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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 02.07.2026 - Mittwoch, 08.07.2026

Das Original ist besser!The Love That Remains (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00

Regie: Hlynur Pálmason, (Island/Dänemark/Schweden/Frankreich), 2025

Darsteller: Saga Garðarsdóttir, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Sverrir Gudnason u.a.

The Love That Remains (OmdU)

Eine Trennung steht im Raum. Anna (Saga Garðarsdóttir) und Magnús (Sverrir Gudnason) mögen sich noch, Restliebe scheint also vorhanden, Gemeinheiten gegeneinander finden nicht statt. Aber das reicht scheinbar nicht, um zusammen zu bleiben. Schade, denn sie leben gemeinsam mit ihren drei Kindern und der Familienhündin Panda an der oft unwirschen Küste Islands ein beschauliches Leben. Maggi, als Hochseefischer oft tagelang auf See, sorgt für eine ausgeglichene Familienkasse, Anna ist beseelt von ihrem Wunsch, sich als Künstlerin einen Namen zu machen. Trotz ihrer Trennungsabsichten verbringen alle miteinander Zeit beim Wandern, Schlittschuhlaufen, Angeln oder der Wildpferd- wie Walbeobachtung. Tun Anna und Magnús das alles nur der Kinder wegen, oder fühlen sie sich einander doch noch verbunden? Der isländische Regisseur Hlynur Pálmason (»Godland«) setzt seine Heimat einmal mehr liebevoll in Szene und übt sich in teils schwarzem Humor und surrealistischen Traum-Sequenzen. Besonders eindrücklich ist sein Umgang mit der Zeit: Annas Kunst lebt von korrodierenden Metallabdrücken, Magnús kommt bei seiner Arbeit auf hoher See das Zeitgefühl abhanden. Pálmason entfaltet poetische Momente und kontrastiert sie mit Brachialhumor. Zwischendrin wuselt allzeit der Hund. Der Regisseur wählt einen sehr persönlichen Zugang. Annas Kunst geht zurück auf die Werke, die Pálmason abseits seiner Regiearbeiten schafft. Und die Kinder werden von des Regisseurs eigenem Nachwuchs gespielt. Elegant umschifft er die Gefahr von Distanzverlust, indem er seine 35mm-Kamera meist auf Abstand hält. Auch die Dialoge sind distanziert, trocken und tragikomisch. Man möchte sagen: typisch Island.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Backrooms (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00
21:15
22:45

Regie: Kane Parson, (USA), 2026

Darsteller: Renate Reinsve, Chiwetel Ejiofor, Mark Duplass u.a.

Backrooms (OmdU)

Denkt ihr auch manchmal, wenn ihr einen langen dunklen Gang seht, dass dieser in eine fremde Dimension führt? Oder dass irgendwas Gruseliges am anderen Ende warten muss? Tja, eure Ängste können mit dem Film »Backrooms« noch erweitert werden! Denn hier versucht ein Therapeut (Chiwetel Eijofor) seiner Patientin (Renate Reinsve) zu folgen, die durch ungeklärten Umständen einfach aus der Realität gedroppt ist und sich in einer anderen Dimension befindet. In einem Möbelgeschäft findet er die sogenannten „Backrooms“ - verwirrende Gänge, Räume und ganz doll kuriose Sachen. Gelbe Wände, flackernde Neonröhren, scheinbar „weg-clippende“ Gegenstände, die halb in Wänden verschwinden wie in einem Computerspiel. Logik gibt’s hier nicht zu finden, dafür kriegt man Kopfweh beim drüber Nachdenken. Diese sogenannten „liminal spaces“ können weitaus gruseliger sein als Splatter-Horror oder Geistergeschichten.

»Backrooms« basiert auf der gleichnamigen Webserie von Kane Parsons alias „Kane Pixels“ aus Youtube. Parsons führt auch direkt Regie, was ihn zum jüngsten Regisseur in der Geschichte des Studios A24 macht. Neben Chiwetel Eijofor und Renate Reinsve sind noch Mark Duplass, Finn Bennett und Lukita Maxwell mit von der Partie. Der Horrorfilm wird viel Wert auf Atmosphäre, Isolation und psychische Ängste legen.

Anne

Das Original ist besser!Resurrection (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:30
20:00
21:45

Regie: Bi Gan, (China/Frankreich/USA), 2025

Darsteller: Jackson Yee, Shu Qi, Mark Chao u.a.

Resurrection (OmdU)

In einer nahen Zukunft haben die Menschen ihre Fähigkeit zu träumen zugunsten des ewigen Lebens aufgegeben. Ein einziges Wesen, halb menschlich, halb Roboter ist noch in der Lage zu träumen, klammert sich an Traumbildern und Visionen fest. Eine Frau reist in die dystopische Zukunft, versucht das Wesen zu reparieren und die Wahrheit aufzudecken. Dabei konfrontiert sie es mit Episoden aus der chinesischen Geschichte. Sie entwickelt eine tiefe Bindung zu dem jungen Namenlosen und steht schließlich vor einer Entscheidung: Soll sie in die reale Welt zurückkehren - oder bei diesem letzten Träumer bleiben?

Der erst 35-jährige chinesische Regisseur und Drehbuchautor Bi Gan (»Long Day's Journey Into Night«) erzählt in »Resurrection« nicht nur fantastische Stories voller überbordender Einfälle, er verknüpft souverän verschiedene Phasen der chinesischen Geschichte und zitiert gleichzeitig ganz unterschiedliche stilistische Versatzstücke aus 100 Jahren Filmgeschichte, vom expressionistischen Stummfilm über den klassischen Film Noir bis zu 1970er Jahre Bandit-Movies. Vampirismus findet auch statt. Technisch brillant, mit teils souveräner Verachtung der Narrative, erzeugt er spektakuläre, ausschließlich für die große Leinwand komponierte Bilder. Sein Film ist eine sechsteilige Verneigung vor dem Kino und ein Plädoyer für Träume, ein wilder, bandbreitiger Genre-Mix, der dem Publikum in seinen 155 Minuten sehr vieles bietet und einiges abverlangt. »Resurrection« fasziniert, ist aber sperrig. Kein Erzählkino, vielmehr ein filmisches Experiment voller Überraschungen, eine „Traum“-Reise zu den Quellen des Kinos.

Grit Dora

Dresdner Erstanspiel - Das Debüt im Thalia