ist eine Frau, die sich einen anderen Namen zugelegt und in Hosen gestiegen ist, um in das Dorf zu gelangen. Rose (Sandra Hüller), so heißt der Soldat wirklich, schreckt vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Nur der Zufall kann sie enttarnen.
Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer stellt in seinem neuen Film eine Frau in den Mittelpunkt, die in der patriarchalischen Welt des 17. Jahrhundert kühn nach Selbstbestimmung und Freiheit greift und damit notwendig scheitern muss. Dennoch wählt sie diesen unvorstellbar wirkenden Weg. Schleinzer und sein Co-Drehbuchautor Alexander Brom haben aus verschiedenen historisch verbürgten Geschichten über Frauen des 17. Jahrhunderts eine exemplarische Figur kreiert. Für Sandra Hüller bietet der Film die Gelegenheit, noch einmal ganz andere Facetten ihres unglaublichen Könnens funkeln zu lassen. Ihr Spiel und das kongeniale Maskenbild tragen diesen besonderen Film, der trotz seiner elaborierten Sprache und der artifiziellen Sprache sehr ins Heute weist. Für Hüller gab es dafür ihren zweiten Silbernen Bären bei der Berlinale 2026.
Grit Dora
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Stell dir vor, du bist unendlich verliebt in deine:n Partner:in und ihr habt euch entschieden zu heiraten. Alles läuft famos, bis kurz vor dem großen Tag. Denn die warmherzige, entschlossene Emma Hardwood (Zendaya) und der kunstbeflissene Museumsdirektor Charlie Thompson (Robert Pattinson) erfahren erst kurz vorher gewisse Dinge übereinander, die sie in einen Strudel aus Misstrauen und Zweifeln saugen. Plötzlich kommen verstörende Geheimnisse ans Licht und je mehr Druck auf den beiden liegt, desto mehr bröckelt die Fassade der perfekten Liebe. Irgendwie versuchen die beiden dennoch ihre Liebe zu retten, zwischen Baton Rouge, London und den Orten ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Ob die beiden ihre anstehende Hochzeit noch irgendwie retten können?
Schon allein die ersten Bilder zu »The Drama« von Kult-Studio A24 habe das Internet gehörig in Aufruhr gebracht: Queen Zendaya und Glitzer-RPatz (wie wir ihn damals in der »Twilight«-Phase nannten) mit einer Hochzeitseinladung. Regisseur Kristoffer Borgli gibt uns genau das, was wir wollen. Ari Aster ist als Produzent mit dabei, genauso wie Lars Knudsen (»The Witch«) und Tyler Campellone (»Dream Scenario«). In weiteren Rollen sehen wir außerdem Mamoudou Athie, Alana Haim, Hailey Gates und Zoë Winters.
Anne
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Maggie Gyllenhaals grandios besetztes »The Bride!« verlegt den Frankenstein-Mythos in ein fiebriges, stilisiertes Chicago der 1930er-Jahre: Der einsame und vom Leben entstellte Frank (Christian Bale als Frankensteins Monster) macht sich auf den Weg in die Großstadt, um die exzentrische Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening) um das Unmögliche zu bitten: eine Gefährtin. Gemeinsam reanimieren sie den Körper einer ermordeten jungen Frau (Jessie Buckley), und wie bei der Geburt Franks schenkt auch hier Elektrizität neues Leben: Die Braut ist geboren - wilder, eigenwilliger und lebendiger, als ihre Schöpfer es je vorgesehen hatten.
Was zunächst wie ein klassisches Monstermärchen beginnt, kippt schnell in etwas Anarchischeres: Die neu erwachte Frau verweigert sich der Rolle als fügsames Geschöpf und wird zum Funken einer radikalen Gegenkultur, die Polizei, Presse und Moralhüter auf den Plan ruft. Zwischen Mord, Besessenheit und öffentlichen Aufständen entflammt eine geächtete Liebe zwischen zwei Monstern - eine Romanze, die ebenso zerstörerisch ist, wie sie befreiend wirkt.
Neben den zwei brillanten Protagonisten holt sich Maggie Gyllenhaal für ihre zweite Regiearbeit Unterstützung von einem erstklassigen Ensemble: Neben Penélope Cruz wirken auch Gyllenhaals Bruder Jake und ihr Ehemann Peter Sarsgaard als Detective mit. Buckley selbst hat den Film als Mischung aus »Bonnie und Clyde« und »Wild at Heart« beschrieben - nur eben mit Figuren, „in deren Haut Benzin steckt, während jemand das Streichholz hält (…) - die punkigste Liebe, die es je gab“. Absolut sehenswert!
Viktoria Franke
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Winfried Menzel, ein Literaturprofessor aus Berlin, sonnt sich in seinem Ruhm. Soeben hat er einen vergessenen märkischen Dichter namens Max von Schwedenow wiederentdeckt, den er in einem dickleibigen Buch zu einem großen Sozialrevolutionär des 19. Jahrhunderts stilisiert. Auch der schmächtige, verhuschte Landlehrer Pötsch forscht den Spuren Schwedenows nach. Gönnerhaft bietet Menzel dem Dorfschulmeister eine Assistentenstelle in Berlin an. Der ist begeistert, spürt aber, dass Menzel an seinen Forschungen gar nicht interessiert ist. Pötsch hat herausbekommen, dass Schwedenow später von seinen revolutionären Idealen abrückte und als Zensor der preußischen Regierung arbeitete. Diese Wendung gefährdet Menzels Werk und droht, ihn lächerlich zu machen. So intrigiert der angesehene Professor mit allen Mitteln gegen den Dorflehrer.
Eine mit Kurt Böwe und Hermann Beyer blendend besetzte Satire über die Verdrehung der Wahrheit durch die Mächtigen, die als Gleichnis weit über den geschilderten Fall hinausgeht.
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| 17:00 |
Der Film erzählt die Geschichte von sechs Burrneshas, die sich aus unterschiedlichen Gründen entschlossen haben, die soziale Rolle von Männern zu übernehmen. Sie haben dies getan, um patriarchalische Strukturen zu umgehen, um frauenfeindlichen Übergriffen zu entgehen, um die Familie wirtschaftlich zu unterstützen, um eine Zwangsehe zu vermeiden und um frei zu sein. Unsere Protagonistinnen lassen uns an ihrem Leben und ihrer persönlichen Reise teilhaben. Sie sprechen über Freiheit und Unterdrückung und darüber, wie sie die Geschlechterschranken durchbrechen, indem sie entscheiden, wie sie leben wollen und dass sie leben wollen. Die Zeit, die wir mit Burrneshas verbringen, stellt Stereotype und Projektionen der Geschlechterdiskussion auf den Kopf. Ihre Geschichten zeigen letztlich, dass das Leben als Frau immer noch als weniger wertvoll angesehen wird. Sogar als weniger lebenswert. Nach wie vor. Weltweit.
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| 18:30 |
Sunny heißt eigentlich Ingrid Sommer, lebt solo, doch keineswegs allein und einsam. Ihr Beruf bringt es mit sich. Sie ist Sängerin. Da bleibt hier und da einer liegen. Doch sie ist es gewohnt, über ihr Leben selbst zu bestimmen. (Sunny am Morgen zu solch einem Schlafgast: „Is ohne… Frühstück“, die Tür fällt ins Schloss).
Der großartige Konrad Wolf und sein Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase zeichneten in Wolfs letztem Film ein ausgesprochen realistisches Lebensbild zwischen Berliner Mietskasernen und provinzialischen Kulturhäusern. Da kacken die Tauben aufs Kopfkissen und die Künstlerin landet bei der VP wegen losem Lebenswandel, schmeißt die doch glatt die Wäsche in die Mülltonne, statt sie zu waschen. In der übrigen Zeit geht es um das kleine Glück zwischen den Alltäglichkeiten, um das nächste Engagement, um die Suche nach einem Partner, der solches Leben trägt und erträgt und um den Traum vom Solo. Dem Soloauftritt, und vielleicht einem nachfolgenden Plattenvertrag und der Chance, jener allwöchentlichen Kulturhaus-Tristesse entfliehen zu können. Doch bislang fressen die Leute ihr Schnitzel und trinken eimerweise Helles, wenn Sunny zu Günter Fischers göttlicher Musik singt. Aber auf der BERLINALE 1979 gab es einen silbernen Bären!
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| 19:00 |
Loraine Blumenthal nähert sich einem heiklen Thema auf vorurteilsfreie und offene Art. Im Brennpunkt aktueller Themen wie der Osten, Migranten und Rechtsradikale leistet sie einen leisen aber wichtigen Beitrag. Im Mittelpunkt des Films steht Thomas „Eichi“ Eichstätt, Ex-Rechtsradikaler, der heute als ehrenamtlicher Fußballtrainer Menschen mit Migrationsgeschichte Halt gibt. Ein Film, der an die Menschen, ihre Verschiedenheit aber auch Entwicklung glaubt.
Wenn Fußballtrainer Thomas „Eichi“ Eichstätt mit seiner Mannschaft aus Torgelow bei Turnieren auftaucht, fallen sie sofort auf. Der große, kräftige Mann mit Glatze, Tattoos und Stimme, die über das ganze Feld hallt, trainiert vor allem Geflüchtete.
Thomas „Eichi“ Eichstätt, trainiert in Mecklenburg-Vorpommern die Fußballmannschaft FC Pio. Viele der jungen Spieler sind aus ihren Heimatländern geflohen und kämpfen mit Jobsuche, Akzeptanz und ihrer Vergangenheit. Für viele ist Eichi Vaterfigur, doch er blickt auf eine düstere Zeit als Rechtsextremist zurück.
Auf dem Rasen sind die jungen Erwachsenen ganz im Hier und Jetzt. Doch abseits des Spielfeldes holt sie ihre Vergangenheit und Sehnsucht nach Heimat ein. Jobsuche, Fremdenfeindlichkeit und die Suche nach Zugehörigkeit sind für sie zusätzliche harte Lebensrealität. Für viele der Spieler ist „Eichi“ Bezugsperson und Freund. Aber auch er blickt auf ein früheres, dunkles Leben als Rechtsextremist. Der abendfüllende Dokumentarfilm zeigt mal humorvoll und leicht, mal tiefsinnig und ungeschönt ihre Lebenswege, die gegensätzlicher nicht sein könnten.
ak
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Verfilmungen von Sensations-Bestsellern sind meistens ein Garant dafür, ein Publikum zu finden. Die deutsche Regisseurin Anna Roller verfilmt mit ihrem zweiten Spielfilm »Allegro Pastell« einen Roman von Leif Randt. Das 2020 erschienene Buch erzählt die störrische Liebesgeschichte zweier Millennials. Der Autor selbst schrieb es zum Drehbuch um. Dabei wandelt er die oft um sich selbst kreisenden Gedanken von Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) für den Film in Off-Kommentare und Textnachrichten um. Die beiden sind seit Längerem ein Paar und leben in ständigem Austausch und mit wenigen Besuchen zwischendurch in einer Fernbeziehung. Jerome, Grafikdesigner, wohnt in einem Haus seiner Eltern im Maintal bei Frankfurt, verbringt seine Zeit mit seinen langjährigen Freunden, die mittlerweile Kinder haben, und lebt ein eher ruhiges Leben. Tanja, die gerade wieder einen Roman veröffentlicht hat, nutzt das Berliner Nachtleben, um jeden Tag zu feiern und kümmert sich wenig um klassische Beziehungsmodelle oder Freundschaften. Immer wieder kommt es so zu Zerwürfnissen zwischen den beiden, aber trotzdem können sie nicht ohne einander leben. Das ist das Porträt von Thirtysomethings, die sich entscheiden müssen zwischen ewigem Partyleben und scheinbar langweiliger Familiengründung. Dabei traut sich Roller, ihre Figuren, die alle wunderbar verkörpert werden, u.a. von der französischen Darstellerin und Newcomerin Sylvaine Faligant, unsympathisch zu zeichnen. Es zeigt, welche negativen Auswirkungen ein Um-Sich-Selbst-Kreisen hat. »Allegro Pasteli« ist dabei gut inszeniert, passt sich dem Tempo und den Lebensrealitäten der Figuren an und schafft es, den Beat dieses Lebensabschnitts einzufangen. Roller gelingt das Kunststück, dass man den Figuren trotz aller Antipathien bis zum Ende folgt und sich in die vergangene Zeit (vor Corona) wunderbar hineinfühlen kann.
Doreen
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| 17:30 |
Dokumentation über das Leben des aufstrebenden jungen Stars mit der umwerfenden Stimme und grenzenlosen Schaffenskraft, der die Musikwelt der 90er Jahre in Aufruhr versetzte, als er im Alter von 30 Jahren nach der Veröffentlichung seines von Kritikern gefeierten Debütalbums „Grace“ überraschend starb, er ertrank 1997 bei einem Badeunfall.
Anhand von nie zuvor gezeigtem Filmmaterial aus Buckleys Archiven und intimen Berichten seiner Mutter Mary Guibert, seiner ehemaligen Partnerinnen Rebecca Moore und Joan Wasser, von Jeffs ehemaligen Bandkollegen, darunter Michael Tighe und Parker Kindred, und von bekannten Persönlichkeiten wie Ben Harper und Aimee Mann, beleuchtet der Film das Leben und den Tod einer der einflussreichsten und auch rätselhaftesten Figuren der modernen Musikgeschichte.
ak
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| 17:00 |
Die Regisseurin Sabine Lidl ist bekannt für ihre Künstlerinnen-Dokumentationen, so etwa über die Fotografin Nan Goldin, die Schauspielerin Hannelore Elsner und die Regisseurin Doris Dörrie. 2019 machte sie eine Ausnahme und porträtierte den Schriftsteller Paul Auster. Es ist naheliegend, ja geradezu zwingend, dann auch eine Doku über Siri Hustvedt zu drehen, die trotz zahlreicher Bücher gelegentlich immer noch zuerst als die Frau an der Seite des inzwischen verstorbenen Auster wahrgenommen wird. Hustvedt, eine herausragende Schriftstellerin, beschäftigt sich seit jeher mit Themen wie Geschlechterkampf, Krankheit und Sexismus. Sie ist eine unbequeme Autorin, die sich mit gesellschaftlichen Tabus auseinandersetzt und immer bereit bleibt, unbequeme Fragen zu stellen. Das Film-Porträt gewährt Einblicke in ihr Leben und Werk und zeigt ihre unerschrockene und inspirierende Auseinandersetzung mit körperlichen und psychischen Herausforderungen. Schon fast Klassiker sind ihre kritischen Betrachtungen der Geschlechterdynamik. Der Film kommt genau zum richtigen Zeitpunkt in die Kinos. Gerade erst hat Siri Hustvedt ihr neues Buch vorgelegt, ihr persönlichstes. „Ghost Stories“ widmet sich ganz und gar ihrem 2024 verstorbenen Ehemann Paul. Eine wunderbare Gelegenheit, sich zugleich literarisch und filmisch mit dem Werk der großen amerikanischen Autorin zu beschäftigen.
Grit Dora